28.07.2020

Keine Freigabe für Amateurfußball: Staatsregierung untersagt Testspiele weiterhin


von Sebastian Lippert


Das Coronavirus legt den bayerischen Amateurfußball weiterhin nahezu lahm: Nur Training ist erlaubt. −Symbolfoto: Imago Images

Das Coronavirus legt den bayerischen Amateurfußball weiterhin nahezu lahm: Nur Training ist erlaubt. −Symbolfoto: Imago Images

Das Coronavirus legt den bayerischen Amateurfußball weiterhin nahezu lahm: Nur Training ist erlaubt. −Symbolfoto: Imago Images


Die Ampel steht weiter auf Orange: Fußball-Freundschaftsspiele auf bayerischem Boden bleiben verboten. Das entschied die Bayerische Staatsregierung in der gestrigen Kabinettssitzung: Die Sechste Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wurde bis Sonntag, 16. August verlängert. Die viereinhalb Monate lange Zwangspause der Amateurfußballer dauert also mindestens zwei Wochen länger.

Von dieser Nachricht wurden Fußballer/innen an der Basis und Verantwortliche an der Spitze des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) gleichermaßen mit Wucht getroffen. Dr. Rainer Koch nennt die Entscheidung der Staatsregierung "in keiner Weise begründet" und fordert eine Erklärung. Wie Schatzmeister Jürgen Faltenbacher gegenüber heimatsport.de mitteilte, wolle der BFV den Vereinen vor dem Re-Start in die Saison weiterhin mindestens vier Wochen Vorlauf ermöglichen – mit Testspielen. Damit wäre der 1. September nicht zu halten. Wie es weitergeht, soll in einer kurzfristigen BFV-Vorstandssitzung am Donnerstag geklärt werden.

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Neben Bayern gilt nur noch in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein das Wettkampf-Verbot für Kontaktsportarten. Das bayerische Gesundheitsministerium wird Mitte August auf Basis der dann bestehenden Infektionslage über eine weitere Verlängerung der Sechsten Verordnung entscheiden und damit auch über Wohl und Wehe der Amateurkicker. Bis dahin müssen sie mit dem Training Vorlieb nehmen – oder den Umweg über Österreich oder Tschechien wählen: Dort darf gekickt werden. Nicht auszuschließen, dass das verlängerte Verbot den Testspiel-Tourismus ankurbelt.

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Der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann hatte auf der Pressekonferenz eindringlich vor Nachlässigkeit in der Corona-Krise gewarnt. "Das Virus ist nach wie vor mitten unter uns", sagte der CSU-Politiker Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München. Die Zahl der Gesamtinfizierten sei in den vergangenen Wochen wieder leicht gestiegen. Aktuell seien 0,009 Prozent der Gesamtbevölkerung infiziert, dies seien schon weniger gewesen. "Ein neuer Ausbruch ist jederzeit möglich." Deswegen sei es so wichtig, die Strategie der Vorsicht und Umsicht weiter zu verfolgen.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat sich das Robert-Koch-Institut (RKI) alarmiert gezeigt. "Die neueste Entwicklung der Fallzahlen macht mir und allen im Robert-Koch-Institut große Sorgen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag in Berlin vor Journalisten. "Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie", warnte er.

Hinweis: Dieser Artikel wurde um 19.55 Uhr aktualisiert.




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