27.01.2021

West-Kreisjugendleiter Klenner: Kein Jugendfußball vor Ostern?


von Michael Hausladen


Wann in Bayern wieder Fußball gespielt werden darf, ist nicht absehbar. −Foto: Lakota

Wann in Bayern wieder Fußball gespielt werden darf, ist nicht absehbar. −Foto: Lakota

Wann in Bayern wieder Fußball gespielt werden darf, ist nicht absehbar. −Foto: Lakota


Seitdem die Bayerische Staatsregierung Anfang November den zweiten Lockdown verhängt hat, ruht der Fußball im Bezirk Niederbayern, sowohl im Freien als auch in der Halle. Und dies wird noch eine Weile so bleiben, glaubt West-Kreisjugendleiter Thomas Klenner. "Ich erwarte, dass alle Mannschaften nach Ostern wieder trainieren dürfen. Mit dem wettbewerbsmäßigen Fußball rechne ich bestenfalls im Mai. Aber auch das reicht, um die Spielzeit eins vernünftig und gut geplant zum Abschluss bringen zu können."

Auch in Corona-Zeiten ist der Fußball-Bezirk am Ball geblieben und hat die A-Jugend-Reform auf den Weg gebracht. "Eine überwältigende Mehrheit der niederbayerischen Vereine hat sich dafür ausgesprochen", informiert der Funktionär. So wird ab der Spielzeit 2021/22 die U19 an den Herrenbereich abgegeben und hat somit kein Spielrecht mehr in der Jugend. "Die U16, U17 und die U18 wird zur neuen A-Jugend", klärt Thomas Klenner auf.

Kreisjugendleiter Thomas Klenner. −F.: lnp

Kreisjugendleiter Thomas Klenner. −F.: lnp

Kreisjugendleiter Thomas Klenner. −F.: lnp


Er ergänzt, dass "der B-Jugend-Spielbetrieb U16, U17 trotzdem erhalten bleibt, weil wir ja einen Aufsteiger in die Bezirksoberliga ermitteln wollen. Diese Reform gilt nur für die Kreisebene und nicht für den Bezirk. Wir setzen auch in Zukunft auf leistungsstarke Teams auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene, denn neben der Förderung des Breitensportes nimmt der Leistungsfußball bei uns ebenfalls eine wichtige Rolle ein". Mit dieser Reform hofft der Bayerische Fußball-Verband, dass weniger Clubs ihre A-Jugend abmelden müssen, die Nachwuchsspieler ihrem Verein die Treue halten, sich weiter mit ihm identifizieren und schließlich dem Herrenbereich erhalten bleiben. "Bei einer Spielgemeinschaft fällt die Identifikation mit dem eigenen Verein schon viel schwerer", findet Thomas Klenner.

Apropos SG: Hier hat der BFV ebenfalls die Richtlinien geändert: Grundsätzlich sind in einer Altersklasse künftig maximal zwei Teams als Spielgemeinschaft zum Spielbetrieb zugelassen. "Das wird so manche SG veranlassen, wieder eigenständig zu werden", glaubt der Kreisjugendleiter. Oft waren SG mangels Spieler ein Muss, oft bot ein Zusammenschluss allerdings auch die Möglichkeit, auf einer höherklassigen Ebene zu spielen – und diese Option wurde auch gezogen. Trauriges Kuriosum: "Eine Spielgemeinschaft im F- und E-Jugend-Bereich, weil die Spielleiter aus den drei oder vier Vereinen eine Spielgruppe hätten einteilen können", erzählt Thomas Klenner.

Im Hinblick auf die in den zurückliegenden Jahren ständig sinkenden Zahlen im Nachwuchsbereich wünscht sich Thomas Klenner, dass die lange Zwangspause eine Änderung des Bewusstseins auslöst und die Motivation wieder wächst, ein Ehrenamt auszuführen. "Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen lechzen doch nach sozialen Kontakten. Es wird eine Nach-Corona-Zeit geben, in der wir eine Wiederbelebung der Mannschaftssportarten erleben werden", rechnet der Kreisjugendleiter, zuletzt sei der Trend immer mehr zu den Einzelsportarten gegangen, wobei "das keine fußballspezifische, sondern eine gesellschaftliche Auffälligkeit gewesen ist", so Thomas Klenner.

Der BFV, vor allem das Team um Verbandsjugendleiter Florian Weißmann engagiert sich enorm, um speziell im G- bis E-Junioren-Bereich alternative Spielformen einzuführen, die alle Kinder fördert und fordert, nicht nur die Besten. "Dazu muss aber auch ein Umdenken bei etlichen Jugendtrainern stattfinden, die bereits in diesen Altersstufen ihren Erfolg vom Tabellenplatz abhängig machen. Das Ergebnis ist, dass weniger gute Spieler am Spielfeldrand sitzen und Gänseblümchen pflücken", kritisiert Thomas Klenner.

Vor der Corona-Pandemie habe der Kreis West sehr erfolgreich mit FUNino-Festivals begonnen – und werde daran anknüpfen. "Dabei steht, wie es der Name ausdrückt, der Fun im Vordergrund", so der Kreisjugendleiter. Alle Spieler sollen Freude am Fußball haben. Es wird auf vier Mini-Tore gespielt, auf besonders gekennzeichneten Kleinfeldern – und das Wichtigste: Der Coach nimmt sich während des Spiels zurück, weil er kaum noch eingreifen muss.




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