13.10.2021

"Wäre aussichtslos gewesen": TSV Kastl zieht Einspruch gegen Fotobeweis zurück


von Michael Scherer


Kein Fotobeweis im Fußball-Amateursport: Der TSV Kastl hat seinen Einspruch gegen eine Spielwertung zurückgezogen. Bei der Partie in Holzkirchen soll ein Foto Ausgangspunkt für einen Elfmeter und eine rote Karte gewesen sein. −Foto: imago images

Kein Fotobeweis im Fußball-Amateursport: Der TSV Kastl hat seinen Einspruch gegen eine Spielwertung zurückgezogen. Bei der Partie in Holzkirchen soll ein Foto Ausgangspunkt für einen Elfmeter und eine rote Karte gewesen sein. −Foto: imago images

Kein Fotobeweis im Fußball-Amateursport: Der TSV Kastl hat seinen Einspruch gegen eine Spielwertung zurückgezogen. Bei der Partie in Holzkirchen soll ein Foto Ausgangspunkt für einen Elfmeter und eine rote Karte gewesen sein. −Foto: imago images


Es war der Aufreger des 8. Spieltags in der Landesliga Südost: Ein privates Kamera-Bild soll nach Aussage von einigen Beteiligten bei der Partie Holzkirchen gegen Kastl (2:0/27. August) zu einem Elfmeter und einer roten Karte geführt haben. Die Gäste aus dem Landkreis Altötting legten Protest beim Sportgericht ein, es hätte ein Präzedenzfall für den Fußball-Amateursport werden können. Doch nun die plötzliche Volte, der TSV hat seinen Einspruch zurückgezogen.

Der Grund: "Es wäre aussichtslos gewesen, da sowohl Schiedsrichter, dessen beide Assistenten und der Schiedsrichter-Beobachter fast deckungsgleiche Aussagen gemacht haben", sagte TSV-Abteilungsleiter Jochen Brehm – und darin bestätigte das Gespann natürlich nicht, dass ein privates Foto die strittige Entscheidung beeinflusst habe.

Hier lesen Sie: Privater Foto-Beweis in der Landesliga: Ein Kamera-Bild (!) führt zu einer roten Karte und einem Elfmeter

Der TSV Kastl legte jedenfalls fristgerecht Protest ein, das Sportgericht Bayern unter Vorsitz von Heiko Loder (Nördlingen) forderte zunächst die Stellungnahmen der Beteiligten ein. Kastl legte seine Sicht der Dinge dar, der TuS Holzkirchen brachte ein Video ins Verfahren ein, aus dem hervorgehen sollte, dass sich der Schiedsrichter kein Kamerabild angesehen hätte. "Uns wurde das Video zur Verfügung gestellt, wir haben da nichts gesehen", sagt Kastl Abteilungsleiter.

Entscheidend für den Rückzug waren aber die schriftlichen Aussagen des Schiedsrichter-Gespanns und des Schiedsrichter-Beobachters: "Die waren nahezu komplett deckungsgleich", sagt Brehm. "Von diesen turbulenten Minuten haben alle eine zeitgleiche Erinnerung", so Brehm. Der Funktionär will damit nicht behaupten, dass einer beim anderen Notizen und Textbausteine dupliziert habe – er wundert sich nur, dass vier Personen eine vollkommen unübersichtliche Situation derart gleich beschreiben könnten.

Auch wenn Kastl den Protest zurückzieht, ihre Sichtweise bleibt: "Wir stehen immer noch zu unserer Meinung, dass das Foto zu Elfmeter und roter Karte geführt hat", sagt Abteilungsleiter Brehm.

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