01.07.2019

Elf Neue und die eine zentrale Frage: Kann Osterhofen halten, was die Namen versprechen?


von Sebastian Lippert


Drei Minuten und 31 Sekunden sind gespielt, da hat der Ex-Buchbacher Patrick Drofa (links) schon sein erstes Tor im Trikot der Spvgg Osterhofen erzielt. In der Folge macht der Neuzugang vom TSV Buchbach (Regionalliga Bayern) mächtig Betrieb, ist überall zu finden und gewinnt jede Menge Zweikämpfe – defensiv wie offensiv. TuS-Rechtsverteidiger Thomas Baumgartner hat alle Hände voll zu tun. −Fotos: Franz Nagl

Drei Minuten und 31 Sekunden sind gespielt, da hat der Ex-Buchbacher Patrick Drofa (links) schon sein erstes Tor im Trikot der Spvgg Osterhofen erzielt. In der Folge macht der Neuzugang vom TSV Buchbach (Regionalliga Bayern) mächtig Betrieb, ist überall zu finden und gewinnt jede Menge Zweikämpfe – defensiv wie offensiv. TuS-Rechtsverteidiger Thomas Baumgartner hat alle Hände voll zu tun. −Fotos: Franz Nagl

Drei Minuten und 31 Sekunden sind gespielt, da hat der Ex-Buchbacher Patrick Drofa (links) schon sein erstes Tor im Trikot der Spvgg Osterhofen erzielt. In der Folge macht der Neuzugang vom TSV Buchbach (Regionalliga Bayern) mächtig Betrieb, ist überall zu finden und gewinnt jede Menge Zweikämpfe – defensiv wie offensiv. TuS-Rechtsverteidiger Thomas Baumgartner hat alle Hände voll zu tun. −Fotos: Franz Nagl


Für gut 100 Zuschauer im Stadion Osterhofen gab es am vergangenen Dienstagabend jede Menge Spannendes zu sehen. Schließlich war die Partie der heimischen Spielvereinigung gegen den Landesliga-Absteiger TuS Pfarrkirchen (2:0) der erste Auftritt jenes Bezirksligisten, der im Sommer in mehr als bloß ein Facelifting investierte: Elf Spieler haben sich angeschlossen, eine komplette Mannschaft.

Besonders die neue Angriffsreihe ist Musik in den Ohren der Fans und war das Thema Nummer 1 auf der Tribüne: Vorn stürmt nun ein Dreizack, gebildet von Regionalliga-Kicker Patrick Drofa (28), Kreisliga-Tormaschine Dominic Duschl (29) und bis mindestens Mitte August – je nachdem, ob er doch noch in den USA zum Studium unterkommt – Schalding-Rückkehrer Stefan Lohberger (25). Angesichts solcher Verstärkungen stellt sich die Frage, ob diese Mannschaft halten kann, was die Namen versprechen?

Zufrieden mit dem ersten Auftritt ist Spvgg-Trainer Martin Oslislo nach dem 2:0 über Pfarrkirchen.

Zufrieden mit dem ersten Auftritt ist Spvgg-Trainer Martin Oslislo nach dem 2:0 über Pfarrkirchen.

Zufrieden mit dem ersten Auftritt ist Spvgg-Trainer Martin Oslislo nach dem 2:0 über Pfarrkirchen.


Im 4-2-3-1 schickte Trainer Martin Oslislo (40) seine Elf gegen Pfarrkirchen auf den Platz. Im Vergleich zur vergangenen Saison spielten nur drei Neue von Anfang an: Lohberger, Drofa und Duschl. Rechts hinten verteidigte Mittelfeldmann Andreas Obermeier (21). Ein Experiment, das aufging, er machte viel Dampf nach vorn. Direkt hinter Drofa als alleinige Spitze, der trotz seiner 1,77m Körpergröße eine Kopfballduell-Quote von annähernd 100 Prozent vorweisen konnte, spielte Lohberger und machte Bälle fest. Links wurden die beiden von Co-Spielertrainer Dominic Duschl flankiert, dem im Spiel allerdings wenig gelingen wollte. Mehr lief über rechts, wo Tahsin Kabak (18) spielte, oft im Doppel mit dem umtriebigen Drofa. Tonangebend im Mittelfeld war Mirza Hasanovic (28).

Schon nach dreieinhalb Minuten zeigte sich, welche Qualität Osterhofen nun hat, die im Vorjahr noch fehlte: Konsequenz im Torabschluss. Drofa setzte sich beim langen Ball durch, köpfelte den Ball in Lohbergers Lauf, der danach wiederum auf Drofa querlegte – 1:0. Nach diesem Schema liefen viele Angriffe der Spvgg: Ball halten zwischen den Innenverteidigern, Hasanovic lässt sich fallen, holt sich die Kugel und drischt sie diagonal punktgenau nach links oder rechts in die Füße der Außenangreifer. Mehr als das 2:0 durch Kabak (Nachschuss) gelang nicht, was aber mehr an den Anstrengungen der TuS lag als am fehlenden Vermögen der Spvgg. Noch nicht mit dabei waren einige Stammspieler des Vorjahres, wie Alexander (24) und Manuel Heindl (23) oder Daniel Eder (22). Bestens in Form präsentierte sich Linksverteidiger Markus Tschugg (20).

Das Fazit von Trainer Martin Oslislo fällt positiv aus: "Das Tempo in der ersten Halbzeit war recht gut, in der zweiten haben wir dann nicht mehr so viel Druck gemacht; was auch irgendwie logisch ist, wenn man achtmal wechselt." Seine Mannschaft befindet sich erst in der zweiten Woche der Vorbereitung. Trotzdem sah gerade das Offensivspiel schon außerordentlich gut und flüssig aus, gerade in der ersten Halbzeit: "Ich dachte mir schon, dass wir gefällig nach vorn spielen. Wenn du schon eine richtig gute Mannschaft hast und dann Spieler wie Drofa oder Lohberger dazukommen, dann läuft’s einfach", sagt Oslislo. Das Feintuning soll in den letzten Wochen vorm Saisonstart am 19. Juli (siehe Übersicht am Ende) folgen.

Bis dahin absolviert die Spvgg ihre Tests überwiegend gegen Gegner aus höchstens gleichwertigen Ligen: gegen zwei Kreisklassisten, zwei Bezirksligisten und einen Kreisligisten. Namen wie Hankofen-Hailing, Vilzing oder Cham sucht man vergeblich, dabei wären die Bayernligisten doch echte Gradmesser, wie es landläufig heißt. Eben nicht, meint Martin Oslislo. "Wir als Osterhofen spielen gegen hochkarätige Mannschaften immer gut; egal, wer da kommt. Probleme haben wir in der Bezirksliga mit Mannschaften, die nicht mitspielen, die hinten drin stehen und verteidigen", so der ehemalige Profifußballer des SV Wacker Burghausen und erklärt: "Mein Ansatz war also, Gegner auszusuchen, die gegen uns tiefer stehen werden."

Immerhin: Beim zweiten Testspiel am vergangenen Samstag gegen den Kreisligisten FC-DJK Simbach fand die Spvgg Osterhofen auch gegen einen defensiv agierenden Gegner genügend Lücken und gewann nach Toren von Lohberger, Manuel Heindl und einem Eigentor mit 3:1.

Martin Oslislo mag seine Mannschaft als Favorit auf den Titel ausgerufen haben, auf die leichte Schulter nimmt er keinen der 15 Konkurrenten. So scheint die Antwort auf die Frage, ob diese Mannschaft halten kann, was allein die Namen versprechen, die zu sein: Ja, da rollt was zu auf die Bezirksliga.




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