25.11.2020

Donau-Derby unter ungeahnten Vorzeichen: DSC in Passau schon unter Druck


von Sebastian Lippert


Beim Testspiel Ende Oktober schossen die Deggendorfer um Chase Schaber (links) die Black Hawks mit Keeper Clemens Ritschel mit 8:2 ab. Heute ist der DSC in Passau zu Gast. −Foto: Roland Rappel

Beim Testspiel Ende Oktober schossen die Deggendorfer um Chase Schaber (links) die Black Hawks mit Keeper Clemens Ritschel mit 8:2 ab. Heute ist der DSC in Passau zu Gast. −Foto: Roland Rappel

Beim Testspiel Ende Oktober schossen die Deggendorfer um Chase Schaber (links) die Black Hawks mit Keeper Clemens Ritschel mit 8:2 ab. Heute ist der DSC in Passau zu Gast. −Foto: Roland Rappel


Im dritten Anlauf klappt es: Am heutigen Mittwochabend (20 Uhr/Liveticker auf heimatsport.de) kommt es zum niederbayerischen Eishockey-Derby zwischen den EHF Passau Black Hawks und dem Deggendorfer SC. Wer hätte schon gedacht, dass es der DSC sein würde, der in diesem Derby unter Druck steht?

Während die Passauer als Aufsteiger und Tabellenletzter noch den Anschluss an die Liga suchen und aus drei Spielen keinen Punkt holten, sind die Deggendorfer unter dem neuen Trainer Henry Thom auf der Suche nach sich selbst. Genie und Wahnsinn wechseln sich ab, und so holte der DSC bis dato sehr enttäuschende vier Punkte aus fünf Partien. Beim 3:5 am Sonntag gegen Riessersee lag Deggendorf 0:2 zurück, schleuderte die Gäste dann "durch die Waschmaschine", wie SC-Coach George Kink die drei DSC-Treffer beschrieb – nur um das Spiel dann doch aus der Hand zu geben.

Deggendorf steht nun in der Tabelle zwischen Füssen und Landsberg, anstatt zwischen Regensburg und Riessersee, die sich bereits einen stattlichen Vorsprung erarbeitet haben. Zwar ist das Ranking noch nicht aussagekräftig, aber der Zwischenstand nach einem knappen Fünftel der Hauptrunde (5 von 26) ist besorgniserregend.

Nach mittlerweile drei Niederlagen am Stück und einem desolaten ersten Drittel gegen Riessersee, das Trainer Thom so nicht mehr wieder sehen will – der Trainer nannte es "emotionslose Kacke" – muss Deggendorf nun liefern. Was derzeit auf dem Eis zu sehen ist, schlägt sich auch in der Statistik nieder, gerade das Powerplay hat den Namen nicht verdient (21-mal Überzahl, zwei Tore). Da hilft es auch wenig, dass Kapitän René Röthke allein mehr Tore erzielt hat (5) als der heutige Gegner aus Passau (4).

Benedikt Böhm fehlt Passau rund zwei Monate lang

Für die Hawks kommt die Schwächephase des DSC zum richtigen Zeitpunkt. "Wir müssen über uns hinauswachsen", sagt Trainer Ales Kreuzer, der auf schnörkelloses, körperbetontes Eishockey setzen wird. Den Passauern, die – durch ständigen Coronawirbel beeinträchtigt – noch wenig eingespielt sind, bleibt auch nicht viel anderes übrig. Gerade in der Offensive fehlt dem Liganeuling noch die Durchschlagskraft. Dass durch den ausgesetzten Abstieg jeglicher Druck durch den Verein und die Spieler selbst erzeugt werden muss, macht die Sache nicht einfacher. Nicht dabei sein wird Benedikt Böhm, einer von insgesamt zwölf Passauern mit DSC-Vergangenheit. Der Angreifer fällt mit einer vom Verein nicht näher beschriebenen Verletzung für bis zu zwei Monate aus. Der Einsatz von Kontingent-Stürmer Anthony DeLuca wird sich kurzfristig entscheiden.

"Wir müssen einen Weg finden, an uns zu glauben", sagte DSC-Coach Henry Thom zuletzt. Ein Satz, der vor dem Donau-Derby zu beiden Mannschaften passt. Wer hätte das vor der Saison gedacht …

Das Duell war ursprünglich am 15. November angesetzt, ein positiver Covid-19-Fall im Lager der Habichte verhinderte aber die Austragung; ein Testspiel im Oktober in Deggendorf gewann der DSC mit 8:2. − red/czo




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