Nach geplatztem Landesliga-Traum

"Gefeiert, als wären wir aufgestiegen": Künzing geht stolz in Mini-Sommerpause – und setzt auf Kontinuität

06.06.2022 | Stand 06.06.2022, 18:25 Uhr

Die Enttäuschung währte nicht lange bei Künzing Trainer Thomas Prebeck (l.) und Torhüter Andreas Obernhuber (sitzend). −Foto: Simon Tschannerl

Der Landesliga-Traum des FC Künzing, er wurde förmlich weggespült. Doch nach dem bitteren 0:4 im entscheidenden Spiel am Samstag vor 1074 Zuschauern bei der Spvgg Lam wollten sich Spieler und Verantwortliche der "Römer" nicht lange aufhalten mit Enttäuschung. "Der erste Frust war schnell verflogen, wir haben gefeiert, als wären wir aufgestiegen", berichtet Vorstand Reinhard Bauer. Der Stolz auf eine Klasse-Saison mit Platz zwei in der ausgeglichenen Bezirksliga Ost und dem Ausschalten des Landesligisten Passau in der ersten Relegationsrunde überwog.

Dabei musste die Mannschaft von Trainer Thomas Prebeck dieses Spiel nicht verlieren, schon gar nicht so krachend. Das Entscheidungsspiel unterm Osser gingen die Künzinger mutig an – mit dem Wissen nach dem 1:1 im Hinspiel ein Tor erzielen zu müssen. Doch Ungenauigkeiten im Spiel nach vorne machten einige aussichtsreiche Situationen zunichte. Lam fand offensiv nicht statt – ehe eine Freistoßflanke von Simon Loderbauer den Kopf von Lukas Pritzl touchierte, von wo der Ball sich hinter Andreas Obernhuber ins Tor senkte (22.).

Die Ausgangssituation hatte sich dadurch nicht signifikant geändert, Künzing brauchte ein Tor für die Verlängerung – und wurde wie der Regen, der inzwischen auf den Rasen des Osserstadion niederprasselte, stärker. Patrick Pfisterer (30.), Andreas Drexler (34.) und Samuel Kronschnabel (45.) verfehlten das Tor mit ihren Abschlüssen nur knapp.

Kritik am Relegationsmodus, Kontinuität als Erfolgsrezept

Auch der Halbzeitpfiff und eine Pause, die sich aufgrund des unwetterartigen Regens auf rund 35 Minuten ausdehnte, konnte Künzings Schwung nicht brechen – im Gegenteil: Der FCK schnürte die Hausherren förmlich hinten ein – und kam zu zwei Monster-Chancen: Erst lief der zur Halbzeit eingewechselte Alexander Wittenzellner nach einem Angriff über rechts alleine auf Lam-Torhüter Maximilian Weber zu und scheiterte (48.), dann schafften es Pfisterer und Simon Kröninger nach einer Flanke von der rechten Seite nicht, den Ball aus wenigen Zentimetern freistehend über die Linie zu drücken (51.). "Die zwei Szenen tun schon noch weh, wenn wir das 1:1 machen, läuft das Spiel in eine andere Richtung", ärgert sich Bauer.

Dass Künzing, wie so oft in dieser Saison, zu viele Chancen brauchte, rächte Lam eiskalt: Erst erhöhte Loderbauer nach einem Solo von Samuel Burgfeld auf 2:0 (54.), danach schwanden die Kräfte der Gäste sichtlich. Als Burgfeld aus spitzem Winkel zum 3:0 traf (67.), war Künzing Gegenwehr gebrochen. Lukas Pritzl traf per Elfmeter zum Endstand (77.). "Man hat den Spielern angemerkt, dass sie nach dieser langen Saison am Limit waren", sagt Vorstand Bauer und regt eine Reform des Relegationsprozederes an: "Der Verband sollte sich Gedanken machen, ob gerade der Modus mit mehreren Runden und Hin- und Rückspiel wirklich der beste ist."

Viele ausgepumpte Spieler haben sich nach der Partie in Lam prompt in den Urlaub verabschiedet. Die schlechte Nachricht: Viel Zeit für Erholung bleibt ihnen nicht. In zwei bis drei Wochen wird auf dem Sportplatz an der B8 wieder für die neue Bezirksliga-Saison geschuftet. Die gute Nachricht: Alle Spieler werden – Stand jetzt – nach der freien Zeit nach Künzing zurückkehren. Der FC setzt auf Kontinuität, verstärkt sich in der Offensive lediglich mit Rückkehrer Christian Seidl (Schalding).