Deggendorf

Gesundheitsamt warnt vor Hantavirus im Bayerischen Wald

01.06.2017 | Stand 01.06.2017, 12:17 Uhr

Über Nagetiere wie die Rötelmaus überträgt sich das Hantavirus auf den Menschen. Der Bayerische Wald ist ein besonders gefährdetes Gebiet. − Foto: dpa

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Deggendorf weist auf eine erhöhte Gefahr von Hantavirus-Infektionen hin. Hantaviren werden von infizierten Nagetieren, vor allem der Rötelmaus, über Speichel, Kot und Urin ausgeschieden. Die Region Bayerischer Wald gehört zu den Risikogebieten für Hantavirusinfektionen. Im letzten Winter konnten sich die Nagetiere stark vermehren.

Die Infektion des Menschen erfolgt über virushaltigen Staub durch Einatmen oder Kontakt mit verletzter Haut, manchmal auch durch eine direkte Bissverletzung. Auch eine Übertragung durch Lebensmittel, die mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere kontaminiert wurden, ist möglich.Zu den Tätigkeiten mit besonderem Infektionsrisiko gehören der Aufenthalt in Scheunen, Schuppen, Ställen oder verlassenen Häusern und deren Reinigung.

Bei entsprechenden Arbeiten wird dringend empfohlen, einen Mundschutz und Schutzhandschuhe zu tragen und den Staub vorher mit Wasser zu besprühen, um Aufwirbelungen zu vermeiden. Gegenstände, die Mäuse anlocken wie Holzstapel, Gemüsegärten, offene Mülleimer oder Tierfutter, sollten sich in einem Mindestabstand von 30 Metern zum Haus befinden. Essensreste und tierische Abfälle sollen nicht kompostiert werden, Müllbehälter sollen geschlossen werden. Tote Tiere soll man nicht mit der bloßen Hand berühren. Man kann sie aus Entfernung mit einem Desinfektionsmittel besprühen und in zwei separat verschlossenen Plastiktüten zum Hausmüll geben.

Die Erkrankung beginnt mit plötzlich einsetzendem Fieber über 38,5 Grad Celsius, Rücken-, Kopf- und Muskelschmerzen. Neben milden Krankheitsverläufen kann die Infektion auch zu einem vorübergehenden akuten dialysepflichtigen Nierenversagen führen. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Anstecken und Ausbruch der Krankheit, beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen, in Ausnahmefällen kann sie nur fünf Tage oder bis zu 60 Tagen betragen.

− red