24.11.2019

Löwen verzweifeln an starkem Früchtl – Hitziges Stadtderby endet ohne Sieger


von Alexander Augustin


Marius Willsch setzt zur Grätsche an: Die Löwen lassen im Stadtderby gegen den FC Bayern II, hier mit Derrick Köhn, nichts unversucht, müssen aber mit einem Punkt zufrieden sein. −Foto: Imago Images

Marius Willsch setzt zur Grätsche an: Die Löwen lassen im Stadtderby gegen den FC Bayern II, hier mit Derrick Köhn, nichts unversucht, müssen aber mit einem Punkt zufrieden sein. −Foto: Imago Images

Marius Willsch setzt zur Grätsche an: Die Löwen lassen im Stadtderby gegen den FC Bayern II, hier mit Derrick Köhn, nichts unversucht, müssen aber mit einem Punkt zufrieden sein. −Foto: Imago Images


Die inoffizielle Münchner Stadtmeisterschaft endet unentschieden. In einem hitzigen Drittliga-Derby zwischen dem TSV 1860 München und dem FC Bayern II hieß es am Ende 1:1 Vor 15 000 Zuschauern im Grünwalder Stadion führten die "kleinen" Bayern zunächst durch einen Foulelfmeter von Otschi Wriedt (27.). 1860-Youngster Dennis Dressel glich nach der Halbzeit aus (68.). Am Ende drückte der Gastgeber auf den Sieg, scheiterte aber mehrfach am starken Bischofsmaiser Bayern-Kepper Christian Früchtl.

Wie würde der neue Löwen-Trainer Michael Köllner seine Mannschaft einstellen? Schon unter der Woche legte er sich auf Marco Hiller als Stammtorhüter fest. In der Aufstellung überraschte er mit Kristian Böhnlein im offensiven Mittelfeld. Dieser war unter Daniel Bierofka kaum zum Zug gekommen.

Doch die Änderungen fruchteten: Sechzig startet mit viel Dampf, macht den Bayern ganz früh Druck. Beinahe hätten sie sich für diesen Aufwand belohnt. Von zwei Löwen angelaufen, bringt Bayerns Keeper Christian Früchtl den Ball nicht weg. Stefan Lex und Sascha Mölders spielen sich frei vors Tor, doch im letzten Moment ist ein Bayern-Bein dazwischen (7. Minute). Nur zwei Minuten später ist es wieder Lex, der seinem Gegenspieler den Ball abluchst. Dieses Mal ist Früchtl zur Stelle. Und die Bayern? Die kommen unter den Augen von U17-Trainer Miroslav Klose, Ex-Spieler Mehmet Scholl und Profi-Co-Trainer Hermann Gerland erst nach einer guten Viertelstunde so richtig Spiel, übernehmen dann aber gleich die Kontrolle - ohne zunächst aber gefährlich zu werden. Dafür braucht es gütige Hilfe der Löwen: Derrick Köhn zieht von links in den Sechzehner, der Passauer Löwe Marius Willsch fährt das Bein aus - und trifft Köhn. Elfmeter! Die Chance lässt sich Bayerns Goalgetter Otschi Wriedt nicht entgehen - die kleinen Bayern führen (27.). Und nun kippt das Spiel komplett.

Herr der Lage: Christian Früchtl, der Bischofsmaiser im Bayern-Tor, lässt gegen die Löwen nichts anbrennen.

Herr der Lage: Christian Früchtl, der Bischofsmaiser im Bayern-Tor, lässt gegen die Löwen nichts anbrennen.

Herr der Lage: Christian Früchtl, der Bischofsmaiser im Bayern-Tor, lässt gegen die Löwen nichts anbrennen.


Während die Bayern um Profi Michael Cuisance ihre technische Überlegenheit ausspielen, ergehen sich die Löwen in endlosen Diskussionen mit Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Das wird fast prompt bestraft. Sarpreet Singh prüft Hiller mit einer direkten Ecke, im zweiten Versuch entschärft der Löwen-Tormann einen Kopfball von Chris Richards (32.). Sechs Minuten später trifft Singh aus spitzem Winkel nur das Außennetz. Die Löwen, die so stark begonnen hatten, konnten sich nun glücklich schätzen, nur 0:1 zurück zu liegen.

Doch Sechzig kommt wie verwandelt aus der Pause: Erst prüft Sascha Mölders per Kopf Früchtl (47.), der pariert glänzend. Nur eine Minute dann Riesen-Glück für die Bayern: Löwen-Verteidiger Dennis Erdmann köpft den Ball freistehend an die Latte, von dort springt der Ball Früchtl an die Hand - drüber! In der 51. Minute dann Phillipp Steinhart mit einer Schusschance, im letzten Moment ist ein Bayern-Bein dazwischen. Wie schon zu Beginn des Spiels investieren die Löwen viel, belohnen sich aber nicht. Auch Sascha Mölders scheitert freistehend am stark reagierenden Früchtl, der sich nach anfänglicher Unsicherheit zu einem der Spieler des Spiels entwickelt.

Doch 1860 lässt nicht nach, schnürt die Bayern jetzt regelrecht ein in der eigenen Hälfte, gerade über die rechte Hälfte von Marius Willsch - der nach schwacher erster Hälfte nun aufdreht - wird es immer wieder gefährlich. In Minute 61 lässt erneut Mölders eine große Chance liegen, als auf Früchtl zuläuft, aber weit übers Tor zielt.

Und dann doch das Tor! Lex wird lang geschickt, schiebt den Ball quer, da ist Dennis Dressel am langen Pfosten, scheitert erst noch an Früchtl und wuchtet dann im zweiten Versuch aus drei Metern den Ball ins Tor (68.). Hochverdienter Ausgleich zu diesem Zeitpunkt. Das Grünwalder Stadion nun ein Hexenkessel - und der Gastgeber drückt auf den Sieg. Die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß kann kaum noch für Entlastung sorgen.

In Minute 80 die Monster-Chance zum Löwen-Sieg: Zu dritt läuft der Sturm auf Früchtl zu - doch der eingewechselte Prince Owusu scheitert am Ende per Kopf am starken Bischofsmaiser. Ein Löwen-Sieg wäre nun hochverdient, doch der goldene Treffer will nicht gelingen.




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