05.04.2020

Klare Botschaft von FCP-Coach Himpsl: Müssen die Saison unbedingt zu Ende spielen – "Auch mal demütig sein"


von Michael Scherer


Macht sich Sorgen darüber, wie Menschen in der Corona-Krise reagieren: FCP-Trainer Günther Himpsl. −Foto: Mike Sigl

Macht sich Sorgen darüber, wie Menschen in der Corona-Krise reagieren: FCP-Trainer Günther Himpsl. −Foto: Mike Sigl

Macht sich Sorgen darüber, wie Menschen in der Corona-Krise reagieren: FCP-Trainer Günther Himpsl. −Foto: Mike Sigl


"Jetzt pausieren und dann irgendwann die Saison zu Ende spielen": Günther Himpsl (62), Trainer des Landesligisten 1. FC Passau, hat in Sachen Corona und Amateurfußball eine klare Position. Allerdings macht sich der Untermitterdorfer Sorgen darum, wie einige Menschen in der Krise handeln. Spieler des FC Untermitterdorf hatten sich mit dem Virus infiziert und wurden danach öffentlich im Dorf angefeindet. "Ganz schlimm", findet Himpsl. Von seinen Spielern gibt’s unterdessen positive Nachrichten: Bis auf die bekannten Abgänge Sebastian List und Patrick Mühlberger wollen alle anderen beim Traditionsklub weitermachen.

"Wir sind ja quasi schon in der Gewöhnungsphase", antwortet Himpsl auf die Frage, wie es ihm in der Corona-Zeit geht. Der 62-Jährige schätzt es, raus in die Natur zu können, im Wald spazieren zu gehen. "In München wollte ich jetzt nicht sein", sagt der Bayerwälder. Zwar vermisst er schon das Training und den Kontakt zu seinen Burschen. "Aber das ist ja überschaubar, irgendwann wird es ja wieder weitergehen mit Fußball." Nach dem vorerst letzten Spiel seiner Truppe gegen Spitzenreiter TSV Karlsfeld am 7. März (2:2) quälte ihn schon der ein oder andere Gedanke, weil beim Gegner wohl mindestens ein infizierter Spiel im Kader stand. Die Karlsfelder sagten daraufhin ihr Heimspiel gegen Hallbergmoos ab.

Doch beim FCP scheint nach Aussage des Trainers alles glimpflich verlaufen zu sein. "Zwei Spieler waren in Quarantäne, weil sich in deren Umfeld Personen infiziert hatten", teilt der Übungsleiter mit. In Kontakt mit dem Team steht er nach eigener Aussage, individuelle Trainingspläne hat der pensionierte Lehrer indes nicht an seine Eleven verschickt. "Wozu? Die Burschen wollen sich ja eh bewegen." Und die Zeit ohne Fußball auf grüner Wiese sei eben auch "ein Lernprozess für die Jungs, die müssen jetzt auch mal demütig sein, Fußball ist jetzt nicht das Thema." Und: "Wir bewegen uns immer noch im Amateursport, das sollte man auch nicht vergessen."

Himpsl hat direkt nach dem abrupten vorläufigen Ende der Frühjahrsrunde seine Konsequenz gezogen und ebenso wie sein Co-Trainer aufs Gehalt beim FCP verzichtet. "Das ist ja ganz klar." Nicht verstehen kann er unterdessen, wenn sich hochbezahlte Profi-Fußballer damit brüsten, dass sie freiwillig auf 20 Prozent ihres Salärs verzichten. "Die verdienen eine Million im Jahr und dann nur noch 800000 Euro, das ist ja lächerlich."

Wann der Ball in der Landesliga wieder rollt, ist für den Passauer Trainer uninteressant. In jedem Fall plädiert er aber dafür, dass die Saison regulär zu Ende gespielt wird, auch wenn es bis zum Herbst dauern sollte. "Die Runde einfrieren und annullieren, das ist doch hirnrissig", sagt Himpsl.




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