02.08.2021

14 Mann, 98 Minuten und Beck mit Mega-Nerven: Seebachs überraschender Traumstart


von Alexander Augustin


Aus sportlicher Sicht gibt’s derzeit nur Gründe zum Lachen in Seebach: Christoph Beck (links, mit Teammanager Max Wandinger) schoss den TSV zum Last-Minute-Sieg gegen Ettmannsdorf. Personell ist die Lage allerdings dramatisch. −Foto: Archiv Helmut Müller

Aus sportlicher Sicht gibt’s derzeit nur Gründe zum Lachen in Seebach: Christoph Beck (links, mit Teammanager Max Wandinger) schoss den TSV zum Last-Minute-Sieg gegen Ettmannsdorf. Personell ist die Lage allerdings dramatisch. −Foto: Archiv Helmut Müller

Aus sportlicher Sicht gibt’s derzeit nur Gründe zum Lachen in Seebach: Christoph Beck (links, mit Teammanager Max Wandinger) schoss den TSV zum Last-Minute-Sieg gegen Ettmannsdorf. Personell ist die Lage allerdings dramatisch. −Foto: Archiv Helmut Müller


Im Fußball heißt es ja immer, Erfolge seien das Verdienst der ganzen Mannschaft. Im Falle des TSV Seebach ist das keine Floskel. Bis auf Fabian Scholz, die Nummer zwei zwischen den Pfosten, sind am Samstag alle Spieler des Kaders tatsächlich zum Einsatz gekommen.

Das war nicht etwa dem Solidaritätsgedanken von Trainer Andreas Lengsfeld geschuldet, sondern schlicht: der Personalnot. Mit 14 Feldspielern reiste der arg dezimierte Mitte-Landesligist zum Favoriten nach Ettmannsdorf – und kam nach dem 1:0 (0:0) mit nicht eingeplanten drei Punkten wieder zurück nach Seebach.

"Am Ende war das natürlich etwas schmeichelhaft", gibt Trainer Lengsfeld zu. "Aber ein Punkt wäre auf jeden Fall verdient gewesen, weil wir eine sehr gute Mannschaftsleistung gezeigt haben." Dass es am Ende sogar drei Zähler wurden, ist einer späten Energieleistung von Kapitän Christoph Beck zu verdanken. Schon tief in der Nachspielzeit kommt er nach einem Einwurf an den Ball, zieht von außen in den Ettmannsdorfer Sechzehner – und wird relativ ungestüm zu Fall gebracht. Bis der Strafstoß ausgeführt wird, vergehen mehrere Minuten. Klar ist: Trifft der gefoulte Kapitän Beck, der sich den Ball auf den Punkt gelegt hat, wird Seebach die drei Punkte mitnehmen. Mittlerweile sind 98 Minuten rum, Beck läuft an – und trifft.

Es ist ein Sieg, den sich Seebach hart erkämpft hat. Nach einer Großchance von Quirin Stiglbauer, der alleine vor dem Tor auftauchte und an Ex-Bundesliga-Keeper Wolfgang Hesl scheiterte (20. Minute), übernahm der Gastgeber die Spielgestaltung. "Ettmannsdorf war über weite Strecken die bestimmenden Mannschaft", gab auch Seebach-Coach Lengsfeld zu. Doch seine Mannschaft hielt die Null – und schlug ganz spät zu.

Freilich ist dieser Start mit vollen sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen top für die Seebacher. "Wir haben jetzt eine super Basis", sagt Lengsfeld. Euphorie will aber nicht so recht aufkommen. Das leidige Thema Personalsituation wird in den nächsten Wochen Lengsfelds Gedanken bestimmen. Und er wird vielleicht mit Wehmut auf seinen 14-Mann-Rumpfkader gegen Ettmannsdorf zurückblicken.

Am Samstag verletzte sich mit Thomas Köglmeier der nächste Stammspieler – Verdacht auf Muskelfaserriss. "Man merkt bei vielen einfach die körperliche Belastung nach der langen Pause", sagt Lengsfeld. Muskelverletzungen sind die Folge. Jammern wolle er aber nicht: "Es geht ja allen so."

Und der Trainer weiß, dass er zur Not auf andere zählen kann: Manuel Kesten etwa, der eigentlich etwas kürzer treten und Lengsfeld als Co-Trainer am Spielfeldrand unterstützen wollte, sprang gegen Ettmannsdorf ein und spielte in den letzten zehn Minuten. Kesten wird auch die nächsten Wochen kaum um Kurzeinsätze (oder sogar mehr) herumkommen. Zu den zahlreichen Verletzungen kommt jetzt auch noch die Ferienzeit. "Einige Spieler sind in den nächsten Wochen im Urlaub", stellt Lengsfeld fest. Angesichts einer englischen Woche mit dem Heim-Derby gegen Passau (morgen) und dem schweren Auswärtsspiel bei Fortuna Regensburg (Sonntag) könnte einem da schon bange werden. Nicht dem Seebacher Coach. "Es wird knackig", glaubt der Ex-Profi. Aber da ist ja noch die zweite Mannschaft (A-Klasse Deggendorf). Und der Blick auf die Tabelle nach zwei Spieltagen ist ein zusätzliches Beruhigungsmittel.




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