27.11.2020

Wacker hat plötzlich Torhunger: Nur Keeper Egon Weber "leidet" unter Burghausens neuem Hurra-Fußball


von Alexander Nöbauer


Egon Weber ist mit der Punkteausbeute des Wacker-Teams zufrieden, mit der Anzahl der Gegentreffer jedoch nicht. −Foto: Butzhammer

Egon Weber ist mit der Punkteausbeute des Wacker-Teams zufrieden, mit der Anzahl der Gegentreffer jedoch nicht. −Foto: Butzhammer

Egon Weber ist mit der Punkteausbeute des Wacker-Teams zufrieden, mit der Anzahl der Gegentreffer jedoch nicht. −Foto: Butzhammer


Der Fußball-Regionalligist SV Wacker Burghausen ist nicht unbedingt dafür bekannt, überaus vor Offensivkraft zu strotzen. Blickt man auf die Abschlusstabellen der letzten Spielzeiten, ist das Team von der Salzach regelmäßig in der unteren Hälfte beziehungsweise im letzten Drittel zu finden, was die erzielten Tore angeht. Das gehört mittlerweile aber der Vergangenheit an: Seit Leo Haas vor nunmehr fast einem Jahr das Ruder übernommen hat, ist der Knoten geplatzt. Nur einer kann sich nicht hundertprozentig drüber freuen: Keeper Egon Weber. Denn die Null stand bei Wacker 2020 in keinem einzigen Pflichtspiel.

"Wir bringen die Automatismen, die wir im Training einstudieren, einfach besser auf den Platz", meint der 29-jährige Keeper. "Wir üben im Training viele spielnahe Situationen. Rund ums Tor, also was wir im Straftraum machen müssen, und natürlich Abschlüsse." Zudem hätten die Spieler viel an der Fitness gearbeitet: "Bevor das Training losgegangen ist, hatten wir schon ein paar Wochen unsere individuellen Trainingspläne abgearbeitet. Wir sind also gleich mit dem Ball in die Vorbereitung gestartet."

Und der soll bei Wacker ansehnlich durch die Reihen gleiten: Haas möchte sehen, dass seine Mannen die Situationen spielerisch lösen und keine weiten Bälle schlagen – nicht unbedingt das typische Bild in der Regionalliga. "Aber das ist seine Philosophie, und mit der war er bisher ja sehr erfolgreich", sagt Weber.

Das zeigt auch ein Blick auf die Zahlen aus 2020: Vier Ligaspiele hat Wacker bestritten, dabei elf Tore erzielt und zehn Punkte geholt – eine stolze Bilanz. Im Ligapokal kommt Wacker auf neun Tore in drei Partien, daraus resultierten zwei Siege und eine Pleite, die einzige in einem Pflichtspiel in diesem Jahr. "Jeder ist einfach geil aufs Toreschießen, das merkt man auch im Training. Die Übungen laufen da oft in Wettkampfform und wer verliert, bekommt eine Strafaufgabe."

Nur: Zusammengenommen gab es in diesen sieben Spielen auch elf Gegentore, kein einziges Mal hielt Weber seinen Kasten komplett sauber. "Das ärgert mich natürlich. Das wäre mein Ziel gewesen, dass wir das mal hinbekommen." Viel wichtiger seien aber freilich die drei Punkte. "Wir wollen das in der neuen Runde angehen, dass wir hinten stabiler stehen."

Um da mitzuhelfen, soll jeder seine Chance bekommen. "Bei Leo Haas sind keine Spieler gesetzt, nur weil sie einen bekannteren Namen haben. Jeder muss sich beweisen, das spricht auch für den Mut des Trainers", sagt Weber. Jüngstes Beispiel: der Schweizer Linksverteidiger Jerome Läubli, ein 18-Jähriger, der wohl kaum jemandem hier geläufig war. "Er hat aber seine Sache sehr gut gemacht."

Wann er dies erneut beweisen kann, steht derweil noch aus. Bis Ende November geht der Trainingsplan noch, den die Spieler vom Trainerteam bekommen haben. Individuell, zu Hause, allein. "Da sind unter anderem zwei, drei Läufe die Woche drin. Mal ein bisschen lockerer, mal in der Steigerungs-Variante." Doch zwei Mal trifft man sich jede Woche auch im Internet über Zoom zu einer gemeinsamen Mannschaftseinheit in Sachen Ausdauer und Kraft. "Die dauert dann 45 Minuten." Dabei gehe es aber nicht nur ums Training, sondern auch darum, die Kollegen mal wieder zu sehen. "Wenn man nämlich so in der Luft hängt, ist das schon belastend." Gerade jetzt, wo Wacker ja regelmäßig Offensivspektakel abliefert.




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