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Vereine



09.10.2012  |  18:30 Uhr

Nach den Schiri-Schlägen: Ilira Rosenheim entschuldigt sich, BFV bestürzt über Rassismus − Neue Facebook-Seite

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 − Screenshot: Witte

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Nach den wilden Prügelszenen beim A-Klassenspiel zwischen Iliria Rosenheim und dem ESV Rosenheim am 3. Oktober hat sich jetzt auch der betroffene Verein zu Wort gemeldet. Im Internet-Portal "Beinschuss regional" verurteilt der Ilira-Vorstand die Gewalt auf dem Spielfeld und entschuldigt sich beim verletzten Schiedsrichter und gegnerischen Trainer. Und: Die beiden Übeltäter wurden mit sofortiger Wirkung aus dem Verein ausgeschlossen.

Das Geschehen stellen die Vorstände Jashar Kosumi und Josuf Redzebi sowie Spielführer Ilir Sejdiu indes anders dar. "Das, was in allen Medien behauptet wird, stimmt so nicht", sagt Jashar Kosumi. Seiner Meinung nach wurde der Schiedsrichter zwar tätlich angegriffen, allerdings laut "Beinschuss regional" nicht mit einem Faustschlag getroffen und hat auch nicht das Bewusstsein verloren. "Der Spieler fasste den Schiedsrichter ins Gesicht, aber eine Verletzung im Augenbereich war danach nicht erkennbar." Der Unparteiische zeigte dem angreifenden Spieler die rote Karte, so Kosumi weiter, und sei danach − begleitet von Kosumi − Richtung Umkleidekabine gegangen. Dass der Schiedsrichter sichtbare Verletzungen von sich trug, war laut Aussage Kosumis nicht zu sehen.

Dass der ebenfalls angegriffene Trainer des Gegners ESV Rosenheim, Talip Sarikaya, schlichten wollte, ist laut Aussage der Iliria-Verantwortlichen falsch. Der ESV-Trainer lief nach ihren Worten von der gegenüberliegenden Seite aufs Spielfeld und wurde von Spielführer Ilir Sejdiu abgefangen, der ihm mitteilte, dass sie die Situation unter Kontrolle haben. Sarikaya soll laut Aussage Sejdius daraufhin gesagt haben, dass er Türke sei und das privat mit ihnen regeln werde.

Sarikaya wurde jedoch von einem anderen Iliria-Spieler per Tritt getroffen. Und diesen Angriff auf Sarikaya tolerieren die Ilira-Verantwortlichen in keinster Weise und distanzieren sich deutlich davon.

Zur Strafe des BFV, der in einem ersten Schritt die beiden Spieler vorläufig gesperrt hat, ist die Position der Verantwortlichen klar: "Es ist die richtige Entscheidung die Spieler zu sperren, das haben wir ja intern auch gemacht." Einige Iliria-Spieler wollten laut den Vorständen für den Verein nicht mehr auflaufen, da sie "nicht mit Gewalttätern" in einem Verein spielen möchten. Erst als sie darüber informiert wurden, dass die beiden beteiligten Spieler ausgeschlossen wurden, haben sie sich entschlossen, weiter für Iliria zu spielen.

Nach den teilweise verachtenden Aussagen auf der Facebook-Seite des Vereins hat Iliria die Notbremse im Netz gezogen: "Viele Einträge wirken bedrohlich auf uns und verbreiten Angst bei Vorstand und Mitgliedern", sagte Vorstand Kosumi. Und: "Dass das Ganze so hohe Wellen schlägt, hätte ich keinesfalls erwartet." Mit den Aussagen gegenüber "Beinschuss Regional" hoffen die Verantwortlichen, dass "die Wahrheit ans Licht kommt" (Kosumi) und sich die Lage wieder etwas beruhigt. "Wir möchten uns als Verein gern mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen und über die Vorfälle sprechen. Gewalt hat im Fußball nichts zu suchen."

Inzwischen wird im Netz bei Facebook weiter gegen den FC Ilira mobil gemacht: Dort gibt’s die Seite hier − und sie hat schon gut 2500 Likes.

Neu: Ilira entschuldigt sich beim BFV

Der FC Iliria Rosenheim hat sich in einem Schreiben an den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) für die Vorfälle beim A-Klassen-Spiel gegen den ESV Rosenheim entschuldigt und mitgeteilt, dass die beiden Spieler, die den Schiedsrichter und den Gäste-Trainer körperlich attackiert und schwer verletzt hatten, mit sofortiger Wirkung vom Verein suspendiert worden sind, teilte BFV-Pressesprecher Thomas Müther in einem Schreiben am Montag mit.

"Ich möchte mich persönlich und stellvertretend für den ganzen Verein für die Vorkommnisse bei allen Beteiligten und vor allem beim Unparteiischen und beim Trainer des ESV Rosenheim in aller höchster Form entschuldigen und wünsche ihnen alles Gute und schnellstmögliche Genesung", erklärte Jashar Kosumi, Präsident des FC Iliria Rosenheim.

Dass der Verein sich von den Vorkommnissen distanziert und die Spieler ausgeschlossen hat, ist ein guter und wichtiger erster Schritt. Klar ist aber auch, dass der Fall von der Sportgerichtsbarkeit des BFV lückenlos aufgearbeitet wird", betont Oberbayerns BFVBezirksvorsitzender Horst Winkler. Das Kreissportgericht Inn/Salzach hatte am Freitag beide Spieler bereits mit sofortiger Wirkung per einstweiliger Verfügung vorläufig gesperrt und die Ermittlungen aufgenommen, heißt es in der Pressemitteiolung weiter.

Beschäftigen wird sich der BFV aber auch mit den Diskussionen, die nach dem Vorfall im sozialen Netzwerk "facebook" geführt wurden. Hier kam es teils zu rassistischen und diskriminierenden Äußerungen. "So erschüttert, wie wir alle über den Vorfall in Rosenheim sind, so erschrocken sind wir aber auch über die anschließenden Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Rassismus, Gewalt und Diskriminierung dürfen bei uns keinen Platz haben. Das ist aber keine fußballspezifische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Problematik. Wir sind alle aufgefordert, für unsere Werte wie Fairplay, Toleranz, Respekt und Gewaltfreiheit einzustehen und gemeinsam entschlossen zu handeln", erklärt Reinhold Baier, BFV-Vizepräsident und Vorsitzender der AG "Gemeinsam und Fair".












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Copyright © heimatsport.de 2013
Dokument erstellt am 2012-10-08 11:36:07
Letzte Änderung am 2012-10-09 18:30:54







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