30.07.2010 | 10:56 Uhr

Michael Wirth (20): „Wollen oben dabei sein!“

Er hat bereits Bundesliga-Luft in der Jugend bei Jahn Regensburg geschnuppert und hat beim Bezirksoberliga-Saisonauftakt mit seinen Dribblings so manchen Gegner schwindelig gespielt. Im heimatsport.de-Interview spricht der Grafenauer Michael Wirth über den Unterschied zwischen Bundesliga und Amateurfußball.


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Alarmstufe Rot heißt es für die gegnerischen Verteidiger, wenn sich Michael Wirth mit Ball am Fuß nähert.  - Foto: Weigerstorfer
Michael, in deiner Jugendzeit durftest du mit dem SSV Jahn Regensburg Bundesliga-Luft schnuppern. Wie war es, dem Profigeschäft so nahe zu sein?

Michael Wirth: Ganz klar war das die schönste Zeit während meiner bisherigen Fußball-Karriere. Fünf Mal in der Woche auf dem Fußballplatz stehen zu dürfen - das war ein Traum für mich. Der ganze Ablauf war einfach professionell. Ich bin dankbar für diese Erfahrung und dafür, mit einer derartigen Super-Mannschaft zwei Spielzeiten mitgemacht zu haben.

Über Zwiesel bist du zum TSV Grafenau gekommen. Wie kam der Kontakt zu Stande?

Wirth: Der Kontakt zum Verein kam über meinen Trainer beim Jahn, Mario Tanzer, zu Stande. Er hatte mir im Winter erklärt, was er in Grafenau vorhat - das hat mir zugesagt.

Welche Unterschiede siehst du zwischen der Junioren-Bundesliga und der aktuellen Bezirksoberliga?

Wirth: Unterschiede sehe ich ganz klar im Tempo sowie in der technischen Ausbildung der einzelnen Spieler.In der Bundesliga, auch wenn es nur die der Junioren ist, wird kein Fehler verziehen. In der Bezirksoberliga kann man durch Schnelligkeit auch schnell mal wieder einen Fehler gut machen.

2:1-Sieg gegen den TV Freyung. Der Saisonstart verlief für die Grafenauer vielversprechend. Welche Ziele verfolgt ihr als Aufsteiger in dieser Saison?


(Foto: Hörhammer)
Wirth: Ja klar, der Sieg zum Auftakt war natürlich ein Weltklasse-Einstand für uns. Was wir aber auch anders nicht erwartet haben, denn unsere bzw. meine Zielsetzung ist nicht einfach nur im Mittelfeld mitzuspielen - wir wollen ganz klar oben dabei sein und auch in der Zukunft höhere Ziele anstreben.

Das Zusammenspiel mit Matthias Pauli war bereits sehr ansehnlich, sehr harmonisch. Ist er der optimale Anspielpartner für dich?

Wirth: Mit Matthias Pauli haben wir natürlich einen sehr erfahrenen, erfolgreichen Stürmer bekommen. Er ist genau der Spielertyp, den ich als Anspielpartner in der Offensive benötige. Er kann Bälle, die man ihm zuspielt, sehr gut abschirmen und so das Nachrücken des Mittelfelds ermöglichen - wie man bei den zwei Toren gegen Freyung auch gesehen hat. Ich denke, das Zusammenspiel wird in Zukunft noch besser werden - wir stehen ja erst seit ein paar Monaten gemeinsam auf dem Platz.

Du warst im Kader der Niederbayernauswahl, die den Profis von 1860 München Paroli geboten haben. Ein besonderes Spiel? Warst du mit deiner Leistung zufrieden?

Wirth: Klar war das etwas Besonderes, einmal gegen die Profis zu spielen. Allerdings war ich sehr überrascht, dass ich in der Partie derart viel Platz hatte. Das Tempo hingegen war einen Tick schneller. Ich denke, wir haben uns alle sehr gut gegen die Sechziger geschlagen.

Wird man dich noch länger beim TSV Grafenau spielen sehen? Oder möchtest du den Sprung in den Profibereich nochmals versuchen?

Wirth: Klar ist es immer mein Ehrgeiz, höherklassig zu spielen, vielleicht auch ganz oben. Aber derzeit läuft es in Grafenau sehr gut. Ich fühle mich dort sehr wohl und verstehe mich mit allen blendend.

Das Interview führte: Helmut Weigerstorfer




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