13.11.2019

DSC-Sportdirektor Rautert: Über Leinwebers Rückkehr, Coach Allison und das Formtief


von Sebastian Lippert


Bekommt ein gutes Zwischenzeugnis ausgestellt: DSC-Sportdirektor Neville Rautert äußert sich im Interview zufrieden über die Arbeit von Trainer Dave Allison (im Bild). −Foto: Roland Rappel

Bekommt ein gutes Zwischenzeugnis ausgestellt: DSC-Sportdirektor Neville Rautert äußert sich im Interview zufrieden über die Arbeit von Trainer Dave Allison (im Bild). −Foto: Roland Rappel

Bekommt ein gutes Zwischenzeugnis ausgestellt: DSC-Sportdirektor Neville Rautert äußert sich im Interview zufrieden über die Arbeit von Trainer Dave Allison (im Bild). −Foto: Roland Rappel


Das Selbstverständnis, Spiele zu gewinnen, ist dem Deggendorfer SC offenbar abhanden gekommen: Der Eishockey-Oberligist büßte in nur wenigen Wochen viele Punkte Vorsprung ein und ist seit der 0:4-Watschn am Freitag in Memmingen nicht länger alleiniger Tabellenführer der Eishockey-Oberliga Süd. Es war zudem das erste Mal, dass der DSC torlos blieb. Fragte man den Kapitän einer relativ bekannten bayerischen Fußball-Mannschaft nach alldem, würde der vielleicht sagen: "Das ist kein riesiges Wunder, was hier passiert ist, sondern das hat sich angebahnt."

Die Fragen hinter dem großen Warum sind vielfältig: Wieso liefern Leistungsträger wie René Röthke oder Andrew Schrembri nicht mehr so ab wie zuvor? Wo ist das Selbstvertrauen hin? Ist Curtis Leinweber wirklich so wichtig, wie es scheint? Immerhin hat die Mannschaft nur eins von sechs Spielen ohne den verletzten Kanadier gewinnen können. Klar ist aber auch: Der DSC ist Erster, es kann also bei weitem nicht alles falsch sein. Dennoch fragte die Heimatzeitung nach – Sportdirektor Neville Rautert antwortet.

Herr Rautert, sorgen Sie sich wegen der vielen Niederlagen?
Neville Rautert: Sorgen machen wir uns nicht, nein. Nicht die Spieler, nicht ich, nicht Dave. Natürlich waren die Ergebnisse nicht so gut, wie wir gehofft haben und wir haben auch nicht so gut gespielt, wie wir das von uns erwarten. Das wissen wir auch. Wir haben oft ohne einen oder mehrere Leistungsträger gespielt, wie Curtis Leinweber, Christoph Gawlik oder Kyle Osterberg. Das ist keine Ausrede, aber wir sind eine andere Mannschaft, wenn alle dabei sind.

Wann kehrt Leinweber zurück?
Neville Rautert: Wir gehen davon aus, dass er am Wochenende spielt. Er hat schon in der letzten Woche mit der Mannschaft trainiert, aber wir wollten warten, bis er wieder bei Hundert Prozent ist. Wir denken langfristig, denn was hilft uns ein Leinweber in drei Spielen, wenn er dafür eine Verletzung mitschleppt und am Ende noch länger ausfällt?

Warum läuft es derzeit nicht? Es steht fast dieselbe Mannschaft auf dem Eis, die anfangs alles in Grund und Boden gefahren hat.
Neville Rautert: Im Sport sind Höhen und Tiefen ganz normal. Die Spieler haben die ersten acht Spiele gewonnen, sie sind auch nur Menschen. Dave hat es richtig gesagt: Entweder du gewinnst – oder du lernst. Die letzten zwei Wochen haben wir gelernt. Wir werden also ein paar Sachen an unserem System ändern, weil sich die anderen Mannschaften an uns angepasst haben.

Was heißt das konkret?
Neville Rautert: Sie spielen sehr defensiv, immer fünf Mann vorm Tor, immer tief und lauern dann auf Konter. Ich habe in den letzten Tagen oft mit Dave gesprochen und er weiß, was zu tun ist.

Wie zufrieden sind Sie denn mit der Arbeit von Trainer Allison?
Neville Rautert: Sehr zufrieden, und das ist nicht nur meine Meinung. Die Spieler sind auch sehr froh, dass Dave da ist. Unser Ziel ist, diese Spieler besser zu machen – und Dave nimmt sich die Zeit, mit ihnen zu reden und auch auf dem Eis zu zeigen, was sie besser machen können. Wir haben junge Spieler dabei, die müssen noch viel mehr lernen. Dafür ist Dave genau der richtige Mann und der DSC bekommt von ihm das, was wir uns erhofft und erwartet haben.

Welche Forderungen stellt Allison an Sie? Soll der Kader nochmals nachgebessert werden?
Neville Rautert: Wir wollen uns immer verbessern. Wenn ein Spieler auf dem Markt ist und uns weiterbringt, werden wir schauen, dass wir ihn nach Deggendorf holen. Derzeit gibt es aber keine solchen Spieler.

Beschäftigen Sie sich derzeit mit einem konkreten Spieler?
Neville Rautert: Wir sind in Kontakt mit Agenten, ja. Aber ob es was wird, ist immer schwierig zu sagen. Im Moment ist wenig Bewegung auf dem Markt, weil erst ein Viertel der Saison gespielt ist.

Wie geht's mit Tyler Brower weiter, der einen Tryout absolviert?
Neville Rautert: Das werden wir die nächsten paar Tage besprechen. Es gibt eine Tendenz, aber die bleibt natürlich intern.

Welche positiven Erkenntnisse nehmen Sie mit ins nächste Spiel am Freitag gegen Sonthofen?
Neville Rautert: Wichtig ist, dass alle wieder gesund sind. Wir werden diese Woche gut trainieren und gut vorbereitet sein.




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