01.08.2020

Geisterspiele in Liga und Pokal kein Tabu mehr – aber wohl absolute Ausnahme


von Sebastian Lippert


Mit Zuschauern (im Hintergrund) oder nicht? Diese Frage wird ab September nach lokalen Gesichtspunkten zu entscheiden sein. Unser Bild zeigt eine Szene aus dem Bezirksliga Ost-Duell zwischen Salzweg (links Martin Allmansberger) und Künzing (rechts Kapitän Stefan Zitzelsberger) aus dem Jahr 2019. −Foto: Michael Sigl

Mit Zuschauern (im Hintergrund) oder nicht? Diese Frage wird ab September nach lokalen Gesichtspunkten zu entscheiden sein. Unser Bild zeigt eine Szene aus dem Bezirksliga Ost-Duell zwischen Salzweg (links Martin Allmansberger) und Künzing (rechts Kapitän Stefan Zitzelsberger) aus dem Jahr 2019. −Foto: Michael Sigl

Mit Zuschauern (im Hintergrund) oder nicht? Diese Frage wird ab September nach lokalen Gesichtspunkten zu entscheiden sein. Unser Bild zeigt eine Szene aus dem Bezirksliga Ost-Duell zwischen Salzweg (links Martin Allmansberger) und Künzing (rechts Kapitän Stefan Zitzelsberger) aus dem Jahr 2019. −Foto: Michael Sigl


"Der Amateurfußball und seine Vereine leben auf ganz unterschiedliche Art und Weise von Zuschauern", sagte BFV-Präsident Rainer Koch am 9. April dieses Jahres. Verband und Vereine waren sich also einig, dass Geisterspiele Tabu bleiben. Knapp vier Monate später und viele Erkenntnisse aus der andauernden Corona-Krise reicher sind solche Geisterspiele beim Re-Start im September nicht mehr kategorisch ausgeschlossen, sollen aber die absolute Ausnahme bleiben. Der Verband verweist dazu auf die nach wie vor unsichere Lage.

Erneut aufs Tapet brachte das Thema BFV-Verbandschef Dr. Rainer Koch selbst, als er am Freitagabend via Facebook auf eine Nachfrage eines Amateurfußballers antwortete. Dieser wollte wissen, ob man damit rechnen müsse, auch Liga- und Pokalspiele ohne Zuschauer auszutragen. Kochs Antwort: "Darüber werden die Spielleiter gegebenenfalls individuell mit jeder einzelnen Liga sprechen, aber nicht jetzt."

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Damit war wieder im Gespräch, was eigentlich als Tabu galt. Die Redaktion fragte bei der Pressestelle des Verbandes um eine Stellungnahme zur Äußerung Kochs an und erhielt zeitnah und umfangreich Auskunft. Die Grundhaltung des Verbands zu Geisterspielen habe sich zwar "nicht verändert", teilt Fabian Frühwirth, Pressesprecher des BFV mit. "Auch seitens der Vereine nehmen wir aktuell nichts Gegenläufiges wahr", fügt der Verbandssprecher noch Selbstverständliches an: Keiner der Klubs wird sich ins eigene Fleisch schneiden wollen.

Verbandssprecher: "Auf solch individuelle Ausnahmefälle müssten wir individuell reagieren"

Interessant wird’s beim Thema der lokal individuellen Entscheidungen. Sprich: Fußball mit Zuschauern in Ort A, Geisterspiel in Ort B. Diese Möglichkeit besteht – auch wenn es sich hier aus Sicht des BFV "um reine Spekulation" handele, weil über die staatlichen Auflagen und behördlichen Verfügungslagen im September nur gerätselt werden könne. "Aus unserer Sicht können Geisterspiele allenfalls Ausnahmefälle sein, weil gegebenenfalls vor Ort lokale Auflagen (z. Bsp. Hotspot) erlassen werden", konkretisiert der BFV. "Auf solch individuelle Ausnahmefälle müssten wir individuell reagieren", erklärt Frühwirth. Dies müsse und werde aber "stets in gemeinsamer Absprache mit den beteiligten Klubs" passieren. Zurzeit gebe es für derartige Maßnahmen "keine Grundlage".

Heißt: Geisterspiele sollen weiterhin um jeden Preis vermieden werden, sind aber nicht mehr kategorisch ausgeschlossen.

Mitarbeit: Michael Duschl




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