Berlin
Zurück in den schwarzen Zahlen

Deutsche Bahn will pünktlicher werden So viele Fahrgäste wie nie

23.03.2017 | Stand 02.12.2020, 18:26 Uhr

"Haben die Trendwende geschafft": Der neue Konzernchef Richard Lutz (rechts) konnte positive Zahlen verkünden. - Foto: Andersen/AFP

Berlin (dpa) Die Deutsche Bahn sieht sich unter ihrem neuen Vorstandschef Richard Lutz mit steigenden Fahrgastzahlen auf der Erfolgsspur. Der Konzernumsatz soll in diesem Jahr um gut zwei Prozent auf mindestens 41,5 Milliarden Euro steigen, das operative Ergebnis um rund 8 Prozent auf mindestens 2,1 Milliarden Euro wachsen, wie Lutz gestern ankündigte. "Wir haben die Trendwende geschafft." Die unter seinem Vorgänger Rüdiger Grube begonnenen Bemühungen um mehr Qualität und Kunden zeigten Wirkung. In diesem Jahr sollen die Züge erneut pünktlicher werden.

2016 war der Umsatz um 0,3 Prozent auf 40,6 Milliarden Euro gestiegen. Operativ wies der Bundeskonzern ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,95 Milliarden Euro aus, ein Plus von knapp 11 Prozent. Bereinigt wurde diese Kennziffer um Rückstellungen für den geplanten Kernenergiefonds und die Restrukturierung bei der Güterbahn sowie Sondereffekte bei der Auslandstochter Arriva - insgesamt knapp eine halbe Milliarde Euro.

Nach roten Zahlen im Vorjahr wurde mit 716 Millionen Euro wieder ein positives Jahresergebnis erreicht. Das reiche, um die Dividende von 600 Millionen Euro an den Bund zu überweisen, sagte Lutz. Nach einem leichten Minus im Vorjahr stieg die Zahl der Reisenden um fünf Prozent auf 2,37 Milliarden. Im Fernkehr mit ICE und Intercity führte ein Plus von 5,4 Prozent zum Höchstwert von 139 Millionen Fahrgästen. Lutz führte das auf mehr pünktliche Fahrten, gründlicher gereinigte Züge und eine verbesserte Kundeninformation zurück. Die Bahn hatte 2016 auch die Rabattaktionen für Fahrkarten ausgeweitet. Der Umsatz im Fernverkehr stieg mit 2,6 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro langsamer als die Reisendenzahl.

Personenverkehrsvorstand Berthold Huber kündigte an, dass in diesem Jahr 81 Prozent der Fernzüge pünktlich sein sollen - das heißt, weniger als 6 Minuten nach Fahrplan eintreffen. Im vergangenen Jahr war der Anteil deutlich von 74,4 Prozent (2015) auf 78,9 Prozent gestiegen - das Ziel von 80 Prozent wurde damit verfehlt.

Abermals schlechter liefen die Geschäfte für die Güterverkehrssparte DB Cargo mit leichten Leistungseinbußen in Deutschland. Hinzu kamen Rückgänge in Großbritannien und Frankreich. Lutz kündigte an, dass die Schulden des Bundeskonzerns von 17,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf knapp 19 Milliarden Euro steigen werden - trotz einer Finanzspritze des Bundes mit einem Volumen von 2,4 Milliarden Euro bis 2020.