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09.07.2017 | 18:15 Uhr

Pläne, Personal, Perspektive: Spvgg GW Deggendorf will sich nach viel Ärger neu erfinden

von Sebastian Lippert

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So wollen sie ihn wieder sehen: Rückkehrer Martin Wimber, der erneut als Spielertrainer in Deggendorf übernommen hat. Auf dem Foto von 2012 umarmt der Verteidiger den damaligen Sportlichen Leiter Bernhard Robl (verdeckt). − Foto: Helmut Müller

So wollen sie ihn wieder sehen: Rückkehrer Martin Wimber, der erneut als Spielertrainer in Deggendorf übernommen hat. Auf dem Foto von 2012 umarmt der Verteidiger den damaligen Sportlichen Leiter Bernhard Robl (verdeckt). − Foto: Helmut Müller

So wollen sie ihn wieder sehen: Rückkehrer Martin Wimber, der erneut als Spielertrainer in Deggendorf übernommen hat. Auf dem Foto von 2012 umarmt der Verteidiger den damaligen Sportlichen Leiter Bernhard Robl (verdeckt). − Foto: Helmut Müller


Ein Blick zurück: Im Jahr 2013 stieg Grün-Weiß erst aus der Bayernliga Süd, zwei Jahre später aus der Landesliga Mitte ab, und am 28. Mai 2017 stand fest: Deggendorf spielt künftig Kreisliga. Als Saisonziel hatte der Sportliche Leiter Andreas Schäfer (49) in der Bezirksliga West die Tabellenregion um Platz 5 ausgegeben. "Das Niveau in der Mannschaft war ja auch nicht so schlecht", so sein Argument. Das Problem, das Schäfer ausmachte: "Wir waren keine Mannschaft."

Das fing schon oben an: Der Stephansposchinger Schäfer und Trainer Marco Dellnitz (43), zu der Zeit eng befreundet, waren sich in einigen essenziellen Fragen nicht mehr einig. Dieselbe Spaltung vollzog sich unabhängig davon mit der Zeit auch innerhalb der Mannschaft: Manche Spieler stellten sich auf die Seite des Trainers, gründeten eine eigene WhatsApp-Gruppe und sagten vor einem Jahr ihr Bleiben für das zweite Bezirksliga-Jahr nur zu, wenn Dellnitz im Amt bleibt. Andere dagegen wollten unter ihm partout nicht mehr auflaufen. Da dampft der Kessel. Bis er überkocht.

Passiert ist das am 21. April: Deggendorf entließ Dellnitz. Einige Spieler, die der Spvgg Grün-Weiß nun den Rücken kehrten, sind sich sicher: "Mit ihm hätten wir die Liga gehalten", sagen sie; unter der Bedingung, ihre Namen nicht zu nennen. Darauf angesprochen sagte Schäfer: "Es gibt viele unzufriedene Spieler, die hast du in jedem Verein." Er und U17-Trainer Christian Weigl hatten die Mannschaft in der Schlussphase und in der Relegation gegen Degernbach (1:3) betreut.

Es verwundere Andreas Schäfer auch nicht, wenn bei alljährlich vielen Abgängen viele Fragen kommen. Der Sportliche Leiter, der in Deggendorf Klein bis Groß verantwortet und dadurch manchmal bis tief in die Nacht Passanträge und lästigen Papierkram abarbeitet, erklärt die regelmäßigen Abgänge so: "Deggendorf ist ein anderer Verein. Viele schicken ihren Jugendspieler mit 15 Jahren nach Deggendorf und holen ihn sich gut ausgebildet zurück. Darüber will ich mich aber nicht beschweren: Wir sind ein Ausbilderverein, das ist unsere Aufgabe. Wenn dann einer aus Drachselsried kommt und nicht weiter für uns spielen will, ist das doch nur verständlich."

Was er noch sagt: "Wir erfüllen unsere Aufgabe im Jugendbereich. Aber leider noch nicht im Herrenbereich." Besonders stört ihn die Frage nach Abgängen von A-Jugendlichen: naheliegende Vereine würden lieber in der grün-weißen Fundgrube kramen, anstatt selbst überhaupt Spieler auszubilden.

