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Champions League | 19.04.2017 | 09:08 Uhr

Wut nach Bayern-Spektakel ohne Glück: "Sind beschissen worden" +++ Video

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Arturo Vidal reklamierte schon auf dem Platz heftig gegen Entscheidungen von Schiedsrichter Viktor Kassai. − Foto: Andreas Gebert/dpa

Arturo Vidal reklamierte schon auf dem Platz heftig gegen Entscheidungen von Schiedsrichter Viktor Kassai. − Foto: Andreas Gebert/dpa

Arturo Vidal reklamierte schon auf dem Platz heftig gegen Entscheidungen von Schiedsrichter Viktor Kassai. − Foto: Andreas Gebert/dpa


Die Europapokal-Historie des FC Bayern ist um ein Drama reicher. Gegen Real Madrid kämpft das Star-Ensemble vergeblich um den Halbfinal-Einzug. Das früheste Aus seit 2011 hat schwerwiegende Folgen. Die Bayern fühlen sich betrogen.

Karl-Heinz Rummenigge hat die Leistung von Schiedsrichter Viktor Kassai beim Viertelfinal-Aus des FC Bayern bei Real Madrid mit harten Worten kritisiert. "Ich muss sagen, ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie wahnsinnige Wut in mir, Wut, weil wir beschissen worden sind. Wir sind beschissen worden, im wahrsten Sinne des Wortes", erklärte der Vorstandsvorsitzende in der Nacht zum Mittwoch in seiner Bankettansprache (siehe Video).

Zuvor hatten laut übereinstimmender Berichte spanischer Zeitungen mehrere Bayern-Profis Schiedsrichter Viktor Kassai angeblich heftig verbal attackiert. Robert Lewandowski, Arturo Vidal und Thiago sollen den Ungarn bis in dessen Kabine verfolgt und dort heftig beschimpft haben. Letztlich habe die Stadion-Polizei einschreiten müssen, um die Bayern-Profis zu beruhigen. Die Zeitung "Marca" berichtete, bereits im Tunnel seien nach dem Abpfiff laute und wütende Schreie zu hören gewesen. Einige Spieler hätten Kassai aufgelauert und ihn "auf jede mögliche Art beleidigt", wie das Blatt schrieb. Die Bayern wehrten sich nach der Rückkehr nach Deutschland aber gegen die Darstellung, wonach das Bayern-Trio Schiedsrichter Viktor Kassai bis in dessen Kabine verfolgt und beschimpft haben soll. Der Club kündigte an, rechtliche Schritte gegen das Blatt zu prüfen. Die UEFA sah keinen Handlungsbedarf. "Nach den gestrigen Champions-League-Spielen wurden keine Disziplinarverfahren eröffnet", so der Verband auf Anfrage.

Trauriger Abgang: In seinem letzten Champions-League-Spiel lieferte Philipp Lahm (rechts), der nach der Saison seine Karriere beendet, noch einmal eine großartige Leistung und musste trotzdem den Rasen mit seinem potenziellen Nachfolger Joshua Kimmich enttäuscht verlassen. − Foto: Andreas Gebert/dpa

Trauriger Abgang: In seinem letzten Champions-League-Spiel lieferte Philipp Lahm (rechts), der nach der Saison seine Karriere beendet, noch einmal eine großartige Leistung und musste trotzdem den Rasen mit seinem potenziellen Nachfolger Joshua Kimmich enttäuscht verlassen. − Foto: Andreas Gebert/dpa

Trauriger Abgang: In seinem letzten Champions-League-Spiel lieferte Philipp Lahm (rechts), der nach der Saison seine Karriere beendet, noch einmal eine großartige Leistung und musste trotzdem den Rasen mit seinem potenziellen Nachfolger Joshua Kimmich enttäuscht verlassen. − Foto: Andreas Gebert/dpa


Mitten im Schmerz über den Viertelfinal-K.o. hat den FC Bayern die nächste bittere Nachricht geschockt. Torhüter Manuel Neuer erlitt beim heroischen Champions-League-Kampf gegen Real Madrid einen Bruch am erst vor drei Wochen operierten linken Fuß und dürfte damit für den Rest der Saison ausfallen.

