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03.02.2015 | 08:00 Uhr

Schnell auf der Strecke, fehlerhaft beim Schießen

von Oliver Wagenknecht

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Selbst mit der besten Laufzeit unter allen Teilnehmern der Verfolgung konnte Johannes Kühn seine Schießfehler kaum kaschieren. Hier ein Bild vom Einzel, wo es mit Rang 13 noch am besten lief. − Foto: Andrej Ivanov

Selbst mit der besten Laufzeit unter allen Teilnehmern der Verfolgung konnte Johannes Kühn seine Schießfehler kaum kaschieren. Hier ein Bild vom Einzel, wo es mit Rang 13 noch am besten lief. − Foto: Andrej Ivanov

Selbst mit der besten Laufzeit unter allen Teilnehmern der Verfolgung konnte Johannes Kühn seine Schießfehler kaum kaschieren. Hier ein Bild vom Einzel, wo es mit Rang 13 noch am besten lief. − Foto: Andrej Ivanov


Das hatte er sich ganz anders vorgestellt. Eigentlich, so der Plan von Johannes Kühn, wollte er im Sprintrennen der Biathlon-Europameisterschaft in Estland die Top-Ten-Plätze angreifen. Stattdessen aber erwischte der Tüßlinger ausgerechnet in seiner Paradedisziplin einen schwarzen Tag und wurde nur Vierzigster. In der Verfolgung tags darauf ging es vornehmlich darum, sich zu rehabilitieren – was ihm mit Rang 22 immerhin auch gelang.

Leichter Regen, etwas Wind: Die äußeren Bedingungen in Otepää waren am Samstag nicht gut. Trotzdem ging Kühn die 10 km flott an. Beim ersten Schießen, liegend, lag er nur wenige Sekunden hinter der Spitze. Ein Fehler und die folgende Strafrunde warfen ihn etwas zurück und sorgten beim stehenden Anschlag für erhöhten Druck. Hier durfte nichts mehr schiefgehen – doch dann ging so ziemlich alles schief: Gleich die ersten drei Scheiben blieben stehen. Kühn setzte nochmal ab, traf zumindest die beiden letzten; allerdings war durch die drei Strafrunden der Traum von einem Spitzenergebnis bereits geplatzt. "Der Wind war da, aber wohl beherrschbar – die anderen haben es ja auch hingekriegt", zeigte sich der 23-Jährige mit sich selbst unzufrieden. Sein Rückstand auf Sieger Alexej Slepov aus Russland, der fehlerfrei blieb, betrug 2:04 Minuten. Zweiter wurde der Norweger Lars Helge Birkeland, Dritter der Franzose Antonin Guigonnat, beide jeweils mit einem Fehler. Auch für die anderen Deutschen – Christoph Stephan (13.Platz), Florian Graf (15.) und Matthias Bischl (19.) – lief es nicht rund. Während Letzterer nur ein Mal verschoss, aber zu langsam war, leisteten sich Stephan (zwei) und Graf (drei) zu viele Fehler.

Mit Wut im Bauch wollte Kühn in der Verfolgung über 12,5 km am Sonntag beweisen, dass er es besser kann. Der Wind hatte über Nacht auf Sturmstärke aufgefrischt und so wurde es wie schon im Einzel zum EM-Auftakt eine Lotterie. Keiner der 59 Gewerteten bewältigte die vier Schießeinlagen mit null oder einem Fehler. Fünf Athleten schossen je zwei "Fahrkarten" , was an dem Tag die besten Ergebnisse waren. Kühns Fehlerstatistik lautete 1/2/2/1, sprich in Summe sechs. Als er beim zweiten Liegendschießen gerade Schuss Nummer 3 abgegeben hatte, fegte eine heftige Böe durch den Stand, die kein geordnetes Schießen mehr zuließ. Kühn wartete lange, kämpfte, drückte irgendwann ab – und musste prompt noch zwei Strafrunden in Kauf nehmen. "Das war unmöglich, die hätte keiner mehr getroffen", haderte er mit den widrigen Umständen.

Es spricht für seine Moral, dass Kühn trotz aussichtsloser Lage auf der Strecke nochmal Vollgas gab. Am Ende stand die beste Laufzeit unter allen Teilnehmern. Selbst Andrejs Rastorgujevs aus Lettland, der zuletzt bei Starts im Weltcup regelmäßig zu den Schnellsten gehörte, war unter diesem Aspekt schlechter als der Tüßlinger. 18 Positionen konnte dieser so noch gutmachen – ein Trost für Kühn, wenn auch nur ein schwacher. Wieder hatte er von den vier Deutschen die schlechteste Platzierung, hinter Graf (5.), Stephan (8.) und Bischl (16.), die im Schießen nicht oder nur wenig besser waren. Den Sieg holte sich erneut Alexej Slepov, der wie der zweitplatzierte Krasimir Anev (Bulgarien) mit drei Schießfehlern durchgekommen war.

Zum Abschluss der Tage von Otepää folgt am Dienstag noch die Männer-Staffel. Kühn läuft im DSV-Quartett an dritter Stelle, nach Matthias Bischl und Florian Graf; Christoph Stephan soll die erhoffte Medaille heimbringen. Vor drei Jahren bei der EM in der Slowakei, daran sei gerne erinnert, holte das deutsche Team mit Kühn Gold.












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