• pnp.de
  • regioevent.de
  • am-sonntag.de




Icon Breadcrumb Sie sind hier:
RSS-Feed abonnieren
  • Akuelle Nachrichten werden geladen...





22.03.2014 | 06:00 Uhr

Rechtsextremismus im niederbayerischen Amateurfußball: Hinschauen und handeln!

von Norbert Pangerl

Lesenswert (16) Lesenswert 3 KommentareKommentare Weitersagen Weitersagen drucken Drucken






BFV und Schalding setzten ein Zeichen: Beim Spiel gegen den 1. FC Nürnberg II zeigten die Spieler ein Banner gegen Rassismus auf dem Fußballplatz. − Foto: BFV

BFV und Schalding setzten ein Zeichen: Beim Spiel gegen den 1. FC Nürnberg II zeigten die Spieler ein Banner gegen Rassismus auf dem Fußballplatz. − Foto: BFV

BFV und Schalding setzten ein Zeichen: Beim Spiel gegen den 1. FC Nürnberg II zeigten die Spieler ein Banner gegen Rassismus auf dem Fußballplatz. − Foto: BFV


150 Vereine und etliche Jugendgruppen hatte er angeschrieben, am Ende konnte Klaus Leserer, Jugendleiter des SV Haidlfing, etwa 25 Interessierte in der Vereinsheimgaststätte zum Vortrag des Journalisten Ronny Blaschke begrüßen. Die lauschten umso interessierter den Ausführungen des Experten über Rechtsextreme im Amateurfußball, die Arno Speiser von der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus mit zahlreichen Fakten über die Szene in Niederbayern bereicherte.

Vor allem ganz unten wollen Rechte andocken"Fußball zieht viele Leute an, deshalb nutzen ihn Rechtsextreme", stellte Blaschke gleich zu Beginn seines Vortrags heraus. "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" bahne sich im Fußball leichter ihren Weg in die Öffentlichkeit, als in Beruf oder Schule. "Wichtige Elemente sind dabei die Abgrenzung vom Gegner, Männlichkeit, Provokation. Das kann harmlos sein, aber wenn man es weiterdenkt, wird es gefährlich", mahnte Blaschke. In der Gesellschaft seien Menschenfeindlichkeit, Ressentiments gegenüber Ausländern oder Juden weit verbreitet, der Fußball ein Brennglas unter dem sich diese verdichten.

Referierte im Vereinsheim des SV Haidlfing über Rechtsextremismus im Fußball: Ronny Blaschke (rechts). − Foto: Birgmann

Referierte im Vereinsheim des SV Haidlfing über Rechtsextremismus im Fußball: Ronny Blaschke (rechts). − Foto: Birgmann

Referierte im Vereinsheim des SV Haidlfing über Rechtsextremismus im Fußball: Ronny Blaschke (rechts). − Foto: Birgmann


Anhand zahlreicher Beispiele zeigte Blaschke auf, wie Rechtsextreme vor allem in unteren Ligen in die Stadien und auf die Fußballplätze drängen. Ehrenamt, Schiedsrichterwesen, Ordnerdienste: "Ganz unten, da wo keiner hinschaut, und jede helfende Hand gebraucht wird, wollen Rechtsextreme andocken." Besonders Jugendliche würden sich oft vom vermeintlich Verbotenen, Coolen anziehen lassen. "Dort finden sie Freunde, erleben eine Aufwertung, das hebt ihr Selbstvertrauen", so Blaschke. Darum gelte es so früh wie möglich in den Vereinen Demokratie zu fördern, den jungen Kickern beizubringen, dass nicht nur das Team zählt, sondern jeder einzelne seine Meinung äußern darf. Diese Diskussionskultur sei enorm wichtig: "Ich war als Kind selbst Torwart und wurde vom Trainer zusammengebrüllt. Ich hatte noch lange Albträume", verdeutlichte der 32-Jährige, wie es nicht gemacht werden sollte.

In die Kritik nahm Blaschke die Medien, regional wie überregional. "Es wird erst berichtet, wenn Gewalt im Spiel ist, dabei müsste nicht die Spitze des Eisbergs, sondern die Basis gezeigt werden." Keine schlafenden Hunde wecken sei keine Argumentation, das Problem unter der Decke zu halten – weder für die Medien noch die Vereine. "Ignorieren, Wegschauen ist das Schlechteste, was Sie machen können. Schauen Sie hin, handeln Sie, es gibt genügend Ansprechpartner", appellierte Blaschke.

Arno Speiser ging im Anschluss auf die bayerische und niederbayerische Neonaziszene ein, nannte Namen wie Sascha Roßmüller, Walter Strohmeier junior oder Daniel Weigl, die dort agitieren. "Rechtsextreme wollen nicht Randgruppe sein, sondern versuchen in die Mitte der Gesellschaft zu gelangen. Dafür suchen sie Nährboden, mitunter in Sportvereinen", erläuterte Speiser.

Am Beispiel des führenden NPD-Kaders Sascha Roßmüller, der in Rain bei Straubing lebt, verdeutlichte Speiser, wie perfide Neonazis dabei vorgehen. Roßmüller, dessen Sohn in der Jugend des SC Rain spielt und der bis vor kurzem eine Sicherheitsfirma betrieb, hatte Trainingsanzüge für die Jugendmannschaft gesponsert – ohne Wissen des Vereins und mit schickem Artikel in der lokalen Zeitung. "Einer unserer Trainer hat das organisiert, der Vorstand hat davon nichts mitbekommen, wir haben danach die Trainingsanzüge eingesammelt und vernichtet", erklärte Franz Boneder, Vorstandsmitglied des SC Rain, der im Publikum saß. Doch damit war die Sache nicht erledigt. Roßmüller sei daraufhin in der Hauptversammlung aufgetaucht.

