18.09.2021

Verteidiger im Sturm-Hoch: Maxi Süß – zum Training reist er sogar aus München an


von Andreas Lakota


Da hebt er ab: Maximilian Süß agiert im Hauzenberger Sturm-Zentrum ziemlich erfolgreich – nicht zuletzt wegen seiner großen Kopfballstärke. Fünf Saisontreffer hat der 28-Jährige bereits erzielt. −Foto: Kaiser

Da hebt er ab: Maximilian Süß agiert im Hauzenberger Sturm-Zentrum ziemlich erfolgreich – nicht zuletzt wegen seiner großen Kopfballstärke. Fünf Saisontreffer hat der 28-Jährige bereits erzielt. −Foto: Kaiser

Da hebt er ab: Maximilian Süß agiert im Hauzenberger Sturm-Zentrum ziemlich erfolgreich – nicht zuletzt wegen seiner großen Kopfballstärke. Fünf Saisontreffer hat der 28-Jährige bereits erzielt. −Foto: Kaiser


Der Aufwand ist groß. Ziemlich groß sogar. Rund drei Stunden braucht Maximilian Süß, 28, um am Dienstag beim Training des FC Sturm Hauzenberg dabei sein zu können. Einfach. Am Nachmittag steigt er am Hauptbahnhof in München in den Zug, rund zweieinviertel Stunden später holt ihn ein Mitspieler in Passau ab, dann geht’s weiter zum Sportplatz unterm Staffelberg. Und nach der Einheit bringt ihn die Bahn um 21.26 Uhr von Passau aus zurück in die Landeshauptstadt, wo Maximilian Süß seit diesem Schuljahr als Lehrer in einer Realschule arbeitet.

Der Job in München, das Herz aber hängt an der Heimat – daher habe er auch keinen Gedanken daran verschwendet, nicht weiter für Hauzenberg in der Landesliga Fußball spielen zu wollen, sagt Süß am Telefon und klingt dabei richtig euphorisch. Er berichtet von einer hervorragenden Stimmung im Team, erzählt, dass sich die Spieler bestens verstehen und lobt die Trainer Alex Geiger und Dominik Schwarz, die die Mannschaft stets bestens auf die jeweiligen Gegner vorbereiten würden. Kurz: "Mir macht es wahnsinnig viel Spaß, für diesen Verein zu spielen. Es passt zur Zeit alles perfekt. Daher nehme ich den Aufwand gerne in Kauf", sagt Süß.

Immer dienstags will er künftig die über 200 Kilometer zum Training pendeln, freitags kommt er ohnehin in die Heimat, kann also auch ein zweites Mal trainieren und samstags oder sonntags spielen. Und das tut Maximilian Süß derzeit ziemlich erfolgreich. Bereits fünf Tore stehen schon auf seinem Konto, zwei davon erzielt er beim jüngsten 3:1-Sieg gegen Seebach, dazu kommen drei Assists. Dabei ist Süß beim FC Sturm nach seinem Wechsel zunächst als Innenverteidiger eingeplant.

14 Kilo abgenommen – und noch viel ehrgeiziger

Diese Position hat der Neureichenauer jahrelang gespielt. Wegen personeller Probleme im Offensivbereich sei er bei seinem Ex-Klub SV Hintereben dann aber ins Sturmzentrum beordert worden, berichtet Süß. Mit großem Erfolg. 21 Treffer markiert er in der vergangenen Saison in der Kreisklasse – in 19 Partien. Nach seinem Wechsel zum Landesligisten Hauzenberg heißt es dann zunächst wieder Tore verhindern – ehe ihn ein taktisches Experiment erneut nach vorne spült. Weil der FC Sturm wegen Verletzungen in der Offensive dünn besetzt ist und eine Partie auf einem kleinen, engen Platz ansteht, schickt ihn das Trainerteam in den Angriff. Der Plan geht auf, seither gibt Süß den Brecher im Sturm-Zentrum.

"Ich bin jetzt nicht der Spieler, der ein, zwei Mann ausspielt und dann ein Tor schießt", sagt Süß. Aber: Der 28-Jährige ist körperlich extrem präsent, dazu enorm kopfballstark. "Wir haben sehr gute Außenbahnspieler, die mich mit Bällen versorgen. Das war schon in Hintereben das Erfolgsgeheimnis", erzählt Süß und fügt an: "Ich profitiere sehr von meinen Mitspielern."

Und die Mitspieler profitieren von ihm – denn der 28-Jährige ist "fit wie nie", wie er selbst sagt. 14 Kilo hat er während der Corona-Pause abgenommen, der Gewichtsverlust habe nicht nur seinen Körper verändert. "Seither bin ich noch viel ehrgeiziger geworden, noch fokussierter auf den Sport. Ich will das Maximum erreichen", sagt Süß. Neben dem Fußballtraining spielt er Tennis, fährt Mountainbike, läuft. Dazu geht’s mehrmals pro Woche ins Fitnessstudio. Sehnig und drahtig präsentiert sich Süß seither, auf dem Platz spritzig und dynamisch. Als Sturm-Stürmer arbeitet er viel gegen den Ball, läuft ständig an, "da kommt mir meine Fitness echt zugute". Ob er vorne oder hinten aufgestellt wird, sei ihm "völlig egal", befindet Süß. "Hauptsache ich kann der Mannschaft helfen."

Nach sieben Punkten aus den letzten drei Partien sind die Hauzenberger in der Tabelle bis auf Rang 3 geklettert. Was alles möglich ist in dieser Saison? "Mal schauen" sagt Süß. "Wir haben eine starke Truppe. Trotz einiger Verletzungssorgen stehen wir sehr gut da, das zeigt unsere Qualität. Wir wollen solange wie möglich vorne mitspielen." Damit das gelingt, ist dem kickenden Lehrer kein Weg zu weit. Nicht einmal der von München zum Training in den Bayerwald ...




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