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Vereine



22.08.2012  |  06:00 Uhr

Bundesligist Burghausen: Alle Ziele erreicht

von Uli Kaiser

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Die sportliche Bilanz von Fabio Fognini stimmt mit fünf Siegen in sechs Einsätzen. Der 25 Jahre alte Neuzugang gilt jedoch als menschlich schwierig, weshalb man beim Tennis-Bundesligisten SV Wacker über eine Weiterverpflichtung des Italieners noch nachdenkt.  − Foto: Butzhammer

Die sportliche Bilanz von Fabio Fognini stimmt mit fünf Siegen in sechs Einsätzen. Der 25 Jahre alte Neuzugang gilt jedoch als menschlich schwierig, weshalb man beim Tennis-Bundesligisten SV Wacker über eine Weiterverpflichtung des Italieners noch nachdenkt.  − Foto: Butzhammer

Die sportliche Bilanz von Fabio Fognini stimmt mit fünf Siegen in sechs Einsätzen. Der 25 Jahre alte Neuzugang gilt jedoch als menschlich schwierig, weshalb man beim Tennis-Bundesligisten SV Wacker über eine Weiterverpflichtung des Italieners noch nachdenkt.  − Foto: Butzhammer


 "Mit dem Saisonverlauf sind wir absolut zufrieden. Wir haben den Klassenerhalt geschafft und nie gegen den Abstieg gespielt", freuen sich die Tennis-Verantwortlichen des Bundesligisten SV Wacker Burghausen, Abteilungsleiter Roman Bauer und Trainer Jörg Mitterhofer. Der Rückkehrer gewann gleich am zweiten Spieltag gegen TC Amberg am Schanzl und in Runde 3 beim 1. FC Nürnberg (jeweils 4:2). Damit hatte sich die Truppe, die 13 ihrer 16 Kaderkräfte (davon 63 Prozent deutschsprachige Spieler) einsetzte, ein gutes Polster erarbeitet. Dank des überraschenden 4:2-Erfolgs gegen den Erfurter TC Rot-Weiß in Durchgang 5 war das wichtigste Ziel schnell erreicht. Es folgten noch Remis bei TK Grün-Weiß Mannheim und abschließend gegen Rochusclub Düsseldorf, so dass am Ende 8:10 Punkte und Platz 7 standen. Das ist die beste Ausbeute der Vereinsgeschichte im Oberhaus.

Bayerische Kollegenmüssen absteigen Dass sie zugleich die beste bayerische Vertretung stellten, sehen die Burghauser mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Nach dem derzeitigen Stand sind Nürnberg und Amberg abgestiegen. Jetzt sind wir die einzigen Bayern und haben keine Derbys mehr", bedauert Mitterhofer. Auf der anderen Seite schlagen sich diese Duelle in der Zuschauerstatistik ohnehin nicht besonders nieder. Mit dem Schnitt von rund 800 Fans pro Heimspieltag zeigt sich Bauer zufrieden. Wacker hatte das Glück, drei Hausaufgaben am Sonntag, noch dazu bei bestem Wetter, absolvieren zu dürfen.

 62 Prozent der Einsätze bestritten beim SVW Akteure aus dem Kader der Aufstiegsmannschaft. Zusammen mit den drei Neuzugängen und zwei Rückkehrern erwies sich das als ideale Mischung − vor allem in den Doppeln. "Unsere Doppel waren sehr nervenstark. Die drei Siege machten sie alle fix", fasst Mitterhofer zusammen. Das Duo Johannes Ager/Julian Knowle holte jeweils einen Punkt gegen Nürnberg und Erfurt. Das italienisch-spanische Tandem Fabio Fognini/David Marrero siegte in Nürnberg und gegen Amberg. Dazu kamen die Erfolge von Aljaz Bedene/Andreas Haider-Mauer (gegen Amberg) und Igor Andreev/ Philipp Oswald (gegen Erfurt). Gegen Amberg, Erfurt und Nürnberg wurden sogar alle sechs Doppel gewonnen. Als immens wertvoll erwies sich hier die Rückkehr des Österreichers Julian Knowle. Der 38 Jahre alte Weltklassemann im Doppel führte seine Partner zu drei Siegen bei vier Auftritten. Auch Neuzugang Fognini trat in dieser Disziplin mit einer 3:0-Bilanz souverän auf. Nur gegen Neuss und Mannheim mussten beide Doppel abgegeben werden.

