17.09.2021

Brisantes Derby-Wochenende: 2G-Kracher in Grainet, wütende Waldkirchener, Künzing empfängt Angstgegner



Nicht lange am Boden bleiben will der SV Hebertsfelden nach dem 0:7 gegen Hutthurm. Am Samstag gehts im Derby gegen Simbach. −Foto: Sigl

Nicht lange am Boden bleiben will der SV Hebertsfelden nach dem 0:7 gegen Hutthurm. Am Samstag gehts im Derby gegen Simbach. −Foto: Sigl

Nicht lange am Boden bleiben will der SV Hebertsfelden nach dem 0:7 gegen Hutthurm. Am Samstag gehts im Derby gegen Simbach. −Foto: Sigl


Ein Wochenende voller Nachbarschaftsduelle steht in der Bezirksliga Ost an. Der SV Hebertsfelden brennt im Rottal-Derby mit Simbach/Inn auf Wiedergutmachung für die derbe 0:7-Klatsche in Hutthurm. Grainet will im Kracher gegen Grafenau, gewissermaßen das 2G-Derby, seine Tabellenführung verteidigen. Und im FRG-Stadtduell mit Freyung hat Absteiger Waldkirchen die Rückkehr auf den Platz an der Sonne im Visier.

Hebertsfelden – Simbach/Inn (Samstag, 14 Uhr): Bis Dienstag hat Trainer Simon Zehrer die 0:7-Schlappe beim SV Hutthurm beschäftigt, "das war ja eine Katastrophe". Doch auch nach einer Katastrophe geht das Leben weiter und daher erinnert Zehrer an ein weiteres Fußballspiel, das grob zu Ungunsten des SV Hebertsfelden ausging: Mit 1:9 kamen die Rottaler einst in der XL-Corona-Saison im Liga-Pokal gegen den FC Bonbruck-Bodenkirchen ganz böse unter die Räder – aber danach lief’s in der Liga und der Aufstieg gelang. "Wir müssen uns jetzt auf die Dinge konzentrieren, die am Anfang der Saison funktioniert haben", sagt Zehrer. Und: "Ich erwarte im Derby eine Trotzreaktion von der Mannschaft" – Tobias Bachmeier und Tobias Kink müssen passen.

Grainet – Grafenau (Samstag, 14 Uhr): Damit der SV Grainet seine neugewonnene Tabellenführung verteidigen kann, muss er eine Serie brechen: Gegen Grafenau gab es seit 2009 keinen Sieg mehr. Auch an das letzte Derby (0:4 im August’19) erinnern sich die Graineter ungern: "Da wurden wir ziemlich zerpflückt", hat Trainer Jürgen Eder noch im Hinterkopf. Aber die Voraussetzungen haben sich geändert: Grainet steht jetzt, wo Grafenau damals stand und gewann in der laufenden Saison so viele Spiele wie kein anderer Verein (sechs von acht). "Grafenau ist nach dem 0:3 gegen Freyung sicher auf Wiedergutmachung aus. Wenn wir spielerisch ein wenig zulegen, sind wir aber nicht chancenlos", weiß Eder. Sein Gegenüber, Thomas Beyer, hofft, dass die Leistung gegen Freyung nur ein Ausrutscher war. "Wir hätten erst 2:0 führen müssen und haben dann von der Nummer 1 bis zur Nummer 16 schlecht verteidigt", berichtet Beyer, der diese Woche viel Torschusstraining machen ließ. Sein Team reist fast in Bestbesetzung an, einzig Simon Müller (Urlaub) fehlt.

Freyung – Waldkirchen (Samstag, 16 Uhr; in Kreuzberg): Erstmals seit 2012 treffen die beiden FRG-Stadtklubs wieder in einem Meisterschaftsspiel aufeinander. Acht Punkte und acht Ränge trennen sie nach acht Spielen. Die Gäste sind folglich Favorit. "Waldkirchen wird sich nicht noch einmal so eine Leistung leisten wie gegen Mauth", meint TV-Coach Klaus Gibis. Man müsse kompakt verteidigen und versuchen, Nadelstiche zu setzen – so wie es in Grafenau gelungen ist (3:0). Dann sei auch gegen Waldkirchen eine Überraschung möglich. Für den Rest des Jahres muss Freyung auf Stephan Philipp verzichten. Der 34-Jährige hat sich letzte Woche im Training das Wadenbein gebrochen. Einen Dauerpatienten hat auch der Gegner zu beklagen: Manuel Karlsdorfer fällt erneut wegen muskulärer Probleme aus. Auch Tobias Krenn wird nicht auflaufen können. Dafür ist Felix Paßberger wieder dabei. Sein Trainer Anton Autengruber ist überzeugt, dass den TSV-Spielern das 0:0 gegen Mauth eine Lehre war: "Ich weiß, dass meine Mannschaft Charakter hat und eine Reaktion zeigen wird."

