21.01.2021

Mental-Guru Heid als Co-Trainer beim DSC: Ein Signal an Cheftrainer Thom


von Sebastian Lippert


Klare Kante: Chris Heid war ein kompromissloser Verteidiger und soll helfen, den Oberligisten DSC in die Spur zu bringen. −Foto: Archiv

Klare Kante: Chris Heid war ein kompromissloser Verteidiger und soll helfen, den Oberligisten DSC in die Spur zu bringen. −Foto: Archiv

Klare Kante: Chris Heid war ein kompromissloser Verteidiger und soll helfen, den Oberligisten DSC in die Spur zu bringen. −Foto: Archiv


Der Anspruch des Deggendorfer SC ist es, nach Ende der Hauptrunde zu den vier besten Eishockey-Oberligisten im deutschen Süden zu gehören. Weil man diesem Anspruch auch nach 19 Spielen als Tabellensiebter hinterherhinkt, hat der Verein am Dienstag nachgebessert und mit Chris Heid (37) einen Co-Trainer installiert.

Von ihm erhofft sich der DSC "neue Impulse", so steht es über der Pressemitteilung zur Personalie. Wo neue Einflüsse gesucht und gebraucht werden, reichen die bisherigen offenbar nicht aus. Ex-Profi Heid an die Seite von Henry Thom (50) zu beordern, kann also auch als kleines Warnsignal an den Cheftrainer verstanden werden. Im Gespräch mit der Passauer Neuen Presse hatte sich Thom kürzlich und nicht zum ersten Mal über fehlenden Kampfgeist in der Mannschaft beklagt und mehr Konstanz gefordert (nachzulesen hier auf PNP Plus).

Mit ein Grund für die Maßnahme ist die Sorge, nicht nur das Playoff-Heimrecht, sondern erstmals seit 2014 sogar die direkte Quali für die Playoffs zu verpassen. Diese Sorge wächst mit jedem schwachen Auftritt, und davon gab es schon zu viele: Von 19 Partien wurden nur acht gewonnen. Heid ist Mentaltrainer und soll die Mannschaft wieder auf ihr bestes Level bringen. "Wir hoffen, dass wir den Spielern dadurch eine weitere Möglichkeit geben können, zu ihrer vollen Leistungsfähigkeit zurückzufinden", kommentierte DSC-Boss Artur Frank die Verpflichtung Heids.

Heid ist egal, wer sich in den Puck schmeißt. Hauptsache, einer macht’s.

Der 37 Jahre alte Familienvater kennt sich aus mit Erfolgsdruck und Tälern: Während seiner Zeit als DEL-Profi (226 Spiele) erlitt er sechs Gehirnerschütterungen, das Karriereende kam früher als gewollt. Heute kämpft er als Teil des "StopConcussions"-Vereins darum, die Verletzung ernstzunehmen und unterstützt Spieler als an der Universität Salzburg ausgebildeter Akademischer Mentalcoach.

Heid war bis zuletzt Trainer des EC Pfaffenhofen. In kürzester Zeit hatte er den Klub zurück in die Bayernliga geführt und die Liga gehalten, was Heid im Mai 2020 den Titel "Trainer des Jahres" einbrachte. Das Eishockey unterhalb der Oberligen ruht aber aufgrund der Coronakrise, in Pfaffenhofen ist also gerade nichts zu tun. Den Teammanager des DSC, Stefan Liebergesell, kennt Heid noch aus seinen drei Jahren als Co-Trainer beim EV Regensburg. Über diesen Kanal entstand auch der Kontakt, nach dem ersten Telefonat sei es binnen "vier, fünf Tagen" sehr schnell gegangen, erzählte Heid am Mittwoch im Gespräch mit der PNP.

Die Mannschaft traf er erstmals am Dienstag bei einer freiwilligen Einheit, am Mittwoch sichtete er dann das Video vom 4:5 in Höchstadt. Der EC ist der nächste Gegner, schon am Freitag (20 Uhr) geht’s weiter. Dem Deutsch-Kanadier ist bewusst, dass die Zeit knapp ist. Es gehe für ihn jetzt darum, in den nächsten zwei Wochen seine Rolle zu finden und mit einem "Extra-Paar Augen" auf Spiele und Training zu blicken, um frischen Input geben zu können.

Als ehemals knallharter Verteidiger ist die Defensivarbeit ein zentraler Bestandteil in der Eishockey-Philosophie von Chris Heid. Es sei unheimlich wichtig, dass "die Spieler ihre Aufgaben in der Defensive verstehen", sagt Heid und zitiert den 33. Präsidenten der Vereinigten Staaten Harry Truman: "Es ist erstaunlich, was man erreichen kann, wenn man sich nicht darum schert, wer die Anerkennung dafür bekommt." Sprich: Ihm ist es egal, wer sich in den Puck wirft. Hauptsache, es macht einer.




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