09.07.2020

Geldsorgen bei Wacker: Burghausen muss sparen – und zieht zum Re-Start einige Jugendspieler hoch


von Michael Buchholz


Muss seinen Kader in der Corona-Krise massiv umbauen: Trainer Leo Haas (r.). −Foto: Zucker

Muss seinen Kader in der Corona-Krise massiv umbauen: Trainer Leo Haas (r.). −Foto: Zucker

Muss seinen Kader in der Corona-Krise massiv umbauen: Trainer Leo Haas (r.). −Foto: Zucker


Wie fast alle Vereine in Bayern trifft die Corona-Krise auch den SV Wacker Burghausen hart: Neun Abgänge musste der Tabellenelfte der Fußball-Regionalliga in den letzten Wochen zur Kenntnis nehmen, aufgefüllt werden soll der Kader mit einigen Neuzugängen und U19-Spielern aus eigenen Reihen.

"Wir können Spielergehälter nicht mehr in dem Umfang wie früher bezahlen, wir müssen einfach runter mit den Gehältern", sagt Sportlicher Leiter Karl-Heinz Fenk, dem täglich neue Spieler angeboten werden: "Die meisten Spielervermittler verkennen die Situation, werfen utopische Vorstellungen auf, da muss man gar nicht darüber nachdenken, geschweige denn darüber sprechen." Es ist ganz offensichtlich: Der Markt ist voll, aber die Kassen der Vereine sind fast überall leer. Insofern setzen viele Clubs auf junge Kräfte, die sich erst in der Regionalliga etablieren wollen und die sportliche Herausforderung über den Verdienst stellen.

"Wir wollen schon zwei oder drei Spieler hinzuholen, die auch noch etwas Verantwortung übernehmen", sagt Fenk, der in dieser Woche den ersten Neuzugang präsentieren will und anfügt: "Ein finanzielles Risiko werden wir dabei nicht eingehen. Wir können nur das Geld ausgeben, das wir haben, alles andere wäre grob fahrlässig. Natürlich führen wir Gespräche mit den Sponsoren, aber wir werden uns nicht die Hacken ablaufen, nur um teure Spieler zu finanzieren."

17 Feldspieler hat Wacker trotz der vielen Abgänge noch im einst unter Ex-Trainer Wolfgang Schellenberg aufgeblähten Kader. "Der Kern der Truppe steht ja immer noch", findet Fenk und auch Trainer Leo Haas ist sich sicher: "Wir müssen schauen, wie viel Budget wir haben, aber wir werden auf jeden Fall eine Truppe zusammenstellen, die konkurrenzfähig ist. Wir wollen eine gute Rolle spielen, das ist unser Anspruch. Dass wir den einen oder anderen neuen Spieler brauchen, liegt angesichts der Abgänge auf der Hand. Momentan warten die meisten Regionalligisten noch ab, 90 Prozent der Neuverpflichtungen, die es am Ende geben wird, sind aktuell noch nicht über die Bühne gegangen. Insgesamt denke ich, dass sich das Niveau innerhalb der Liga etwas angleichen wird." Haas geht davon aus, dass die Vereine ganz genau schauen werden, was die Konkurrenz macht, um dann im Bedarfsfall noch mal gezielt nachzulegen: "Wir schauen uns in der Gegend um und haben dabei alle Mannschaftsteile im Blick."

Kein Thema ist derzeit übrigens Keeper Markus Schöller vom Liga-Rivalen Schalding-Heining. Wacker setzt weiter auf Stammkeeper Egon Weber, hat mit Marius Herzig einen Vertreter im Kader und mit den 17-jährigen Fabian Stapfer steht ein Talent aus der Region nach seinem Kreuzbandriss auch bald wieder in den Startlöchern. "Fabian ist aus Simbach, mittelfristig trauen wir ihm zu in die Fußstapfen von Egon zu treten", so Fenk, wobei Haas klar macht: "Fabian ist in erster Linie für die U19 vorgesehen, noch ist aber nach seiner Verletzung nicht so weit, aber er ist eine Zukunftsaktie."

Bereits fix zum Feldspielkader gehören die 19-jährigen Talente Tobias Hofbauer und Daniel Vorderwestner, die beide noch keinen Einsatz in der Regionalliga hatten. Hofbauer ist gelernter Abwehrspieler, Vorderwestner ist fürs Mittelfeld vorgesehen, in dem es aktuell noch ziemlich mau aussieht. In diesem Mannschaftsteil hofft Fenk auch auf Marius Duhnke, der fast zwei Jahre lang verletzt war: "Bei ihm schaut es aus gut. Er will es noch mal wissen und wir geben ihm die Chance." Von der U19 sollen mit André Leipold (18) und Nicolas Barth (18) zwei weitere Mittelfeldspieler kommen, ebenso wie Angreifer Muhamed Bekaj (18).

Wie sich der SV Wacker Burghausen auf den Re-Start vorbereitet, lesen Sie am Donnerstag, 9. Juli, in Ihrer Heimatzeitung (Sport, Oberbayern-Ausgaben).




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