"Es war ein extrem emotionales Spektakel. Ich ziehe meinen Hut vor der Mannschaft", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach einer schmerzhaft gescheiterten Aufholjagd gegen den Titelverteidiger, die 2:4 nach Verlängerung endete. Bei einer großen Königsklassen-Schlacht im Estadio Santiago Bernabéu schied der deutsche Fußball-Rekordmeister nach drei Halbfinal-Pleiten unter Pep Guardiola zum vierten Mal nacheinander gegen ein Team aus der Primera División aus. Auch für Carlo Ancelotti war eine Spitzenmannschaft von der Iberischen Halbinsel die Endstation.

"Im Viertelfinale braucht man einen Schiedsrichter, der eine höhere Qualität hat"

In einer dramatischen Europapokalnacht kämpften die Münchner zwar bravourös gehen den nächsten K.o. Doch das 1:2 aus dem Hinspiel in München entpuppte sich als zu große Hypothek. "Wir haben unser Herz auf den Platz gelegt", beschrieb es Innenverteidiger Mats Hummels. "Wir sind jetzt raus und gucken zu im Halbfinale der Champions League und wissen ganz genau, dass da eben auch andere Kräfte als rein das Sportliche leider mitgewirkt haben." Auch Trainer Carlo Ancelotti kritisierte die Leistung des ungarischen Referees Viktor Kassai. "Im Viertelfinale braucht man einen Schiedsrichter, der eine höhere Qualität hat", rügte der Italiener.

Kassai übersah bei zwei Real-Treffern und einem Bayern-Tor die Abseitsstellung. Den Platzverweis für Arturo Vidal (84.) vollzog er nach einer Aktion, die kein Foul des Chilenen war. Zuvor hatte der Mittelfeldakteur aber wiederholt gefoult.

Die Stars mühten sich bei allem Frust, nach der Fortsetzung des Spanien-Fluchs die positiven Aspekte hervorzuheben. "Wir haben Männerfußball gespielt und gezeigt, dass wir den FC Bayern würdig vertreten. Für ein Ausscheiden war es schon respektabel, aber wenn Du ausscheidest, hilft Dir das auch nichts", haderte Weltmeister Thomas Müller.

"Schiedsrichter hatte eklatant schlechten Tag, tut schon weh"

Völlig ausgepowert verließ das Starensemble den Fußball-Tempel in Spaniens Hauptstadt. Jérôme Boateng und Hummels waren bei ihrem riskanten Blitz-Comeback nach Verletzungen an die Grenzen gegangen. Neuer erlebte erst recht eine schmerzhafte Nacht in Madrid. "Wir haben heute alles, was wir hatten, auf den Platz geworfen, haben alle wirklich die letzten Reserven genutzt und versucht, dieses Ding hier zu schaffen", beschrieb es Hummels. "Wir waren sehr nah dran. Wenn man in die Kabine geht und das 2:2 und 2:3 vor Augen geführt bekommt, und weiß, okay, der Schiedsrichter hat heute einen eklatant schlechten Tag gehabt, dann tut das schon weh."

In Unterzahl hatten die Bayern, die sich durch Robert Lewandowski (53. Minute/Foulelfmeter) und ein Eigentor von Sergio Ramos (78.) in einer grandiosen Aufholjagd in die Verlängerung gekämpft hatten, dann das Nachsehen. Cristiano Ronaldo mit seinen Königsklassen-Toren 98 bis 100 (76./105./110.) zerstörte den Münchner Traum. Asensio erzielte den Endstand (112.). "Die Mannschaft ist gerade im wahrsten Sinne des Wortes in der Kabine in Trümmern", beschrieb es Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Viel Zeit haben die Münchner nicht vor den nächsten Aufgaben. Am Samstag steht ein Heimspiel gegen Mainz an, in einer Woche wartet das nächste Alles-oder-Nichts-Spiel für die Bayern. Dann soll gegen Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals der nächste Tiefschlag unbedingt vermieden werden. − dpaDie Bankettansprache von Karl-Heinz Rummenigge im Wortlaut:

"Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Spieler, lieber Carlo, lieber Trainer-Staff. (...)

