Bisher nur Heimsieger
Der Plan steht: Eisbären Regensburg starten ihr Auswärtsprojekt im Halbfinale

02.04.2024 | Stand 02.04.2024, 18:13 Uhr

Strahlende Gesichter: Zur Rückkehr von Jakob Weber (rechts, hier mit Corey Trivino) zeigten die Eisbären eine Glanzleistung. Foto: Andreas Nickl

2:0, 4:1, 3:2 nach Verlängerung als bisher knappstes Resultat, und neuerlich 4:1 – das war die Hauptrunde in der DEL2. Und jetzt in den Playoffs setzte sich die Zahlenkette in den Duellen der Eisbären aus Regensburg mit den Eispiraten aus Crimmitschau mit teils noch klareren Heimsiegern fort.

5:3, 6:1 und jetzt dieses Oberpfälzer 8:4-Prunkstück vom Ostermontag, als die Eisbären ihrem Gegner in den ersten 40Minuten acht Ostereier ins Nest legten.

Aus diesen Zahlen leitet sich die nächste Projektarbeit der Eisbären ab, die mit einer 2:1-Siegesführung in der Halbfinalserie am Mittwoch (19.30 Uhr) zum zweiten Mal in Crimmitschau gastieren und die Max Kaltenhauser in der Pressekonferenz nach Spiel drei so ansprach: „Wir haben jetzt siebenmal gegeneinander gespielt in dieser Saison und siebenmal hat die Auswärtsmannschaft keine Chance gehabt. Wir haben einen Plan, wie wir das anders gestalten können, aber da steht natürlich noch eine gute Crimmitschauer Mannschaft dagegen. Aber es wird Zeit, dass auch mal eine Auswärtsmannschaft gewinnt. Hoffentlich sind wir die erste.“

Bisher keine Frage

Fakt ist: Diese Serie der beiden großen Zweitliga-Überraschungsteams ist bislang eine mit gänzlich anderem Charakter als jene im Viertelfinale gegen Ravensburg. „Es war das dritte Spiel – und wieder war es keine Frage, welches Team es verdient hatte zu gewinnen“, stellte auch Crimmitschaus Coach Jussi Tuores fest. Gegen Ravensburg war das aus Regensburger Sicht komplett anders gewesen: Da ging‘s dauerknapp zu, Sieg und Niederlage lagen oft nur eine Aktion auseinander.

„Ich habe es ja immer wieder gesagt: Das sind zwei gute Mannschaften und es gibt keine Vorteile“, nannte Max Kaltenhauser seine Einschätzung zum jetzigen Duell. „Der Vorteil ist scheinbar aktuell der Heimvorteil. Aber auch da täte ich mich nicht drauf verlassen: Vielleicht folgen ja jetzt nur noch Auswärtssiege.“

Zumindest „ein Element“, so gab der Eisbären-Coach auch zu, sei seine Möglichkeit gewesen, frische, ausgeruhte Spieler aufs Eis schicken zu können. In Halbfinale drei war es mit Jakob Weber nach seiner Fünfspiele-Sperre und Tomas Schwamberger, der für Lukas Heger die dritte Reihe als Mittelstürmer führte, ein Duo gewesen, das Akzente setzen konnte, während sich bei den Sachsen aus Crimmitschau das Team reduziert hatte, weil mit dem deutsch-amerikanischen Defensivmann Gregory Kreutzer (23) und Stürmer Justin Büsing (20) zwei Förderlizenzspieler aus Bremerhaven nicht zur Verfügung standen. „Ich denke schon, dass frische Spieler guttun. Aber das beste Mittel für Beine sind immer noch Siege. Kopf und Beine sind eine Einheit: Und wenn du wie wir am Samstag immer nachläufst, sind die Beine schwer, egal wieviele frische Spieler spielen.“

„Lehren gezogen“

Zudem machten zuletzt die Bedingungen zu schaffen: „20 Grad in einem offenen Eisstadion“ förderten die Eisqualität nicht. Max Kaltenhauser wollte aber darüber keine großen Worte verlieren, Fakt war nur: „Crimmitschau hat das besser gemacht als wir. Wir wissen: Die sind heimstark. Wir waren das dritte Mal da und haben dreimal verdient verloren. Es kommt dazu, dass wir nicht gut waren, aber in den anderen zwei Spielen waren wir nicht schlecht. Da muss man auch mal des Gegners Leistung anerkennen und nicht nur auf die eigene schimpfen. Wir haben unsere Lehren gezogen, hoffentlich reicht’s zum Sieg.“

Das Auswärtsprojekt läuft – und dann gäbe es am Freitag zuhause tatsächlich einen Matchpuck fürs Finale. Aber das ist frühestens morgen Abend ein Thema.