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Vereine



14.08.2012  |  06:00 Uhr

Mit Rückenwind zur Berglauf-WM

von Franz Aichinger

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Ankunft auf 2950 m Höhe: Marco Sturm belegte beim Glacier 3000 den 4. Platz und bereitet sich nun auf den Jungfrau-Marathon vor.  − Foto: Raatz

Ankunft auf 2950 m Höhe: Marco Sturm belegte beim Glacier 3000 den 4. Platz und bereitet sich nun auf den Jungfrau-Marathon vor.  − Foto: Raatz

Ankunft auf 2950 m Höhe: Marco Sturm belegte beim Glacier 3000 den 4. Platz und bereitet sich nun auf den Jungfrau-Marathon vor.  − Foto: Raatz


 Das macht Mut für die Langdistanz-Weltmeisterschaft im Berglauf am 9. September in der Schweiz: Marco Sturm hat bei der letzten Formüberprüfung beim bestens besetzten Glacier 3000 Run den 4. Platz belegt. Nach einigen Formschwankungen scheint der Neuöttinger damit rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt in Schwung zu kommen.

 Der Glacier 3000 Run führte über 26 km und 1900 Höhenmeter von Gstaad hinauf ins Skigebiet Glacier 3000 Les Diablerets. Dieses schwere Hochgebirgsrennen verzeichnete bei der fünften Auflage mit 665 Teilnehmern einen neuen Rekord. Neben dem Gastgeber Schweiz nutzte auch der Deutsche Leichtathletikverband diesen selektiven Wettkampf als letzte Ausscheidung für die WM.

 Mit Christian Seiler vom LC Erfurt und dem Schweizer Christian Mathys lösten sich wenige Kilometer nach dem Start im mondänen Gstaad die späteren Erst- und Zweitplatzierten aus der bis dato fünf Läufer zählenden Spitzengruppe. Sturm, der sein WM-Ticket bereits im Juni gelöst hat, befand sich nicht weit dahinter und lief sein eigenes Tempo. Nach rund 10 km schloss Hansruedi Mathys zu ihm auf. "Dann ging uns beiden etwas der Gaul durch. Wir pushten uns gegenseitig über die tollen Trails", beschreibt der 34-Jährige aus der Innstadt die Aufholjagd.

 Nach rund einer Stunde begann das eigentliche Rennen. Auf der Forst- und Bergstraße hinauf nach Oldenegg sei es bei ihm so gut gelaufen wie schon lange nicht mehr, erzählt Sturm, der schnell auf Rang 3 lag und sich sogar Chancen ausrechnete, an die beiden Führenden heranzukommen. Bei der zweiten Zwischenzeit auf Oldenegg auf 1800 m lag Stephan Wenk, amtierender Duathlon-Vizemeister aus der Schweiz, noch eine Minute hinter Sturm.

 Dann änderte sich die Charakteristik der Strecke drastisch. Der Laufschritt wich größtenteils dem Berggang, einer ganz eigenen Form der Fortbewegung. Auf dem Bergpfad zur Cabane hatte der Oberbayer Schwierigkeiten bei der Orientierung, da teilweise keine Streckenmarkierungen vorhanden waren. Er dachte schon, dass er sich verlaufen hatte, als plötzlich Wenk hinter ihm auftauchte und ihn schließlich passierte. Warum sein Traum von einem Platz auf dem Treppchen schnell geplatzt war, erklärt Sturm so: "Mein Trainingsschwerpunkt war zuletzt auf Schnelligkeit und weniger auf Kraftausdauer ausgerichtet." Bei der Cabane, einer wunderschön gelegenen Berghütte auf 2450 m, konnte der Mann vom LLC Marathon Regensburg den Rückstand auf Wenk noch gering halten. Auf den letzten 3000 m wurde es jedoch hochalpin und er spürte nun überdeutlich, wie seine Kräfte schwanden. An einigen technischen Stellen, vor allem auf kurzen Bergabstücken, hatte Sturm jetzt deutliche Koordinationsprobleme. Knapp 1,5 km vor dem Ziel führte der Weg über einen Gletscher. Auch wenn dieser Abschnitt relativ flach war, so gestaltete sich das Vorankommen im Schnee doch recht mühsam. Über eine steile Rampe ging es schließlich zum Ziel auf der Terrasse der Bergbahn (2950 m). Der Neuöttinger gab auf den letzten Treppen noch einmal alles und rettete in 2:30:34 Stunden seine Position ins Ziel. Es gewann Christian Seiler, der in 2:23:45 seine Zugehörigkeit zur Weltspitze untermauerte. Zweiter wurde Christian Mathys (2:24:58), gefolgt von Stephan Wenk (2:28:50).

 "In Anbetracht meiner aktuellen Trainingsphase, in der die Ausdauerentwicklung eine untergeordnete Rolle spielte, bin ich zufrieden. Ich weiß, wo ich stehe und woran es jetzt zu arbeiten gilt", sagt Sturm, der sich morgen nach Kenia verabschiedet. Dort bereitet er sich in Ngong auf knapp 2000 m Höhe in profiliertem Gelände, das bis auf 2400 m reicht, auf den 20. Jungfrau- Marathon vor.

 Die Veranstaltung über 42,1 km (1829 Höhenmeter) in Interlaken ist seine fünfte Berglauf-WM, davon die dritte auf der Langdistanz. Unter den über 8000 Teilnehmern aus 70 Nationen möchte sich der WM-Fünfte von 2009 in die Top 20 katapultieren. 2010 holte er mit dem deutschen Team die Bronzemedaille, diesmal ist die Konkurrenz aber ungleich stärker. Wie bei den Olympischen Spielen geben auch hier die Athleten aus Ostafrika den Ton an. Der gelernte Bürokaufmann, der 20 Stunden pro Woche bei einer Burghauser Firma als Telefonkontakter arbeitet, weiß: "Als Semiprofi wird es schwer, sich gegen die überwiegend in der Höhe oder am Berg lebenden Profis zu behaupten."












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Dokument erstellt am 2012-08-13 17:24:40









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