27.09.2021

Angsthasenfußball und Abstiegskandidat: Weinzierl und Augsburg – harmlos, ideenlos, torlos



Nicht zufrieden mit dem Auftritt in Freiburg: Markus Weinzierl. −Foto: dpa

Nicht zufrieden mit dem Auftritt in Freiburg: Markus Weinzierl. −Foto: dpa

Nicht zufrieden mit dem Auftritt in Freiburg: Markus Weinzierl. −Foto: dpa


Markus Weinzierl war stinkig. Torwart Rafal Gikiewicz schimpfte mal wieder nach "einem Scheißspiel". Und Florian Niederlechner formulierte nach dem ernüchternden 0:3 (0:3) des FC Augsburg an seiner alten Wirkungsstätte in Freiburg einen düsteren Ausblick auf die folgende Mammutaufgabe bei Borussia Dortmund.

"Wenn wir da so auftreten, kriegen wir noch zwei Tore mehr als heute", sagte der Angreifer, der in dieser Saison die einzigen zwei Treffer für den FCA erzielt hat. Die Augsburger stellen in der Fußball-Bundesliga nach sechs Spieltagen sogar die schwächste Offensivabteilung.

Nur das 1000. Tor fehlte den Freiburgern am Sonntagabend bei ihrer großen Abschiedsparty im Dreisamstadion, bei der die Augsburger als nette Gäste aufgetreten waren: harmlos, ideenlos, torlos.

Weinzierl reagierte in der Pressekonferenz schmallippig: "Es ist wieder ein gutes Beispiel dafür, dass wir 110 Prozent brauchen. Mit 90 Prozent gewinnst du kein Bundesligaspiel", sagte der FCA-Coach aus Straubing. Der 46-Jährige sah den Gegner als "gutes Lehrbeispiel", wie man als Mannschaft in der Bundesliga auftreten und funktionieren müsse: "Es geht darum, dass jeder einzelne Spieler an sein Limit kommen muss."

Davon waren beim FCA praktisch alle eingesetzten Akteure weit entfernt. Bei der Abschiedssause der Badener vor 14 400 entzückten Fans und den Toren von Lukas Kübler, Lucas Höler und Vincenzo Grifo in den ersten 34 Minuten standen die Augsburger überwiegend artig Spalier für den vor Tatendrang sprühenden Sportclub. "Wir haben eine katastrophale erste Halbzeit gespielt. Mit Angsthasenfußball hast du keine Chance", sagte der Ex-Freiburger Niederlechner.

Die Dreierkette, die in den Partien zuvor gegen Union Berlin (0:0) und beim einzigen Saisonsieg gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) noch Stabilität gab, funktionierte diesmal überhaupt nicht. Der FCA bekam, namentlich in Person von Raphael Framberger und Robert Gumny, überhaupt keinen Zugriff auf die starke linke Seite der Freiburger.

Dabei hatte Weinzierl die Arbeit in der Spielvorbereitung genau darauf ausgerichtet, wie er zu seiner Verteidigung vortrug: "Es war unser Thema, dass sie über links stark sind mit Grifo und Günther." In der Umsetzung aber hätten elementare Dinge gefehlt: "Da brauchst du Kompaktheit, Aggressivität und entsprechende Aktivität." Nach der Pause stellte Weinzierl auf Viererkette um. Danach fiel die dritte Saisonniederlage zumindest nicht noch heftiger aus.

Der FCA kommt im elften Bundesligajahr nicht auf Touren. Vorne stand schon zum vierten Mal die Null – und hinten schlug der Ball schon elfmal ein. "Wir müssen wieder ekliger spielen. Heute waren wir jedes Mal einen Schritt zu spät", mahnte Kapitän Jeffrey Gouweleeuw.

Der FCA präsentiert sich in der frühen Phase der Saison mal wieder als Abstiegskandidat. Und es geht gleich auswärts weiter. "Freiburg und Dortmund ist ein Brett. Den ersten Teil haben wir in den Sand gesetzt", sagte Weinzierl. In der anstehenden Trainingswoche will er Dampf machen: "Wir werden uns definitiv von einer anderen Seite zeigen", versprach er mit Blick auf den schweren Gang zum BVB. − dpa




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