12.10.2019

Pech, Pyros, Pleite: Gallmaier-Tor und ein Schaldinger Sturmlauf reichen nicht, weil ...



Gibt’s doch nicht: Schaldign wollte in Illertissen einfach kein zweiter Treffer gelingen. −Foto: Lakota

Gibt’s doch nicht: Schaldign wollte in Illertissen einfach kein zweiter Treffer gelingen. −Foto: Lakota

Gibt’s doch nicht: Schaldign wollte in Illertissen einfach kein zweiter Treffer gelingen. −Foto: Lakota


Das ist bitter: Mit 1:2 verliert der SV Schalding am Samstag sein Auswärtsspiel in Illertissen − weil einfach kein zweites Tor gelingen mag. Und: Weil die Mannschaft von Spielertrainer Stefan Köck mal wieder fünf Minuten in absoluten Tiefschlaf verfällt. Gleich nach der Pause ist der SVS überhaupt nicht präsent, lässt zu viele Räume, kassiert zwei billige Gegentore − und "schmeißt in drei Minuten völlig unnötig das ganze Spiel weg", wie es ein frustrierter Sportchef Markus Clemens hinterher formuliert.

Nach dem Doppelschlag gibt Schalding zwar dann Vollgas – doch mehr als das Tor zum 1:2 durch Markus Gallmaier (Strafstoß) will nicht fallen. Ein Schaldinger Sturmlauf in der Schlussphase wird nicht belohnt, weil selbst beste Chancen nicht genutzt werden − und die Latte im Weg steht. Durch die Pleite wird die tabellarische Situation für die Niederbayern immer brenzliger. "Wir müssen unsere Fehler abstellen und endlich über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung abliefern. Gelingt uns das nicht, werden wir hinten rasiert", sagt Clemens.

Die Schaldinger starten mit unveränderter Startelf ins Spiel, wie schon beim 0:0 vor einer Woche gegen den FC Augsburg II stürmen Markus Gallmaier, Michael Pillmeier und Andreas Jünger. Spielertrainer Stefan Köck selbst nimmt wieder auf der Bank Platz. Bei herrlichem Spätsommerwetter starten die Teams gemächlich ins Spiel.

Probleme hat die Schaldinger Defensive nur mit einem Mann: Daniel Dewein. Der Angreifer des FVI ist meist einen Schritt schneller, doch SVS-Keeper Markus Schöller verhindert im Eins-gegen-Eins aus für den Stürmer spitzem Winkel Schlimmeres (33.). Bis zur Halbzeit ändert sich wenig, das Spiel verläuft hauptsächlich in eine Richtung: aufs Tor des SVS. Allerdings verteidigen die Gäste gut, nur selten wird es richtig gefährlich. Und nach vorne haben auch die Schaldinger "immer wieder gute Momente", wie Markus Clemens berichtet.

Der SVS-Sportchef spricht zudem eine Szene an, die nicht nur bei den Gästezuschauern für Kopfschütteln sorgt. Gallmaier kommt nach einem langen Ball im Strafraum vor dem gegnerischen Keeper an die Kugel, spitzelt diese vorbei – und wird vom Schlussmann umgesenst. Doch die Pfeife von Schiri Patrick Hanslbauer bleibt stumm. "Einen klareren Elfer gibt es nicht", sagt Clemens. Was sich in Durchgang zwei ändern muss? "Eigentlich müssen wir genau so weiterspielen und konzentriert verteidigen. Vorne bekommen wir unsere Chancen."

Doch es kommt anders. Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff ist das passiert, was der SVS unbedingt verhindern will: wieder in Rückstand zu geraten. Dewein nimmt einen Steilpass von Kai Lubrand auf, vernascht auf dem linken Flügel zwei Schaldinger und schlenzt den Ball ins lange, rechte Eck. Köck wechselt offensiv, bringt Tobias Stockinger für Rene Huber – doch das Tor machen wieder die Illertissener. Doppelpass, Flanke Luibrand, Kopfball, Tor: Maurice Strobel vollendet einen schönen Angriff per Kopf zum 2:0 (51.). "In diesen fünf Minuten waren wir überhaupt nicht auf dem Platz. Völlig unerklärlich", sagt Clemens.

Vom Doppelschlag lassen sich die Schaldinger aber nicht schocken. Stefan Rockinger zieht zwei Freistöße scharf in den Strafraum (55., 57.), Tormann Kevin Schmidt kann noch reagieren. Machtlos gewesen wäre er eine Minute später bei einem Volley von Markus Gallmaier: Der Ball streift knapp über die Latte (58.). Die Drangphase des SVS wird dann belohnt: Verteidiger Benedikt Krug blockt einen Schuss mit der Hand, SR Patrick Hanslbauer zeigt auf den Punkt und Krug die gelbe Karte. Gallmaier lässt sich diese Chance nicht entgehen, verlädt den Keeper und schiebt sicher rechts unten ein (59.) – nur noch 1:2.

Stefan Köck legt nach und bringt Fabian Schnabel für Andreas Jünger sowie Fabian Burmberger für Martin Tiefenbrunner. Den Spielfluss der Schaldinger unterbricht nicht der FVI, sondern eine kleine Fangruppe, die Pyrotechnik abbrennt. Nach kurzer Unterbrechung geht’s weiter – und Schalding drängt auf den Ausgleich, doch Tobias Stockinger trifft nur die Unterkante der Latte (74.). Kurz vor Schluss ist es dann wieder der Joker, der den Ausgleich liegen lässt − aus kurzer Distanz köpft er vorbei. Am Ende bleibt es beim 1:2 aus SVS-Sicht − die Luft im Tabellenkeller wird damit noch dünner für Köck und seine Truppe, die im nächsten Heimspiel auf Nürnberg II trifft. − la/sli

Tore: 1:0 Daniel Dewein (47.); 2:0 Maurice Strobel (51.); 2:1 Markus Gallmaier (59./FE). SR Patrick Hanslbauer; 310 Zuschauer.




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