16.01.2021

Die Bosse werden unruhig: Rummenigge und Kahn machen Druck auf Flick und das Team



In der magischen Sommernacht von Lissabon war Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (rechts) seelig nach dem Champions-League-Sieg, den Trainer Hansi Flick mit dem Team errang. Im Corona-Winter ist die Stimmung beim FC Bayern nach dem frühen Pokal-Aus erwartungsgemäß frostiger. −Foto: Imago Images

In der magischen Sommernacht von Lissabon war Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (rechts) seelig nach dem Champions-League-Sieg, den Trainer Hansi Flick mit dem Team errang. Im Corona-Winter ist die Stimmung beim FC Bayern nach dem frühen Pokal-Aus erwartungsgemäß frostiger. −Foto: Imago Images

In der magischen Sommernacht von Lissabon war Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (rechts) seelig nach dem Champions-League-Sieg, den Trainer Hansi Flick mit dem Team errang. Im Corona-Winter ist die Stimmung beim FC Bayern nach dem frühen Pokal-Aus erwartungsgemäß frostiger. −Foto: Imago Images


Die stolzen Triple-Bayern schwächeln, und die Bosse verlieren so langsam die Geduld. "Die Mannschaft wird jetzt mit dem Trainer zeigen müssen, dass das, was passiert ist, ein Betriebsunfall war", forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Münchner Merkur/tz - und sein designierter Nachfolger Oliver Kahn mahnte: "Jetzt müssen wir schleunigst im neuen Jahr ankommen."

Nach zwei Niederlagen in Folge mit der Pokal-Blamage in Kiel sieht die Münchner Chefetage auch die verbliebenen Saisonziele als gefährdet an. "Das ist ihr gutes Recht", sagte Trainer Hansi Flick über den Unmut seiner Vorgesetzten, "sie sind Verantwortliche bei Bayern München, das ist absolut legitim". Doch der Triple-Coach weiß: Gegen den SC Freiburg, die Bundesliga-Mannschaft der Stunde, muss am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) unbedingt die Wende her.

Und so wiederholte Flick am Freitag nahezu wortgleich Kahns Forderung. "Wir stehen bei Bayern München unter Vertrag. Wir müssen schleunigst damit anfangen, dass wir wieder in die Spur kommen", sagte er bestimmt.

Rummenigge glaubt zu wissen, wie das klappen könnte. "Wir müssen zu der Spielart und Gangart zurückfinden, die uns speziell im letzten Sommer so ausgezeichnet hat, als wir hoch gepresst haben, aber alle mitgemacht haben", sagte er. Und das sei auch dringend erforderlich, "wenn wir auch im Jahr 2021 Erfolge haben wollen".

In der Liga thronen die Münchner zwar (noch) an der Spitze, doch Flick gab zu: "Es ist so, dass es ein bisschen stottert." Als Ursache nannte er die fehlende mentale Frische nach dem "Ausnahmejahr" 2020. Umso wichtiger sei es nun, endlich wieder so gierig wie damals aufzutreten: "Ich muss erwarten, dass die Mannschaft auf Teufel komm raus die Situationen für sich gewinnen möchte."

Doch zahlreiche Stützen laufen ihrer Form hinterher - nicht nur in der Defensive wie Abwehrchef David Alaba. Aktuell genügen nur Manuel Neuer, Robert Lewandowski, Joshua Kimmich und Thomas Müller höchsten Ansprüchen. Und die fünf Oktober-Zukäufe helfen kaum.

Einzelkritik wollte Flick nicht üben, er stehe "voll" zur Mannschaft, betonte er. Also auch zu den Reservisten, denen die Experten die Qualität absprechen. "Der Kader ist in der Breite nicht so aufgestellt, wie man es von einem Verein erwartet, dessen Ziel das Triple war", sagte Lothar Matthäus bei Sky, dessen Kollege Dietmar Hamann meinte: "Mit 14, 15 Spielern kannst du das Programm nicht bewältigen."

Umso erleichterter dürfte Flick sein, dass gegen Freiburg die zuletzt angeschlagenen Kingsley Coman und Leon Goretzka wieder zur Verfügung stehen. Änderungen an seiner Spielidee, die mancher als ursächlich für Defensivprobleme sieht, lehnt Flick ab. Stattdessen forderte er wieder mehr Kommunikation auf dem Platz und die "Bereitschaft, alles zu geben".

Freiburg scheint nur auf den ersten Blick der perfekte Gegner, um die Winterdepression zu vertreiben. In 20 Gastspielen in München gelang dem SC zwar nie ein Sieg (drei Remis). Doch angesichts des jüngsten Laufs fahre er "mit Zutrauen zu uns hin, nicht mit Angst", betonte Freiburgs Trainer Christian Streich.

Ob die Breisgauer die Liga noch spannender machen? Die vermeintlichen Bayern-Jäger geben sich noch nicht sehr angriffslustig. "Das ist Klagen auf ganz, ganz hohem Niveau", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc über die Münchner Sorgen, und Gladbach-Coach Marco Rose meinte: "Es wird der Tag kommen, an dem die Bayern wieder bayern-like auftreten."

Darauf setzt auch Kahn. "Vor gut 20 Jahren schieden wir ebenfalls in der 2. Runde aus", schrieb der frühere "Titan" bei Twitter und ergänzte: "Ein halbes Jahr später haben wir die Champions League geholt." − sid




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