19.11.2020

Bayerischer Fußball-Verband rechnet mit rund 2,5 Millionen Euro Verlust – und erhöht die Gebühren



Setzte den Rotstift an: BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher (links, mit Präsident Dr. Rainer Koch) musste dennoch für 2020 einen Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro vermelden. −Foto: BFV

Setzte den Rotstift an: BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher (links, mit Präsident Dr. Rainer Koch) musste dennoch für 2020 einen Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro vermelden. −Foto: BFV

Setzte den Rotstift an: BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher (links, mit Präsident Dr. Rainer Koch) musste dennoch für 2020 einen Fehlbetrag von 2,5 Millionen Euro vermelden. −Foto: BFV


Die Folgen der Covid-19-Pandemie treffen auch den Haushalt des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) mit voller Wucht, Schatzmeister Jürgen Faltenbacher (52) geht aktuell trotz massiver Einsparungen von einem Fehlbetrag in Höhe von 2,5 Millionen Euro für 2020 aus. Jetzt hat der Vorstand beschlossen, seine Gebühren ab 1. Januar 2021 um 1,4 Prozent zu erhöhen.

"Wir alle wissen um die aktuelle außergewöhnliche Situation, die Corona-Pandemie belastet alle. Die inflationsbedingte Gebührenerhöhung ist allerdings kein Phänomen der aktuellen Krise, sondern orientiert sich an der allgemeinen Preissteigerung – das ist auch unser Maßstab. Wie alle wissen, haben wir in 2020 pandemiebedingt keine Meldegebühr erhoben, was unsere Vereine in Summe um rund eine Million Euro entlastet. Gestiegene Kosten für Personal, Mieten, Energie oder Mobilität machen indes aber vor niemandem Halt, auch nicht vor dem Verband. Deshalb passen wir diese Kosten entsprechend an", erklärt Jürgen Faltenbacher.

Außerdem müsse der BFV der Tatsache Rechnung tragen, dass der Spielbetrieb aktuell erneut bis mindestens 31. Dezember ausgesetzt ist und hat daher auch die ohnehin schon seit 1. Mai geltende Kurzarbeit für sein hauptamtliches Personal nach dem erneuten Sport-Lockdown nochmals ausgeweitet. Im Schnitt wird die Arbeitszeit der rund 80 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um etwa 60 Prozent reduziert.

Der größte der 21 Landesverbände unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte nach ersten Schätzungen als Folge des stark beeinträchtigten Spielbetriebs bereits im Frühjahr Einbußen von bis zu 7,5 Millionen Euro im laufenden Haushaltsjahr prognostiziert und seitdem versucht, das Defizit im Interesse seiner fast 4600 Vereine überall dort zu minimieren, wo es möglich ist und den Rotstift angesetzt. Nach heutigem Stand fehlen dem Verband Einnahmen in Höhe von mehr als 6,5 Millionen Euro, dem gegenüber stehen Einsparungen von rund vier Millionen Euro.

"Es gibt keinen Bereich bei uns im Hause, der von den drastischen Sparmaßnahmen nicht betroffen ist. Aber das ist unsere Pflicht. Uns sind Einnahmen in einer schwindelerregenden Höhe von aktuell fast sechseinhalb Millionen Euro weggebrochen, das ist nahezu ein Drittel des gesamten Haushalts. Das ist im Übrigen nicht unser Geld, sondern das unserer Mitglieder. Dank unserer in normalen Zeiten guten Einnahmensituation, die wir in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht innovativ und kreativ forciert haben, ist es uns gelungen, dass an jedem Euro, den wir wieder in den Amateurfußball investieren, vergleichsweise geringe 30 Cent durch die Abgaben der Vereine getragen werden. Das wird gerne schnell vergessen", sagt Faltenbacher. − red




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