22.11.2019

"Mister Heimstetten" Michael Matejka: Bei Wackers Gegner endet eine Ära – eine andere beginnt


von Alexander Nöbauer


Jahrelang ging Michael Matejka als Fußball-Abteilungsleiter im Sportpark Heimstetten ein und aus und zeichnete für die Regionalliga-Mannschaft verantwortlich. Nach 13 Jahren ist jetzt aber Schluss für ihn, ...

Jahrelang ging Michael Matejka als Fußball-Abteilungsleiter im Sportpark Heimstetten ein und aus und zeichnete für die Regionalliga-Mannschaft verantwortlich. Nach 13 Jahren ist jetzt aber Schluss für ihn, ...

Jahrelang ging Michael Matejka als Fußball-Abteilungsleiter im Sportpark Heimstetten ein und aus und zeichnete für die Regionalliga-Mannschaft verantwortlich. Nach 13 Jahren ist jetzt aber Schluss für ihn, ...


Manche Namen sind im Fußball einfach unwiderruflich mit einem bestimmten Verein verbunden. Bei Uli Hoeneß denkt jeder an den FC Bayern, Uwe Seeler wird immer ein Hamburger sein. Und wenn Fußballfans im Freistaat den Namen Matejka vernehmen, wird jeder gleich den SV Heimstetten nennen. Doch die Ära von Vater Ewald als Präsident und Sohn Michael als Abteilungsleiter – sie stammen aus Palling im Landkreis Traunstein – ist vor der Regionalliga-Partie am Freitag um 19.30 Uhr gegen Wacker Burghausen vorbei. Der Papa genießt das Rentnerdasein, der Sohn sattelt innerhalb des Vereins um – auf Gastronomie und Eventmanagement."Ich bin schon in meiner neuen Aufgabe angekommen."

13 Jahre war Michael Matejka Chef der Fußballer, sein Vater einige Zeit mehr Präsident. Jetzt bricht für beide eine neue Zeitrechnung an. Magnus Harlander hat für Papa Matejka übernommen. "Er ist auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, die Betreuung der Gaststätte und der Sportparkanlage zu übernehmen, weil ich so viele Events bringe", erinnert sich Michael Matejka, außerhalb der Sportwelt selbstständiger Unternehmensberater. Nach kurzer Bedenkzeit sagte er zu, "aber ich wollte bei der ersten Mannschaft weiter eingebunden bleiben". Schließlich sei diese sein Steckenpferd, um das er sich gut zehn Jahre gekümmert hat.

... stattdessen wird sich der 42-Jährige um die Gaststätte, den Sportpark und dortige Veranstaltungen kümmern. −Fotos: Nöbauer

... stattdessen wird sich der 42-Jährige um die Gaststätte, den Sportpark und dortige Veranstaltungen kümmern. −Fotos: Nöbauer

... stattdessen wird sich der 42-Jährige um die Gaststätte, den Sportpark und dortige Veranstaltungen kümmern. −Fotos: Nöbauer


Der Wechsel von Fußball-Chef auf Sportheim-Gastronom fällt ihm nicht schwer: "Ich habe bereits früher die Gaststätte mitbetreut." Mit dem Gedanken, eine solche zu eröffnen, habe er auch des Öfteren gespielt. Nun schien ihm die Gelegenheit günstig, wenn auch schon der Vater seinen Hut nimmt. "Ich war leer, die Aufgabe des Abteilungsleiters ist sehr anstrengend. Bei uns läuft alles ehrenamtlich, das ist nicht bei vielen Vereinen in der Regionalliga so." Und wenn, dann haben die wohl mehr Zuschauerpotenzial – und damit auch mehr helfende Hände – als der Verein im Münchner Osten, der hart um die Einkünfte kämpfen muss. Es ist kein einfach Leben im Speckgürtel der Landeshauptstadt.

Einfach war es für den jungen Michael Matejka nicht, als es mit 14 Jahren plötzlich hieß, die Familie müsse aus Palling nach Ost-Deutschland ziehen – kurz nachdem die Grenze gefallen war. "Mein Vater war in Traunstein beim Deutschen Gewerkschaftsbund und Aufsichtsrat bei einer Krankenkasse. Er musste sozusagen Aufbauhilfe Ost leisten", erinnert sich der 42-Jährige. Chemnitz war das Ziel der Familie, beim aktuellen Drittligisten setzte er seine Fußball-Karriere fort, spielte mit Michael Ballack in der C-Jugend zusammen. "Aber nur für ein halbes Jahr. Sie waren einfach alle viel besser als ich. Ich habe mir dann einen anderen, kleineren Verein gesucht."

Fußball war immer die Konstante in einer Welt, die für den jungen Michael Matejka plötzlich ganz anders war: Kein Oberbayern mit Bergen und Seen vor der Haustür, sondern ein Ort im Osten, sechster Stock im Plattenbau. In der alten Heimat hat er in der Realschule mit Englisch gekämpft, plötzlich sollte er auf dem Gymnasium Russisch können. "Es war schon schwierig. Aber trotzdem auch eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte."

1994 hat es die Familie nach München gezogen, sein Vater machte sich dort selbstständig – und zum Fußballschauen ging er immer zum SV Heimstetten. "Er wurde dann gefragt, ob er nicht mithelfen möchte. Das hat er gemacht und einige Zeit später bin ich dann auch dazugekommen", erinnert sich Michael Matejka. Mitte der 00er-Jahre hat er sich erst um die zweite und dritte Mannschaft gekümmert, ab der Saison 2008/09 dann auch um die "Erste". Aufstiege waren dabei, aber es ging auch wieder nach unten für den Klub – die typischen Hochs und Tiefs eben.

Auch heuer wird es wohl wieder eng in der Regionalliga: "Ich habe aber das Gefühl, dass wir es dieses Jahr ohne Relegation schaffen." Dafür dürfe man aber gegen Burghausen heute im Heimspiel nicht verlieren. "Die sollten auf jeden Fall nicht da unten stehen. Ich habe sie zu Beginn der Saison unter den Top 5 gesehen." So war aber für Heimstetten die Chance wohl noch nie so groß, gegen den SVW etwas zu holen, wie heute.

Nur wird Michael Matejka dann nicht mehr an der Seitenlinie als Abteilungsleiter stehen, sondern immer wieder in der Gaststätte nach dem Rechten sehen. Doch mit dieser neuen Aufgabe ist er zufrieden, fühlt sich angekommen. "Auch wenn wir anfangs hier draufzahlen mussten, funktioniert der Laden jetzt." Im Sommer werden wohl wieder Bundesligisten kommen, Turniere stattfinden. ‚"Man kann jetzt ganz anders Geld generieren" ,sagt Matejka. Jenes, das durch Sponsoring abgeht. "Nur ein bisschen wärmer, mehr fußballerisch muss ich es hier drin gestalten." Vielleicht schmückt er sie ja mit einem Heimsieg gegen Burghausen?




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