28.07.2020

BFV-Boss Koch poltert nach Nicht-Freigabe von Testspielen: "In keiner Weise begründet"


von Sebastian Lippert


Präsident Dr. Rainer Koch. −Foto: BFV

Präsident Dr. Rainer Koch. −Foto: BFV

Präsident Dr. Rainer Koch. −Foto: BFV


Rainer Koch ist ungehalten. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands verlangt von der bayerischen Staatsregierung eine Erklärung, weshalb auch bis auf Weiteres keine Freundschaftsspiele erlaubt sind. Die Staatsregierung hatte in der Kabinettssitzung am Dienstag beschlossen, die aktuell gültige Sechste Infektionsschutzmaßnahmenverordnung bis Sonntag, 16. August zu verlängern.

"Die heutige Nichtfreigabe von Freundschaftsspielen im Amateurfußball stößt bayernweit auf großes Unverständnis, zumal sie zumindest bislang von der Staatsregierung in der Sache in keiner Weise begründet worden ist. Ehrlich gesagt auch bei mir", schrieb Koch am Dienstagabend auf Facebook. Dass das Verbot verlängert wurde, scheint auch für die BFV-Verantwortlichen eine eiskalte Dusche gewesen zu sein.

"Wer ein Trainingsspiel Olympique Marseille gegen den SV Heimstetten erlaubt, der sollte auch Trainingsspiele für die bayerischen Amateurvereine erlauben. Probleme bereiten bei der Bekämpfung des Virus im Moment am allerwenigsten die Menschen, die nicht ins Ausland in Urlaub fahren, sondern zu Hause bleiben und im August gerne unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen Fußballspiele zur Vorbereitung des Wettkampfspielbetriebs austragen wollen", brach Koch eine Lanze für die Fußballer.

Zum Thema: Keine Freigabe für Amateurfußball: Staatsregierung untersagt Testspiele weiterhin

Besonders stört Koch, dass die Regierung bislang keinerlei Erklärung abgegeben habe: "Wenn die Regierung mit ihren Entscheidungen aber bei den über 4500 Fußballvereinen und deren über 1,5 Millionen Mitgliedern auf breites Verständnis stoßen will, muss sie ihre Entscheidungen so treffen und begründen, dass sie von den Menschen verstanden und akzeptiert werden."

Aus Sicht des BFV-Präsidenten seien alle Voraussetzungen geschaffen worden. Durch das vom DFB zusammen mit dem BFV und den weiteren 20 Landesverbänden entwickelte Hygienekonzept sei gewährleistet, dass gegebenenfalls Infektionsketten nachverfolgt werden können. "Der BFV und die bayerischen Amateurvereine haben diesbezüglich keine andere Meinung als die bayerische Staatsregierung, ich unterstütze jedes behutsame und vorsichtige Vorgehen", betont Koch.

Koch: "Ich bin gespannt, ob der FC Bayern sein Trainingsspiel gegen Olympique Marseille durchführen darf"

"Wir werden uns ab sofort weiterhin intensiv darum bemühen, dass die Staatsregierung Freundschaftsspiele sehr zeitnah erlaubt", sagte Koch und stieß damit ins selbe Horn wie Schatzmeister Jürgen Faltenbacher. Für Donnerstag rief Koch eine Vorstandssitzung des BFV ein, um das weitere Vorgehen abzustimmen und doch noch Testspiele zu ermöglichen.

"Ich hoffe, dass wir bis dahin erklärt bekommen, warum Fußballspiele am Wochenende in Württemberg, Baden, Hessen, Thüringen, Sachsen, Tschechien und Österreich, nicht aber in Bayern erlaubt sind", schreibt Koch. "Ich verstehe es im Moment nicht und bin jetzt gespannt, ob der FC Bayern sein Trainingsspiel gegen Olympique Marseille durchführen darf. Ich hoffe und wünsche, dass dieses Spiel stattfinden kann, aber dann bitte Erlaubnis auch für die Amateurfußballer! Das Virus macht keine Unterschiede zwischen Profis und Amateuren." − sli/mid




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