11.01.2019

Das Grimaldi-Theater: Sechzig lässt ihn nicht mit ins Trainingslager – und die Fans sind sauer


von Alexander Augustin


Will unbedingt weg: Löwen-Stürmer Adriano Grimaldi. Deswegen darf er nicht mit ins Trainingslager. −Foto: Sven Leifer/Soccerpixx

Will unbedingt weg: Löwen-Stürmer Adriano Grimaldi. Deswegen darf er nicht mit ins Trainingslager. −Foto: Sven Leifer/Soccerpixx

Will unbedingt weg: Löwen-Stürmer Adriano Grimaldi. Deswegen darf er nicht mit ins Trainingslager. −Foto: Sven Leifer/Soccerpixx


Das Wechsel-Theater um Adriano Grimaldi geht beim TSV 1860 München in die nächste Runde. Nun hat der Verein mitgeteilt, dass der wechselwillige Deutsch-Italiener nicht mit ins Trainingslager nach Oliva Nova (Spanien) fliegt. Das Camp startet am Samstag. Es sei gemeinsam entschieden worden, schreibt der Klub auf seiner Homepage, "dass er nicht mit ins Trainingslager fliegt, sondern hier bleibt und Angebote sondiert." Statt in Spaniens Sonne zu schuften, trainiert Grimaldi währenddessen in München mit der U21. Der 27-jährige Stürmer (5 Tore, 6 Vorlagen in dieser Saison) könne, "sollte ein Wechsel nicht zustande kommen, danach wieder ins Training der Profi-Mannschaft einsteigen."

In den vergangenen Tagen war Grimaldi intensiv mit Drittliga-Konkurrent KFC Uerdingen in Verbindung gebracht worden. Während ein Wechsel schon fast fix schien, präsentierten die Krefelder einen anderen Neuzugang: Ingolstadt-Stürmer Osayamen Osawe. Während einige Medien berichteten, dass Grimaldis Wechsel damit vom Tisch sei, meldete das Online-Portal "dieblaue24", dass Uerdingen weiterhin Interesse habe, sich jedoch mit Sechzig nicht auf eine Ablösesumme einigen könne. Der KFC biete 350.000 Euro für den Stürmer, der noch bis 2021 Vertrag hat und erst im Sommer nach Giesing gewechselt war. 1860 will wohl in etwa das Doppelte.

So drohen nun sowohl Sechzig als auch Grimaldi selbst an der Posse Schaden zu nehmen. Die Löwen müssen dringend schauen, sich mit Uerdingen einig zu werden, um den offensichtlich unzufriedenen Großverdiener von der Gehaltsliste zu bekommen und einen adäquaten Ersatz verpflichten zu können. Und auch Grimaldi selbst muss hoffen, dass sich der TSV mit dem KFC einig wird. Während er sich zu Saisonbeginn schnell in die Herzen der Löwen-Fans gespielt hatte, wird er nun in Foren heftig kritisiert und teils beleidigt. Vom "Wandervogel" liest man immer wieder – eine der harmloseren Zuschreibungen.

Unterdessen versucht Trainer Daniel Bierofka den Fokus der Mannschaft langsam auf die Rückrunde der 3. Liga zu legen – und muss sich nebenbei noch darum kümmern, einen Grimaldi-Ersatz zu finden. Gut möglich, dass dabei ein zuletzt beliebtes Modell bei den Löwen zum Einsatz kommt: Spieler mit weiß-blauer Vergangenheit zurückholen. Die "Bild" berichtet, dass Manuel Schäffler, aktuell beim SV Wehen-Wiesbaden, nach München wechseln könnte. Der 29-Jährige aus Fürstenfeldbruck (Marktwert 450.000 Euro) hat von 2001 bis 2012 bei den Löwen gespielt, ging dann über Ingolstadt und Kiel nach Wiesbaden. In der vergangenen Saison war er Torschützenkönig der 3. Liga, auch in dieser Spielzeit hat er schon wieder 10 Mal getroffen. Eine reizvolle Personalie, die für Sechzig aber nur realistisch ist, wenn sie Grimaldi verkaufen können. Und das ist derzeit fraglich.




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