18.11.2019

Schnappschuss gibt Rätsel auf: Wie kam ein Mauther Fußball ins Topspiel des TSV Grafenau?


von Michael Duschl


Deutlich zu lesen: auf einem der eingesetzten Spielbälle beim Topspiel des TSV Grafenau gegen Spvgg Osterhofen ist "TSV Mauth" zu lesen. −Foto: Helmut Weiderer

Deutlich zu lesen: auf einem der eingesetzten Spielbälle beim Topspiel des TSV Grafenau gegen Spvgg Osterhofen ist "TSV Mauth" zu lesen. −Foto: Helmut Weiderer

Deutlich zu lesen: auf einem der eingesetzten Spielbälle beim Topspiel des TSV Grafenau gegen Spvgg Osterhofen ist "TSV Mauth" zu lesen. −Foto: Helmut Weiderer


Manchmal landet ein Fußball eben, wo er eigentlich nicht hin sollte... Einen speziellen Irrweg hat Fotograf Helmut Weiderer aus Regen am Wochenende mit einem Schnappschuss aufgedeckt. Beim Bezirksliga-Topspiel des TSV Grafenau (gegen Osterhofen) stand auf einem der eingesetzten Spielbälle deutlich zu lesen: "TSV Mauth". Das blieb weder dem Fotografen noch den wachsamen Augen der Zuschauer bzw. Internetuser verborgen – und schnell entbrannte eine Diskussion über die Hintergründe des Mauther Spielballs in der Galgenau.

Eines vorneweg: Alle Beteiligten können über den Vorfall schmunzeln. Aber wie kam dieser Fußball nun ins Spiel des Bezirksliga-Tabellenführers gegen den Rangzweiten (1:1)? Drei (nicht ganz ernst gemeinte) Gedankenspiele:

Schmuggelte ihn Stefan Gaisbauer ein? Mauths Trainer war einer der rund 600 Zuschauer im AMF-Sportpark. Wollte er testen, ob die Bälle des Kreisliga-Tabellenführers schon für Bezirksliga-Fußball geeicht sind? Wohl kaum. Gaisbauer stand interessiert, aber unauffällig hinter einem der Tore.

Zweite Überlegung: Stiftete der TSV Mauth den Ball? Zumindest gab der Verein dieser Spekulation Nahrung, durch einen Post auf seinem Instagram-Kanal. Dort veröffentlichte der TSV Mauth das Beweisfotos mit einem Augenzwinkern und den Worten: "Der Spielball für das Topspiel der Bezirksliga wurde gesponsert vom TSV Mauth – machen wir doch gerne." Allerdings: Um eine freiwillige Ballspende handelte es sich allerdings auch nicht, wie Recherchen der Heimatzeitung ergaben.

War es der Wunsch des Balles, den Verein zu wechseln? Hatte er nach einem Jahr in der Kreisklasse mit dem TSV Mauth einfach die Schnauze voll und wollte flüchten? In diesem Fall war der Moment günstig, als der Kreisklassen-Meister Mauth und die technisch versierten Bezirksliga-Kicker des TSV Grafenau in Finsterau im Juni ein Freundschaftsspiel bestritten. Sowohl Mauths Teammanager Maximilian Stockinger als auch Grafenaus Spielertrainer Thomas Beyer gehen nach ihrem derzeitigen Kenntnisstand davon aus, dass der Ball in diesen 90 Minuten "zufällig in unseren Ballsack gewandert ist", wie Beyer mit einem lachenden Smiley auf Anfrage schreibt.

Die Wahrheit wird wohl verborgen bleiben, und wie in den vergangenen Tagen zu hören war, kommt es öfter vor, dass Fußbälle in fremde Ballnetze geschossen bzw. -worfen werden – oder einfach auf ihre mysteriöse Art hineinwandern. Sollte nun ein Verein ein schlechtes Gewissen bekommen, so hat er die einmalige Möglichkeit, einen "geliehenen" Ball anonym zurückzugeben. Gerne vermittelt die Redaktion dabei: heimatsport@pnp.de .
Im Falle des TSV Grafenau und des TSV Mauth fand bereits ein Austausch statt. Nach seiner schönen Zeit in der Bezirksliga und Grafenau – die Stodbärn spielten die wohl beste Herbstserie seit langem – geht es mindestens für ein halbes Jahr wieder zurück in die Kreisliga...




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