Hört er auf oder nicht?
Severin Freund: Oberstdorf, Planica – und dann die Zukunftsentscheidung

20.03.2022 | Stand 19.09.2023, 2:30 Uhr

Reflektierter Charakter: Severin Freund vom WSV-DJK Rastbüchl macht das Weitermachen vom Grad seiner Motivation abhängig. Die will er nach dem Saisonende ausloten. −Foto: dpa

Deutschlands bis dato letzter Gesamtweltcupsieger im Skispringen, Severin Freund (33), lässt eine Fortsetzung seiner Karriere nach dieser Saison offen. "Ehrlicherweise weiß ich noch nicht, wie es nach dem Sommer weitergeht", sagte der Top-Springer vom WSV-DJK Rastbüchl der Deutschen Presse-Agentur.

"Ich habe schon relativ früh in der Saison entschieden, dass ich mir nicht großartig Gedanken mache und nicht großartig plane. Ich hatte damit zu tun, dass ich jeden Tag fighte und mich jeden Tag voll reinhänge. Da war nicht wirklich Raum, großartig an die Zukunft zu denken."

Freund, der den Gesamtweltcup in der Saison 2014/15 gewann und 2014 Team-Olympiasieger wurde, konnte nach mehreren Verletzungen – darunter zwei Kreuzbandrisse – in den vergangenen Jahren nicht mehr an sein früheres Niveau anknüpfen. Zuletzt stabilisierte er sich jedoch und gewann am vergangenen Wochenende mit der Mannschaft die Silbermedaille bei der Skiflug-WM in Vikersund.

Der Niederbayer, der in München wohnt, freut sich auf die beiden abschließenden Wochenenden des Winters. Am Samstag und Sonntag stehen Skifliegen in Oberstdorf auf dem Programm, beendet wird die Saison in der kommenden Woche im slowenischen Planica. "Ich werde mal Planica vorbeigehen lassen und dann werde ich mir mal ein bisschen Zeit nehmen", sagte Freund über die Gedanken zu seiner weiteren Karriere. "Ich glaube, ich werde relativ schnell merken, wo die Emotion hingeht und was das Gefühl sagt. Im Endeffekt ist es eine Frage von Motivation und davon, ob man die 100 Prozent Einsatz, die es im Leistungssport jeden Tag braucht, weiterhin bringen kann."