22.04.2020

Arbeitsrecht geht vor Verbandsrecht: Das Problem mit den Vertragsspielern



−Symbolfoto: M. Duschl

−Symbolfoto: M. Duschl

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Es ist eine der drängendsten Fragen, die sich bayerische Amateurfußballvereine aktuell stellen: Was passiert mit zum 30. Juni 2020 vereinbarten Wechseln? Werden Transfers ausgesetzt, bis die Saison 19/20, die geplant ab 1. September 2020 fortgesetzt werden soll, beendet ist oder können Spieler wie beabsichtigt ab Sommer für ihren neuen Verein auflaufen. Antworten darauf – gibt es jedoch bislang nicht.

Bezüglich auslaufender Spielerverträge Ende Juni hat der Bayerische Fußballverband (BFV) die Spielordnung geändert, so dass Aktive innerhalb Bayerns zu diesem Zeitpunkt nicht den Verein wechseln können. Sollte die Saison im September fortgeführt werden, wären die Kicker zwar weiter an den Verein gebunden, arbeitsrechtlich steht das freilich auf einem ganzen anderen Blatt. Und Arbeitsrecht geht vor Verbandsrecht. "Die FIFA hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht, die besagt, dass die Verlängerung der Saison ‚automatisch‘ zu einer Verlängerung der Spielerverträge führt.

Diesen Automatismus gibt es rechtlich gesehen aber nicht", sagt BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher und ergänzt: "Die Vereine müssen sich also auch arbeitsrechtlich mit Trainern oder Spielern einigen. Unsere Erfahrung zeigt: In den allermeisten Fällen ist diese Einigungsbereitschaft der Spieler und Trainer auch vorhanden." Der Verband empfiehlt ein "ruhend stellen" der Kontrakte und verzichtet auf die sonst üblichen Sanktionen, Igelspacher weiß aber auch: "Das Problem ist, dass die spielrechtliche Sicht des Verbands und die arbeitsrechtliche Sicht auseinandergehen. Der Spieler könnte gegebenenfalls das Ende des Vertrags einklagen und möglicherweise Recht bekommen."

Wie schwierig die Situation an sich ist, macht Rosenheims Sportlicher Leiter Hans-Jörg Kroneck (49) deutlich: "Man kann schwer alle Vereine über einen Kamm scheren. In den Bundesligen bis zur 3. Liga spielen Profis, in den Regionalligen bis zu den Landesligen haben wir viele Vertragsamateure, teilweise auch schon in der Bezirksliga, aber Kreisliga abwärts gibt es fast keine Vertragsamateure mehr." − M.B./fed/laEinen ausführlichen Text über Unsicherheiten und ungeklärten Fragen für Regionalligisten lesen Sie am Mittwoch, 22. April, im Sportteil der PNP (Online-Kiosk) – oder hier als registrierter Abonnent.




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