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Weiterhin Kampf ums Überleben | 16.12.2020 | 14:00 Uhr

Eishockey zum Mindestlohn: DEL-Profi verdient 9,50 Euro pro Stunde – "müssen sehr vorsichtig kalkulieren"

von Thomas Lipinski, Lars Weiske

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−Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

−Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa

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Auf den letzten Drücker verpflichteten die Kölner Haie noch einen erfahrenen Stürmer – zum gesetzlichen Mindestlohn. Für 9,50 Euro in der Stunde geht der Amerikaner Mike Zalewski aufs Eis, damit der achtmalige deutsche Meister in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mithalten kann. Dass der Zuschauerkrösus überhaupt am Donnerstag (19.30 Uhr/MagentaSport) gegen die Düsseldorfer EG in die Saison startet, ist ein finanzieller Kraftakt – mit Risiken und Nachwirkungen.

"Wir müssen mit Umsatzeinbußen bis zu 80 Prozent kalkulieren", erklärte Haie-Geschäftsführer Philipp Walter im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Geschätzte 12,5 Millionen Euro betrug der Kölner Etat in der Vorsaison, als über 13.000 Fans pro Spiel in die Lanxess Arena strömten. Wegen der Corona-Pandemie können in der größten Eishockeyhalle Europas bis auf Weiteres nur Geisterspiele ausgetragen werden. Kein Wunder, dass die Haie erst als letzter der 14 DEL-Klubs grünes Licht für die zweimal verschobene Saison gaben. "Für uns war aufgrund der hohen Zuschauerzahlen die Fallhöhe am größten", betonte Walter: "Es ist weiterhin ein Risiko."

Auch die anderen Klubs haben ihre Budgets zusammengestrichen – von 130 Millionen Euro ligaweit um mehr als 60 Millionen. Denn die DEL lebt wie keine andere Profiliga von den Ticketverkäufen, die bei den meisten Vereinen mehr als die Hälfte der Einnahmen ausmachen. Das größte Einsparpotenzial boten die Spieler an, die auf bis zu 60 Prozent ihres Gehalts verzichten. Bei der DEG "verdient kein Spieler mehr als den Höchstsatz des Kurzarbeitergeldes", wie Geschäftsführer Harald Wirtz dem SID bestätigte. Bei 2900 Euro im Monat ist also Schluss, "die Zusatzleistungen wie Wohnung und Auto bleiben aber bestehen".

Zusammengestrichenen Kader füllen sieben Juniorenspieler auf

Der 28-jährige Zalewski wurde erst verpflichtet, als alle anderen Haie-Spieler mit dieser zusätzlichen Ausgabe einverstanden waren, berichtete Trainer Uwe Krupp. Außerdem bestätigte er, dass der US-Stürmer nur den Mindestlohn erhalte. Walter wollte mit Verweis auf "vertrauliche Vertragsinhalte" keine Angaben machen. Den zusammengestrichenen Kölner Notkader füllen sieben Juniorenspieler auf.

Ein wenig können die DEL-Klubs ihre Einbußen durch die maximal 800.000 Euro aus der staatlichen Coronahilfe Profisport abfedern, die alle außer Red Bull München beantragt haben. Gespart wird zudem bei Reisekosten, weil in zwei regionalen Gruppen gespielt und möglichst auf Hotelübernachtungen verzichtet wird. Die meisten Sponsoren hielten den Vereinen die Stange, die DEG hält laut Wirtz "grob geschätzt 90 bis 95 Prozent" des Volumens. Auch verzichteten viele Dauerkarteninhaber auf eine Rückzahlung. Dennoch mussten vielerorts die Klubbesitzer nachschießen, nach SID-Informationen zehn bis zwölf Millionen Euro ligaweit.

Tripcke: "Vier, fünf Monate können wir durchstehen"

Tripcke glaubt, "dass wir die vier, fünf Monate durchstehen können". Doch die Coronakrise wird auch massive wirtschaftliche Nachwirkungen in den nächsten Jahren haben. "Es steckt weniger Geld im System", sagte der DEL-Geschäftsführer: "Wir müssen sehr, sehr vorsichtig für die nächste Saison kalkulieren und von den Kosten herunter. Wir werden in den nächsten zwei, drei Jahren eher nicht auf das Ursprungsniveau zurückkommen können." Von einem ligaweiten Umsatz von 130 Millionen Euro wie in der Vor-Corona-Zeit ist die DEL weit entfernt. − sid/red












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