Besonders hart trifft die Mannschaft, dass Benedikt Gänger (19, nach Hankofen) und Florian Weber (18, nach Hutthurm) sich verabschiedeten. Den Angreifer Ondrej Bublik (25), der zur Spvgg Osterhofen – seinem siebten Verein in vier Jahren – abwanderte, hätte Schäfer gern gehalten. Der Abstieg habe das Bemühen um die Spieler aber umso schwieriger gemacht, sagt Schäfer: "Je weiter unten wir spielen, desto schwerer tun wir uns natürlich. Viele hatten nur für die Bezirksliga zugesagt." Allerdings sagt Schäfer auch: "Dass sportlich einiges schiefgelaufen ist, gebe ich ja zu."

All den Ärger will Grün-Weiß nun hinter sich lassen, es soll Ruhe einkehren. Zwölf Spieler haben den Verein verlassen, fünf sind gekommen. Dazu befindet sich ein 28-jähriger Offensivspieler im Anflug, Deggendorf wartet lediglich auf die Spielgenehmigung; mit einem anderen Spieler wird noch verhandelt. Insgesamt stehen den Spielertrainern Martin Wimber (35) und Johannes Sammer (30) heuer 20 Feldspieler und drei Torhüter bereit, sagt Schäfer. Bei so vielen Verlusten ist das beachtlich. "Wir sind für die Kreisliga ordentlich aufgestellt", freut er sich.

In der Spielklasse, die mit einigen kampfstarken Mannschaften gespickt ist und woraus bis zu sechs Teams absteigen, will Deggendorf sich "stabilisieren, neu anfangen". Saisonziel ist ein gesicherter Mittelfeldplatz, "der Wiederaufstieg ist kein Thema", sagt Schäfer. Es sei eine sehr schwere Liga.

Für den Neuaufbau erbittet Schäfer sich und den Seinen Zeit und Geduld, so wie er sie dem neuen Trainerduo gewährt: Er kennt das nervöse Umfeld rund um das Donau-Wald-Stadion nach mittlerweile dreieinhalb Jahren dort gut genug. "Martin und Johannes sind sehr engagiert, sie können die Jungs super motivieren. Über Martin hieß es, er kann gut mit Leuten – das sehen wir; auch Johannes bringt sich als Co-Trainer aktiv ein und stellt nicht nur die Hütchen auf", lobt Schäfer und kündigt an, Wimber und Sammer Zeit zu gewähren, um "vernünftig etwas aufbauen zu können".

DIE WECHSELZugänge: Martin Wimber (Bad Kötzting), Johannes Sammer (Mariaposching), Georg Dreier (1.FC Zandt), Matej Paprciak (vereinslos); Wechsel bevorstehend: Jiří Kurek (Admira Prag).

Abgänge: Matthias Müller (Lam), Benedikt Gänger (Hankofen), Jirka Krejci (Vilzing), Florian Weber, Andreas Obermeier (beide Hutthurm), Michael Kraskov, Johannes Eder, Lukas Obergrußberger (alle Plattling), Ondrej Bublik (Osterhofen), Stefan Louen (Bischofsmais), Julian Kehl (Dingolfing), Stefan Baumann (Mariaposching).












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Pl. Mannschaft Sp. Torverh. Punkte
1.
Spvgg Niederalteich
2
4:2
6
2.
SV Auerbach
2
8:2
3
3.
Spvgg GW Deggendorf
1
2:1
3
3.
SV Schwarzach
1
2:1
3
5.
TSV Natternberg
1
1:0
3
6.
SV Frauenbiburg
1
2:2
1
6.
SG Post/Kagers
1
2:2
1
8.
ASV Steinach
1
1:1
1
8.
SV Perkam
1
1:1
1
10.
SV Türk Gücü Straubing
0
0:0
0
11.
FC Gergweis
1
1:2
0
11.
FC Teisbach
1
1:2
0
11.
FSV Landau
1
1:2
0
14.
FC Oberpöring
1
0:1
0
15.
Spvgg Haberskirchen
1
0:7
0




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