29.07.2021

Drei Vereine betroffen: Corona stiftet schon wieder Unruhe im Amateurfußball


von Michael Duschl,Alexander Augustin,Felix Drexler


−Symbolfoto: M. Duschl

−Symbolfoto: M. Duschl

−Symbolfoto: M. Duschl


In der noch jungen Saison im bayerischen Amateurfußball gibt es bereits die ersten positiven Coronafälle und voraussichtlich sogar Spielausfälle. In Lam muss fast die Hälfte der Mannschaft in Quarantäne, Kreisligist DJK Neßlbach wird die nächsten beiden Partien in Tiefenbach und gegen Hauzenberg II passen müssen. Auch beim Regener Kreisklassisten Arnbruck sind zwei Spieler positiv getestet worden.

Am Donnerstagnachmittag wurden dann auch die ersten Spiele abgesagt: Zunächst betrifft es die Partien des Landesligisten Lam gegen Weiden (Freitag) und in Tegernheim (Dienstag). Zuvor waren drei Lamer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch mehrere Spieler der DJK Neßlbach befinden sich in Selbstisolation. Außerdem beklagt nach PNP-Informationen der SV Arnbruck (Kreisklasse Regen) zwei positive Fälle. Solange allerdings keine Bescheinigungen über Positivfälle und Quarantäne-Anordnung beim jeweiligen Spielleiter vorliegen, werden Partien nicht abgesetzt, erklärt Wolfgang Heyne, Kreisspielleiter Niederbayern Ost.

Und genau da liegt das Problem beim Passauer Kreisligisten DJK Neßlbach (Lkr. Deggendorf). Schon am Freitagabend stünde das Auswärtsspiel beim FC Tiefenbach an. "Wir haben noch keine Rückmeldung vom Gesundheitsamt", sagt Abteilungsleiter Andreas Sitzberger gegenüber heimatsport.de. Am Dienstag war ein PCR-Test eines Spielers positiv ausgefallen. Dieser hatte sich wegen einer vermeintlichen Erkältung testen lassen. Seither herrscht im Verein vor allem Ratlosigkeit ob des weiteren Vorgehens. Alle Spieler des Kaders vom Spiel gegen Perlesreut am Wochenende (0:0) haben sich vorsorglich testen lassen und in Selbstisolation gegeben. Die meisten haben vom jeweils zuständigen Gesundheitsamt aber noch nichts gehört – auch 48 Stunden nach dem positiven Test des Mitspielers. "Wir hängen in der Luft", sagt Sitzberger.

Längere Verletzungspause als Wurzel des Problems

Wurzel des Problems ist eine längere Verletzungsunterbrechung samt Hubschraubereinsatz bei der Partie gegen Perlesreut. Während der gut 20 Minuten, in denen das Spiel unterbrochen war, begaben sich die Spieler in die Kabine und blieben dort durchgehend. "Wir haben dem Gesundheitsamt jetzt alle Spieler gemeldet, die in diesem Zeitraum mit dem Infizierten im Raum waren", erzählt Sitzberger. Er geht davon aus, dass alle – 13 bis 14 Akteure, schätzt der Abteilungsleiter – in Quarantäne müssen. Nur ein ganz kleiner Teil des Neßlbacher Kaders ist bereits doppelt geimpft.
Diese Spiele sind schon abgesagt: Lam – Weiden, Neutraubling – Bad Abbach, Tegernheim – Lam (alle Landesliga Mitte), Tiefenbach – Neßlbach, Neßlbach – Hauzenberg II (beide Kreisliga Passau)
Besonders problematisch ist für die DJK, dass Spieler aus drei Landkreisen bzw. kreisfreien Städten (Deggendorf, Passau und München) in Neßlbach spielen – dementsprechend sind auch drei unterschiedliche Gesundheitsämter zuständig. Sitzberger hofft, spätestens im Laufe des Freitags die entsprechenden Bescheinigungen von den Gesundheitsämtern zu bekommen – um dann das Spiel gegen Tiefenbach abzusagen.

Verein muss 13 spielfähige Kicker aufbieten können

Um trotz positiver Fälle spielfähig zu sein, muss eine Mannschaft mindestens 13 Spieler aufbieten können. So steht es im Coronaparagrafen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) geschrieben. Spielausfälle sind also tatsächlich das letzte Mittel, dennoch rechnen Spielleiter schon jetzt mit einer "Terminhatz" spätestens im Herbst.

Besonders treffen könnte diese Regelung Mitte-Landesligist Spvgg Lam. Am Donnerstag bestätigten der Sportliche Leiter Wolfgang Koller und Fußball-Abteilungsleiter Stephan Stahl auf PNP-Nachfrage drei positive Fälle. "Wir hoffen, dass es dabei bleibt, alle Beteiligten haben sich testen lassen, viele PCR-Ergebnisse müssen aber noch abgewartet werden." Ganz egal, wie diese ausfallen – Koller vermutet, dass mehr als die Hälfte der Mannschaft in Quarantäne muss. Die Entscheidung darüber treffen mit den Gesundheitsämtern in Cham und Regen zwei Behörden. Klar ist: Die nächsten Partien der Spvgg Lam gegen Weiden (Freitag, 19 Uhr), in Tegernheim (Dienstag, 18.30 Uhr) und gegen Osterhofen (Samstag, 7. August) stehen auf der Kippe.

Unsicherheit herrscht derzeit auch beim Regener Kreisklassisten SV Arnbruck. "Momentan kann man noch nicht viel sagen", teilt Sportlicher Leiter Jonas Muhr auf PNP-Anfrage mit. Zwei Spieler wurden in einem Schnelltest positiv gestestet. "Nachdem die Spieler am Donnerstag über Symptome klagten, haben sie einen Test durchgeführt. Nun muss das PCR-Ergebnis abgewartet werden", sagt Muhr. Da die betroffenen Spieler in der letzten Trainingseinheit am Dienstagabend nicht anwesend waren, hofft man in Arnbruck nun, dass es bei diesen beiden Fällen bleibt. "Wir sind guter Dinge, aber Klarheit gibt es erst am morgigen Freitag." Vorsorglich habe sich das gesamte Team testen lassen.

Möglicherweise hängen die Coronafälle in Lam und Arnbruck sogar zusammen. Nach PNP-Informationen war ein betroffener Lamer Spieler mit der Arnbrucker Mannschaft in Kontakt.

BFV hält an Statuten fest

Noch hatte nicht die gesamte Bevölkerung die Möglichkeit, sich (zweifach) impfen zu lassen. Bis zu Spätsommer wird sich dies aller Voraussicht nach geändert haben. Dennoch will der BFV auch dann an seinen Statuten festhalten, wie Pressesprecher Fabian Frühwirth auf Nachfrage mitteilte. "Wir werden weiterhin Spiele absetzen und nachholen, wenn eine Mannschaft quarantänebedingt nicht antreten kann." Der BFV orientiere sich an den staatlichen Vorgaben: "In Deutschland gibt es keine Impfpflicht und das gilt dann selbstverständlich auch für den Fußball." Es gebe "keinerlei Gedankenspiele", Partien dann gegen eine Mannschaft, die wegen Quarantänen dezimiert ist, zu werten.




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