Mauth – Pfarrkirchen (Samstag, 16 Uhr): Aus dem Achtungserfolg in Waldkirchen schöpft der TSV Mauth neue Energie für den Klassenkampf. "Das wird uns hoffentlich den nötigen Kick für den ersten Sieg geben", sagt Trainer Andreas Baar. Bisher verlor der TSV beide Heimspiele gegen Teams aus dem Kreis Rottal-Inn (2:3 gegen Hebertsfelden und 0:3 gegen Simbach/Inn). Schon ein Unentschieden wäre für den TSV der nächste Schritt nach vorne. Zumal Stürmer Korbinian Tolksdorf diesmal verhindert ist. "Die Pause hat uns gut getan", sagt TuS-Trainer Christian Endler vor dem Match in Mauth. Zwar werden Stefan Sonntag, Stefan Loher, Johannes Dorfner und Christoph Linhart müssen zwar noch auf einen Einsatz warten, aber ansonsten reisen die Rottaler in Bestbesetzung unter den Lusen. Und sie wollen dort ihren Lauf mit 13 Punkten aus den vergangenen fünf Spielen fortsetzten. Endlers Ansage ist unmissverständlich: "Wir wollen dort gewinnen." Der Übungsleiter hat die Spielpause genutzt und sich die jüngste Partie des Gastgebers in Waldkirchen (0:0) via Livestream im Internet angesehen. Und daraus folgenden Schluss gezogen: "Das wäre ein richtig großer Fehler, wenn wir Mauth unterschätzen", sagt Endler, "und deshalb gehen wir mit Demut in diese Partie."

Oberpolling – Salzweg (Samstag, 16 Uhr): Beim SVO hat man wenig Zeit, dem vergebenen Sieg nach 3:0-Führung in Schöfweg (Endstand 3:3) nachzutrauern. "Immerhin war das unser erster Auswärtspunkt", gewinnt Spielertrainer Benni Neunteufel dem Match etwas Positives ab. Gegen die punktgleichen Salzweger als direkte Kontrahenten müsse man nun nachlegen. Der 38-jährige Coach wird ebenso fehlen wie Daniel Eder und Sebastian Gramüller. Die harsche Kritik an seiner Truppe aus der Vorwoche hat für Salzwegs Trainer Axel Dichtl nicht den gewünschten Effekt gehabt. Nach dem 2:4 gegen Schalding II dümpelt der FCS weiter in der Abstiegszone. "Wir haben derzeit viele Ausfälle, werden aber nicht jammern, sondern alles versuchen, um in Oberpolling etwas zu holen. Und das wird schwer genug", weiß Dichtl. Verzichten muss er auf TM Martin Knödlseder, Michael Bloch, Martin Allmannsberger, Severin Muthmann, Christian Resch, Mitchell Stark und Vincent Bauer. Fraglich ist noch das Mitwirken von Alexander Resch.

Künzing – Ruhmannsfelden (Samstag, 14 Uhr): Trainer Thomas Prebeck hat den Begriff "Angstgegner" schon vor vier Wochen bemüht, als die Römer in Grainet zu Gast waren: Die Bayerwaldler können nicht mit den Künzingern, wie sich zeigte (1:5). In diesem Fall aber sind die Lerchenfeldkicker Gift für den FCK: Dreimal in Folge hat die Spvgg gewonnen. Von den letzten sechs Bezirksliga-Duellen ging nur eins an die Heimelf, der Rest an die Gäste. Besser als diesmal aber war die Ausgangslage, die Serie zu beenden, selten: Künzing ist seit sieben Partien ungeschlagen und stürmte vor auf Rang 2. Zurück in die Erfolgsspur wollen die Ruhmannsfeldener Kicker, die zuletzt das Heimspiel gegen Grainet mit 1:2 in den Sand setzten. "Die Niederlage haben wir uns selber zuzuschreiben, Grainet hat verdient gewonnen", sagt der Sportliche Leiter Alois Wittenzellner, der sich am Freitag zum zweiten Mal über Familiennachwuchs freuen konnte. Wittenzellners Frau Kristina brachte Sohn Florian zur Welt. Gegen Künzing hofft man auf das Gesetz der Serie. "Künzing ist ein starker Gegner, der uns aber zu liegen scheint", sagt Wittenzellner. Das Trainergespann um Martin Kress und Erich Hagengruber muss neben den Langzeitverletzten auch auf Tim Weinberger (Urlaub), Dominik Weinberger (verletzt) und womöglich auch auf den angeschlagenen Kapitän Stefan Wittenzellner (Leistenprobleme) verzichten.

Schalding II – Hutthurm (Sonntag, 14 Uhr): "Das war ein ganz wichtiger Sieg", atmete SVS-Trainer Christopher Pauli nach dem 4:2-Coup in Salzweg etwas durch. Jetzt sieht er mit dem SV Hutthurm nach dessen 7:0-Kantersieg über Hebertsfelden "eine Mannschaft mit ganz breiter Brust" auf seine Schützlinge zukommen. Dennoch gibt man sich am Reuthinger Weg zuversichtlich. "Unser Anspruch ist, vor allem die Heimspiele erfolgreich zu gestalten. Hier haben wir aufgrund der Niederlage gegen Schöfweg etwas gutzumachen. Dazu müssen wir uns defensiv weiter stabilisieren und gemeinsam gut gegen den Ball arbeiten", führt Pauli aus. In die alte Heimat geht es für Hutthurms Spielertrainer Albert Krenn (36), der in seinen acht Jahren bei den "Grün-Weißen" von 2010 bis 2018 einen großen Beitrag zum Durchmarsch von der Landesliga in die Regionalliga geleistet hat. Natürlich habe sein Team mit dem Schützenfest gegen Hebertsfelden Selbstvertrauen getankt. Krenn schätzt aber die jungen Schaldinger als eine der spielstärksten Mannschaften der Bezirksliga ein und macht sich auf ein hartes Stück Arbeit gefasst. Nicht mit dabei sind Stefan Pecher und Christoph Goldschmidt (noch im Aufbau). − fed/He/mid/mis/sliSpielfrei: SV Schöfweg.




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