"Wir wollten ihm das Geld zurückgeben, er wollte das nicht und meinte, wir sollten es für ein Trainingslager verwenden. Das kam für uns auf keinen Fall in Frage, dann ist er natürlich als großzügiger Wohltäter dagestanden." Für Boneder sei es die "schlimmste Erfahrung" gewesen, wie die Eltern reagierten, mit denen sich die Funktionäre zu einer Versammlung getroffen hatten. "90 Prozent von denen haben unsere Entscheidung nicht verstanden, das war erschreckend", sagte Boneder: "Roßmüller ist intelligent, versucht in Rain beliebt zu sein und die Leute kümmern sich zu wenig darum, was er tatsächlich macht."

"Wir müssen die Trainer sensibilisieren""Es kann jeden Verein treffen", mahnte Spielleiter Konrad Stöger in der von Boneders eindringlichen Worten angefachten Diskussion. Die rechtsextreme Szene sei sehr viel kleinteiliger geworden und daher für die Vereine schwierig zu beobachten. "Als Verein müssen wir die Trainer sensibilisieren", forderte Jugendtrainer Daniel Lang vom FSV Landau. Selbst bei den Kleinsten würden Kinder aus dem Nachbarverein schon verbal "runtergemacht". Göker Ögütlü von Türk Gücü Deggendorf berichtete von seiner Jugendzeit in "deutschen Mannschaften". Da habe es immer wieder mal Beleidigungen gegeben, aber keiner von denen, die mit ihm gekickt haben, sei rechtsextrem geworden.

"Wenn Vereine und Trainer Toleranz vorleben und eine gute Präventionskultur herrscht, haben es Rechtsextreme schwer. Bleiben sie in ihren Vereinen hellhörig", gab Arno Speiser den Besuchern abschließend mit auf den Weg.












Sicherheitscode:




Dokumenten Information
Copyright © heimatsport.de 2017
Dokument erstellt am
Letzte Änderung am







Anzeige





Fabian Wiesmaier traf zum 2:0. − Foto: Lakota

Der SV Schalding II hat am Freitagabend einen verdienten Heimsieg gegen den SV Hebertsfelden...



Deggendorfs Vorstand Franz Liebl begrüßt den neuen Trainer Martin Wimber. − Foto: Spvgg GW

Die Spvgg GW Deggendorf hat einen neuen Trainer gefunden. Nach der Trennung von Marco Dellnitz...



Es geht wohl in die Relegation: Seebach um Coach Thomas Prebeck. − Foto: Helmut Müller

Die Sorgen in Seebach werden immer größer: Mit 0:3 unterlag die Mannschaft von Trainer Thomas...



So sah der Platz am Freitag in Grainet aus. − Foto: Wurm

Der Winter ist zurück im Bayerwald: Während es im Flachland seit zwei Tagen durchregnet...



Erzielte das Siegtor: Juvhel Tsoumou. − Foto: Butzhammer

Erfolgreicher Freitag zum Auftakt des langen Heimspiel-Wochenendes für den SV Wacker Burghausen: Am...





Arturo Vidal reklamierte schon auf dem Platz heftig gegen Entscheidungen von Schiedsrichter Viktor Kassai. − Foto: Andreas Gebert/dpa

Die Europapokal-Historie des FC Bayern ist um ein Drama reicher. Gegen Real Madrid kämpft das...



Frust pur herrschte bei den Bayern-Profis. − Foto: dpa

Die BVB-Betreuer schleppten spontan zwei Kisten Bier für ihre Pokalfinalisten in die Kabine –...



Darf der FC Schalding um Sebastian Wagner doch noch jubeln? Weil Patriching im Derby vor zwei Wochen einen Spieler mit falschem Pass eingesetzt haben soll, liegt der Fall nun beim Sportgericht. − Foto: Lakota

Überschwänglich feierte die Patrichinger Eintracht vor zwei Wochen den 3:1-Sieg gegen den...



Knapp gewann der SC Zwiesel das Derby gegen Kirchdorf-Eppenschlag 1:0. − Foto: Frank Bietau

Der Aufstiegskampf in der Kreisliga Bayerwald spitzt sich zu: Tabellenführer FC Sturm Hauzenberg II...



Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter will die Vorfälle beim Spiel des FC Bayern in Madrid nicht auf sich beruhen lassen, sein Sohn wurde dort bei einer Attacke der spanischen Polizei verletzt. − Foto: Thomas Jäger

Als Stadionbesucher vor Ort hat Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter beim Viertelfinal-Rückspiel...







 
 
WAS
WANN
bis
WO
 
SUCHEN NEU
Neuöttinger Gitarrentage

29.04.2017 /// Stadtsaal /// Neuötting

Guitarissimo XL- Sigi Schwab & Band.
Country Weekend

29.04.2017 /// 10:00 Uhr /// Westernstadt Pullman City /// Eging am See

Country Musik vom Feinsten
Kurkonzert

29.04.2017 /// 10:30 Uhr /// Großes Kurhaus /// Bad Füssing

Es spielt das Kurorchester Bad Füssing ein großes Festkonzert zu Ostern.
mehr
 
WAS
WANN
bis
WO
 
SUCHEN NEU
Impericon Festival 2017

30.04.2017 /// 12:00 Uhr /// Zenith - Kulturhalle /// München

Circus Krone: Evolution

30.04.2017 /// 14:00 Uhr /// Volksfestplatz /// Mühldorf am Inn

Breakin' Mozart:Klassik meets Breakdance

30.04.2017 /// 15:00 Uhr /// Prinzregententheater /// München

mehr
WAS
 
SUCHEN NEU
mehr



Facebook










realisiert von Evolver