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01.01.2013 | 19:47 Uhr

Schalding gegen den Schiri: Schwere gegenseitige Vorwürfe

von Andreas Lakota

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Massive Proteste: Die Schaldinger Spieler Rene Huber (links) und Christian Resch (rechts) müssen von einem Betreuer zurückgehalten werden.  − Foto: Lakota

Massive Proteste: Die Schaldinger Spieler Rene Huber (links) und Christian Resch (rechts) müssen von einem Betreuer zurückgehalten werden.  − Foto: Lakota

Massive Proteste: Die Schaldinger Spieler Rene Huber (links) und Christian Resch (rechts) müssen von einem Betreuer zurückgehalten werden.  − Foto: Lakota


Die Titel sind vergeben, die Sieger wurden gefeiert und doch beschäftigt die Passauer Hallenfußball-Stadtmeisterschaft auch im neuen Jahr die Fußballszene. Vor allem die Schaldinger Bezirksliga-Fußballer können und wollen sich mit den Ereignissen des Finaltages nicht einfach so abfinden. Trainer Falk Zschiedrich und seine Jungs sind mächtig sauer auf Schiedsrichter Walter Antesberger (Dorfbach), dem sie gar "vorsätzliche Benachteiligung" unterstellen. Doch der Unparteiische wehrt sich und erhebt seinerseits schwere Vorwürfe gegen die Grün-Weißen, die ihm "massive Gewalt" angedroht hätten. Ein Rückblick:

KOMMENTAR siehe weiter unten (Seite 2) ... Es geht wie immer hoch her bei der Endrunde in der Passauer Dreifachhalle, das Duell der großen Rivalen SV Schalding und FC Passau bestimmt das Geschehen. Die Stimmung ist aufgeheizt, die Spieler, befeuert vom frenetischen Jubel der jeweiligen Fans, gehen an ihre Grenzen − und manchmal darüber hinaus. Zu üblen Fouls oder gar Tätlichkeiten lässt sich niemand hinreißen, die Schiedsrichter haben die Situation im Griff − bis zum Herren-Duell Passau I gegen Schalding II. Der Sieger steht im Finale, Hektik ist programmiert. Gleich zu Beginn der Partie schickt Walter Antesberger SVS-Keeper Sebastian Becker für zwei Minuten hinter die Bande, doch diese Entscheidung erhitzt die Gemüter kaum. Rund geht’s erst in der letzten Spielminute: Der SVS, der einen 0:2-Rückstand wettmachte, drückt − doch dann stellt Antesberger René Huber runter. Zwei Minuten Zeitstrafe, weil "er mit beiden Beinen voran in den Zweikampf geht", so die Begründung. Im SVS-Lager sieht man dies komplett anders. Huber ist außer sich, schimpft und tobt. Noch schlimmer erwischt’s wenig später Sebastian List, der Sekunden vor Schluss den Passauer Stephan Ziegler legt und von Antesberger die rote Karte unter die Nase gehalten bekommt.

Falk Zschiedrich wirft Schiedsrichter Walter Antesberger absichtliche Benachteiligung vor.  − Foto: Lakota

Falk Zschiedrich wirft Schiedsrichter Walter Antesberger absichtliche Benachteiligung vor.  − Foto: Lakota

Falk Zschiedrich wirft Schiedsrichter Walter Antesberger absichtliche Benachteiligung vor.  − Foto: Lakota


Blankes Entsetzen bei den Grün-Weißen, das schnell in wilde Proteste umschlägt. Einige SVS-Spieler können sich kaum beruhigen, müssen von Trainer und Betreuer zurückgehalten werden. "Das ist ein Foul, klar. Zwei Minuten Strafe wäre auch okay gewesen. Aber Rot ist ein totaler Witz", schimpft der Betroffene, der von Antesberger für seine Schilderung nur Unverständnis erntet. "Das ist eine glasklare Sache. Der Ball ist weg, der Spieler geht nur auf die Beine. Da bleibt mir gar keine Wahl."

So weit, so gut − Szenen wie diese sind im Fußball keine Seltenheit. Hochbrisant wird die Sache allerdings aus einem anderen Grund. Denn die Schaldinger fühlen sich vorsätzlich benachteiligt. "Das ist eine absolute Frechheit. Der Schiedsrichter kam bereits vor der Partie zu mir und teilte mir mit, dass er die Spieler List und Huber bei der kleinsten Kleinigkeit vom Platz stellen werde. Und genau diese beiden müssen dann tatsächlich runter. Da fehlen mir die Worte", schimpfte SVS-Coach Zschiedrich und legt nach. "Der Schiedsrichter soll das Spiel leiten und nicht entscheiden. Doch genau das hat er getan. Mir tun vor allem meine Spieler leid, die sich nach 0:2 zurückkämpfen und dann um den Lohn gebracht werden. Und im Nachhinein stehen wir da wie eine Mannschaft, die nur auf die Beine geht."

Klare Ansage: Schiri Walter Antesberger.  − Foto: Lakota

Klare Ansage: Schiri Walter Antesberger.  − Foto: Lakota

Klare Ansage: Schiri Walter Antesberger.  − Foto: Lakota


Schiedsrichter Antesberger schildert die Vorgänge ganz anders. Tatsächlich sei er vor dem Duell zu Zschiedrich gegangen. "In der ersten Partie der Schaldinger haben die Spieler List und Huber bereits massiv protestiert, weil sie die Zeit angehalten haben wollten. Ich habe Falk Zschiedrich deshalb gebeten, seinen Spielern mitzuteilen, dass sie dies unterlassen sollen, da ich sonst gezwungen bin, Konsequenzen zu ziehen, schließlich gelten für alle die gleichen Rechte." Selbst Mario Tanzer, Trainer der SVS-Ersten, habe ihm rechtgegeben, dass dieses Protest-Verhalten auf dem Platz nicht akzeptabel sei, so der Schiri.

Doch damit nicht genug. Antesberger berichtet von massiven Beschimpfungen seites der Schaldinger − und geht sogar noch einen Schritt weiter. "Was der Spieler Huber gemacht hat, geht entschieden zu weit. Der hat mir nach der Zwei-Minuten-Strafe massive Gewalt angedroht. Sie werden draußen auf mich warten, mich schlagen oder mein Haus anzünden. Unglaublich. Und das sagt der ganz offen vor den anderen anwesenden Schiedsrichtern, darunter unser Obmann. Ich bin ehrlich gesagt geschockt."

Schiedsrichter-Kollege Bernd Pfannenstein, der Hubers Drohungen laut Antesberger ebenfalls gehört habe, wollte sich im Detail nicht äußern. Beide Unparteiische kündigten allerdings an, dass ein umfassender Bericht zu den Geschehnissen angefertigt werde. Gut möglich also, dass die Stadtmeisterschaft den SVS noch länger beschäftigt, als ihm lieb ist. Und Antesberger? Der überlegt, ob er künftig bei dem Traditionsturnier überhaupt noch pfeifen soll. "Emotionen gehören dazu und man kann über Entscheidungen immer streiten. Aber was hier zwischen Passau und Schalding abläuft, geht schon etwas zu weit. Es kann einfach nicht sein, dass die Rivalität zwischen diesen beiden Clubs auf dem Rücken der Schiedsrichter ausgetragen wird."



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