 Burghausens knapper Etat verlangte vor allem für die 36 Einzel eine genaue Planung. "Das Geld haben wir gezielt in die Spiele investiert, die uns den Klassenerhalt sichern sollten", erklärt Bauer. So sei Spitzenspieler Fernando Verdasco (ATP 26) für einen Heimauftritt eingeplant gewesen, sagte aber verletzungsbedingt ab. Damals spielte der Spanier in Hamburg, wo er gleich im Einzel scheiterte, sich aber im Doppel zusammen mit David Marrero bis ins Endspiel vorkämpfte. "Durch die Teilnahme am Doppelfinale wäre er ohnehin nicht gekommen. Wir hätten ihn noch einmal auswärts haben können, aber das hätte uns nichts gebracht. Schließlich wollen wir einen Teil der Kosten über die Zuschauer refinanzieren", erläutert Wackers Tennis-Chef, warum man auf den Topmann verzichtete.

 Kritik hagelte es ob der schwachen Aufstellung beim 1:5 gegen den alten und neuen Deutschen Meister Kurhaus Aachen. Der Gastgeber ließ sogar Nachwuchsmann Oskar Männer auflaufen und lag nach den Einzeln bereits mit 0:4 zurück. Coach Mitterhofer erklärt das Aufgebot so: "Realistisch rechneten wir uns kaum Chancen aus, weil Aachen Meister werden wollte. Außerdem waren viele Spieler woanders engagiert. Ich kann manche Leute schon verstehen. Man muss aber auch die Hintergründe kennen und da sind wir finanziell sehr eng bestückt." Zudem habe der junge Oskar Männer eine gute Partie abgeliefert und sich nicht wegschießen lassen. Für den 19-Jährigen sei es eine wichtige Standortbestimmung gewesen.

 2013 dürfte es ein Wiedersehen mit dem Austria-Quartett Andreas Haider-Maurer, Philipp Oswald, Christian Magg und Johannes Ager geben. "Alle haben die Erwartungen erfüllt. Sie sorgen für diese gute und homogene Stimmung im Team und werden nächstes Jahr wieder die Basis bilden. Allerdings wollen wir auch ein wenig besser werden. Dann schauen wir, wer passt", sagt Bauer. Schwierig dürfte demnach die Weiterverpflichtung von Fabio Fognini werden. Die Nummer 59 der Welt hat zwar fünf seiner sechs Matches gewonnen, passt aber nicht so recht ins Kollektiv.

Aljaz Bedene traurigüber seine Ausbeute  Viel positiver nach außen tritt Aljaz Bedene auf, der innerhalb der letzten Wochen von Position 114 auf 82 geklettert ist. "Aljaz schafft es aber nicht, die Leistungen der ATP-Tour auf Burghausen zu übertragen. Unsere Spieler sagen, dass er bei den Turnieren unglaublich stark spielt. Er selbst ist sehr traurig über die diesjährige Bilanz, würde gerne bleiben und uns etwas zurückgeben", sagt Mitterhofer über den Slowenen, der drei Mal im Champions-Tiebreak verloren hat. Die Zeichen stehen dennoch eher für ein weiteres Engagement des 23-Jährigen, der schon bald unter den Top 50 der Welt aufschlagen könnte.

 Menschlich würde auch Daniel Munoz de la Nava zum SVW passen, über dessen sportliche Zukunft beim Verein noch nicht entschieden ist. Auch wenn er nur eine seiner sieben Partien für sich entscheiden konnte, sehen Bauer und Mitterhofer die Ausbeute nicht so negativ, weil es der Spanier durchwegs mit äußerst starken Gegnern zu tun bekommen hat.












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Dokument erstellt am 2012-08-21 16:54:14









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