Wir waren heute alle Zeugen eines dramatischen, eines emotionalen und ich denke auch fantastischen und unglaublichen Fußballspiels. Nach 90 Minuten haben wir in Madrid 2:1 gewonnen. Wenn man das ganze Spiel Revue passieren lässt, das was in den 120 Minuten passiert ist, dann kann ich nur den Hut, den ich jetzt nicht aufhabe, vor dieser Mannschaft ziehen. Wenn man sich das in den letzten zehn Tagen anschaut, dann war das Drehbuch natürlich nicht unbedingt zu unseren Gunsten. Das fing an mit der Verletzung von Robert (Lewandowski) im Spiel gegen Dortmund nach einem Foul vom Torwart; die Schulterverletzung, die ihn dazu zwang, dass er das Spiel in München nicht bestreiten konnte. Am nächsten Tag: Mats Hummels beim Training verletzt. Jérôme Boateng nach dem Spiel verletzt.
Ich muss eines sagen: Es gibt so Spiele, die schreiben Geschichte. Und ich glaube, heute waren alle Zeugen eines Spiels, das Geschichte geschrieben hat. Uli Hoeneß und ich, wir haben viele Schlachten erlebt, das kann ich Ihnen sagen. Die, die in Erinnerung geblieben sind, waren die Spiele 1999 in Barcelona, leider eine Niederlage, die uns auch sehr wehgetan hat. In weniger als 120 Sekunden haben wir den Champions-League-Sieg damals verpasst. 2012 nach Verlängerung und Elfmeterschießen gegen Chelsea. Und das heute Abend war auch so ein Spiel.
Wenn man das ganze Spiel sich heute anschaut, frage ich mich ein bisschen: Was machen eigentlich diese Verbände? Wir haben da sechs Schiedsrichter auf dem Platz, sechs Schiedsrichter! Wir haben eine Gelb-Rote Karte, die nicht mal ein Foul war. Wir haben zwei Tore zum 2:2 und 3:2, die Abseits waren, und zwar klares Abseits. Wir haben einen Abseitspfiff von Robert Lewandowski, der alleine aufs Tor zuläuft. Ich muss sagen, ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie wahnsinnige Wut in mir, Wut, weil wir beschissen worden sind. Wir sind beschissen worden heute Abend, im wahrsten Sinne des Wortes!
Nichtsdestotrotz möchte ich der Mannschaft danken. Wenn ich mir überlege, welche Probleme wir vor dem Spiel hatten - mit Mats, mit Jérôme, mit Robert. Auch mit Manuel Neuer, der sich heute schwer verletzt hat und acht Wochen ausfallen wird. Er hat sich den Fuß gebrochen beim 3:2, das eigentlich Abseits war. (...) Dann kann ich nur eins sagen: Wir haben eine tolle Mannschaft. Wir haben eine tolle Mannschaft mit einem tollen Charakter.
Die Niederlage war bitter. Aber ich glaube, aus Niederlagen ? dafür ist der FC Bayern auch bekannt ? haben wir oft Kraft gezogen. Es ist wieder der Moment, wo wir aus dieser Niederlage Kraft ziehen müssen. Kraft ziehen für den Rest der Saison. (...) Wir müssen die Meisterschaft noch klar machen. Wir haben einen guten Vorsprung, aber versuchen, es so schnell wie möglich (perfekt) zu machen. Und wir haben am nächsten Mittwoch wieder ein wichtiges Spiel gegen Borussia Dortmund, Halbfinale DFB-Pokal. (...)
Ein guter Freund von mir hatte einen Spruch, ich glaube von Hugo von Hofmannsthal, der gesagt hat: Heldentum sieht man nicht im Sieg von großen Schlachten, sondern im Ertragen von unglücklichen Niederlagen. Mehr braucht man heute nicht sagen. (...)" − Dokumentation: dpa












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